Kinder sind die besseren Trendforscher für Smartphones

Kinder sind die besseren Trendforscher für Smartphones

Die Ideen von Kindern könnten für Silicon-Valley-Unternehmen wertvoll sein.

Ein Team von Informatikern hat einen Datensatz aus dem Jahr 2006 analysiert: Mehr als 40.000 Ideen von finnischen Kindern und Erwachsenen, wie sie sich das Handy der Zukunft vorstellen. Verblüffendes Ergebnis: Die Ideen der Kinder schafften es viel öfter auf den Markt.

Innovationen sind ein Schlüsselfaktor bei High-Tech-Produkten, vor allem im Bereich von mobilen Endgeräten. Oft werden die bestehenden User als die Hauptquelle von Kreativität und Ideenreichtum gesehen. Dabei schlummert in Kindern ein riesiges Potential von Ideen. Wie riesig und vor allem wie zukunftsträchtig diese Ideen sind, haben nun Forscher der Freien Universität Bozen herausgefunden.

Ein fünfköpfiges Informatikerteam griff auf einen Datensatz aus Finnland aus dem Jahr 2006 zurück: Finnische Kinder und Erwachsene reichten damals insgesamt 41.000 Ideen ein. Zu einer Zeit, als es noch kein iPhone gab - es wurde 2007 vorgestellt - und das Nokia 1600 populär war. "Dieser Datensatz war und ist ein Glücksfall für die Wissenschaft", so die Informatiker.

Aus diesem riesigen Datensatz wählte das Team per Zufallsgenerator je 400 Ideen von Kindern im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren und von Erwachsenen zwischen 17 und 50 Jahren aus. Das Ergebnis war verblüffend: 81 Prozent der Ideen der Kinder sind inzwischen reell am Markt gegenüber 69 Prozent von Erwachsenenideen. Die Kinder sind nicht nur kreativer als Erwachsene gewesen, ihre Ideen haben auch einen höheren Marktwert für Firmen aufgewiesen als jene der Erwachsenen. "Die Ergebnisse haben uns gezeigt, dass die Smartphone-Ideen der Kinder neuartiger als die der Erwachsenen waren und eine höhere Qualität hatten", so die Forscher.

Finnische Kinder wünschten sich künstliche Intelligenz

Die Spracherkennungssoftware "Siri" von Apple? Die finnischen Kinder wünschten sich ein Smartphone mit künstlicher Intelligenz, dem man fragen stellen kann. Darüber hinaus wollten sie ein sprechendes Telefon, bei dem auch eine Stimmauswahl möglich ist. Und sie wünschten sich, dass man Schlösser und Sicherheitskameras des Wohnhauses vom Display aus kontrollieren und bedienen und dass die Kamera eines Smartphones Personen auf Bildern erkennen könnte.

Weniger innovative Ideen der Kinder schafften es trotzdem in unseren Alltag: Ein besserer Taschenrechner, neben dem Weckruf auf die Möglichkeit eines Vibrationsalarms und eine bessere Sichtbarkeit der Uhr auf dem Smartphone.

Die Erwachsenen wünschten sich, dass ein Smartphone den Schlüssel ersetzt. Sie wollten eine Fernbedienung für ihre Kaffeemaschine und eine Anwendung, die den Blutdruck und den Puls messen könnte und gegebenenfalls bei zu hohen Werten Alarm schlägt. Unter die weniger relevanten Ideen fielen bei den Erwachsenen ein mobiles Wörterbuch, der Wetterbericht und ein Kalender, der via SMS auf Geburtstage und andere Termine aufmerksam macht.

"Unternehmen im Technologiebereich tun gut daran, verrückte, noch unvorstellbare Ideen von Kindern ernst zu nehmen und auf diese als Zukunftstrends zu setzen", so die Forscher in einem Resumee.

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