Klimafreundlich und nachhaltig: Grünes Bier und kalte Luft

Hier findet die Zukunft schon heute statt: Die Welser Infranorm kühlt klimafreundlich, die Brau Union braut in Göss nachhaltig Bier. Zwei Beispiele zeigen, wie umweltfreundliches und ressourcenschonendes Wirtschaften funktionieren kann.

Die Brauerei Göss bei Leoben ist mit ihrer nachhaltigen Bierproduktion seit einigen Jahren weltweiter Vorreiter.

Die Brauerei Göss bei Leoben ist mit ihrer nachhaltigen Bierproduktion seit einigen Jahren weltweiter Vorreiter.

Für viele galt es bisher als „nice to have“. In Zukunft wird es ein „must“: Das ressourcenschonend, nachhaltiges Wirtschaften. Der sparsame Umgang mit Rohstoffen und Energie, die Reduktion von CO2-Emissionen und Abfall – alles Faktoren, die zunehmend den Erfolg von Unternehmen maßgeblich bestimmen werden. Das hat sich auch in die einflussreichsten Finanzkreise herumgesprochen.

„Der Klimawandel ist für die langfristigen Aussichten von Unternehmen zu einem entscheidenden Faktor geworden“, formulierte es Larry Fink, als CEO des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock einer der mächtigsten Finanzmanager, Anfang des Jahres in seinem alljährlichen Brief an die wichtigsten Konzernchefs weltweit. Blackrock , nicht per se immer auf der Seite der Guten, werde daher künftig stärker den Aspekt der Nachhaltigkeit berücksichtigen und sich aus Investments mit hohen Umweltrisiken zurückziehen. Wumm, die Botschaft saß! Zumal Blackrock an mehr als 2.500 Unternehmen zum Teil wesentliche Anteile hält.

Für viele Unternehmen, gerade in Österreich, hat es eines solchen Weckrufes nicht bedurft. Nachhaltiges und verantwortungsvolles Wirtschaften steht bei vielen Betrieben seit Jahren ganz weit oben auf der Agenda: Mal aus gesellschaftlicher Verantwortung, mal, weil es betriebswirtschaftliche Vorteile bringt oder die Kunden es verlangen, manchmal auch alles zusammen.

Kühlen ohne Kühlmittel

Verleihung des Energy Globe Award für das "Smar Hall Cooling" an Infranorm.

Verleihung des Energy Globe Award für das "Smar Hall Cooling" an Infranorm.

Beispiel Magna Energy Storage Systems. Das Unternehmen ist Spezialist für Tanksysteme für Pkw und Lkw sowie Speichersysteme für Erdgas und Wasserstoff bei Fahrzeugen. Am Standort Sinabelkirchen in der Steiermark wird auch produziert, wobei erheblich Wärme entsteht. Um diese zu Kühlen setzt Magna auf eine Entwicklung des Welser Unternehmens Infranorm, das ohne umweltschädliche Kühlmittel auskommt.

„Unser Smart Hall Cooling ist ein echter Game Changer“, sagt Infranorm-CEO Christian Lindner, „weil es eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Raumkühlung ermöglicht.“ Durch den Verzicht auf herkömmliche Kühlmittel reduziert das Welser System den C02-Verbrauch um 87 Prozent. Am Beispiel Magna werden so jährlich 124 Tonnen CO2 eingespart – und dass bei fast 80 Prozent niedrigeren Betriebskosten. Für diese Innovation wurde Infranorm heuer auch mit dem Energy Globe Oberösterreich ausgezeichnet.

Energieautarke Brauerei

Die Grüne Brauerei Göss ist die weltweit erste Großbrauerei, die 100 % nachhatlig braut und damit Ressourcen schont

Die Grüne Brauerei Göss ist die weltweit erste Großbrauerei, die 100 % nachhatlig braut und damit Ressourcen schont

Beispiel Brau Union: Der Linzer Brau-Konzern hat schon vor Jahren das Thema Nachhaltigkeit ganz nach oben auf die Agenda gesetzt – mit großem Erfolg. So hat sich der steirische Ort Göss mittlerweile zu einer Art Silicon Valley für die internationale Zunft der Bierbrauer entwickelt. Der Grund: „Göss ist die erste Brauerei weltweit, in der Bier zur Gänze nachhaltig gebraut wird“, erläutert Gabriela Maria Straka, CSR-Verantwortliche und Kommunikationschefin der Brau Union. Was das konkret bedeutet? Ihren gesamten Energiebedarf stellt die Brauerei selber her. Strom wird aus Wasserkraft und einer eigenen Solarthermie-Anlage erzeugt, für Fernwärme wird die Biomasse aus dem benachbarten Sägewerk genutzt. Das beim Brau-Prozess anfallende Gärgas kann für die biologische Kläranlage verwendet werden. „Damit sind wir vollkommen energieautark“, sagt Straka stolz.

Am Standort Schladming nutzt der Linzer Brau-Konzern, eine Tochter des Bier-Giganten Heineken, das Fernwärmenetz der Gemeinde sowie eine eigene Pellets-Anlage zur Wärmeerzeugung. So wird auch das Schladminger Bier grün produziert. An allen Brauerei-Standorten laufen zudem Programme, die auf eine Reduzierung des Wasserverbrauches abzielen. Mit Erfolg: Seit 2008 konnte der Wasserverbrauch um 46 Prozent gesenkt werden.
Heizen mit Abwärme.

Das Beispiel Brau Union zeigt aber auch, wie Vielfältigkeit die Möglichkeiten für nachhaltiges Wirtschaften sind – wenn man Ideen hat und initiativ ist. So werden etwa in Schwechat mit der Abwärme, die beim Brauprozess entsteht, 900 Neubau-Wohnungen in der Nachbarschaft geheizt. Partner dabei ist die EVN. Ein ähnliches Konzept setzt die Brau Union mit der Kelag auch beim neuen „Brauquartier Puntigam“ in Graz um. Für die CSR-Managerin Straka „Best-Practice-Beispiele, die zeigen, wie biogene Abwärme sinnvoll genutzt werden kann“. Blackrock-CEO Larry Fink hätte daran seine Freude.

Wie selbstfahrende Autos bald Realität werden könnten

In Wien haben sich 500 Experten getroffen, um sich darüber auszutauschen, …

Filter für Lüftungsanlagen als Virenschutz: Das oberösterreichische Unternehmen Kappa Filter Systems verspricht 97-prozentigen Schutz vor Infektionen.

Luftfilter aus Österreich geben Corona-Schutz ohne 3-G-Regel

Mit dem Wavebionix hat das oberösterreichische Unternehmen Kappa Filter …

Advertorial
Marcus Riedler, Partner Consulting bei Deloitte Österreich

„Bei jeder Innovation sollte der Kunde im Mittelpunkt stehen“

Deloitte-Experte Marcus Riedler über den Stellenwert von Innovation im …

Immobilien-Entwickler Andreas Stumbauer mit VR-Brille bei der virtuellen Besichtigung der einzelnen Wohnungen

Energieautarkie: Neben der Altstadt beginnt die Zukunft

Unter dem Namen „Freiraum Freistadt“ entsteht im Mühlviertel eine …