Horizon 2020: Der Weg zu EU-Fördermillionen

Last Calls: Das EU-Forschungsförderprogramm Horizon 2020 geht ins Finale.

Last Calls: Das EU-Forschungsförderprogramm Horizon 2020 geht ins Finale.

Im Rahmen EU-Förderprogramms Horizon 2020 werden nochmals rund 20 Milliarden Euro für die Forschung und Entwicklung in Europa ausgeschüttet. Dabei werden bis zu 100 Prozent der Projektkosten gefördert. Wie Unternehmen zu Geld aus dem Fördertopf kommen

Das Forschungsprogramm Horizon 2020 ist das weltweit größte Programm zur Förderung von Forschung und Innovation. Für den Zeitraum von 2014 bis 2020 hat die EU dafür knapp 75 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Die letzten beiden Ausschreibungsrunden 2019 und 2020 bieten ein Gesamtvolumen von rund 20 Milliarden Euro, wovon die Hälfte auf Projekte des Jahres 2020 entfällt.

Die Förderquote für „Forschungs- und Innovationsmaßnahmen“ beträgt 100 Prozent der gesamten erstattungsfähigen Projektkosten. Die Förderquote für „Innovationsmaßnahmen“ liegt grundsätzlich bei 70 Prozent (100 % für gemeinnützige Organisationen). Für die indirekten Kosten gibt es eine einheitliche Pauschale von 25 Prozent der direkten erstattungsfähigen Kosten.

Im Rahmen von laufenden Horizon 2020-Projekten gibt es zudem Ausschreibungen durch die Projekte selbst (“Financial support to third parties”). Diese Open Competitive Calls sind vor allem für Klein- und Mittelbetriebe eine einfache und schnelle Möglichkeit, sich an Projekten zu beteiligen und Förderungen von im Regelfall bis zu 60.000 Euro zu erhalten.

Österreichische Unternehmen haben in Summe bereits 1,27 Milliarden Euro aus dem Horizon-Fördertopf erhalten. Die ESS Engineering Software Steyr gehört zu den heimischen Unternehmen, deren Projekte mit über einer Million Euro unterstützt wurden. Beim Zukunftsforum der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria gab Martin Schifko, CEO des Unternehmens, wertvolle Tipps, wie man an das EU-Geld kommt.

Tipps für Antragsteller

Sehr hilfreich sind dabei die von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und ihren Regionalen Agenturen angebotenen Proposal-Checks (ffg.at/europa/beratung), die helfen, dass das Fördervolumen bestmöglich ausgeschöpft werden kann. „Planen Sie genügend Zeit für die EU-Registrierung ein – ich empfehle ein Quartal“, betonte Schifko, „die Projekteinreichung sollte getrieben sein von der Überlegung, wo ich mich als Firma hin entwickeln möchte. Es ist wichtig, nichts einzureichen, was nicht mit der Unternehmensstrategie konform geht, nur um eine Förderung zu bekommen.“

Anneliese Pönninger, Business Development Managerin der EV Group, kennt Förderungen sowohl von der Seite des Antragstellers als auch als Evaluierungs-Stelle. „Meistens ist nicht der Antrag mangelhaft, sondern das wissenschaftlich-technische Konzept zu wenig ausgereift und durchdacht“, weiß sie. Den Evaluierungsbericht sollten Unternehmen daher nach wie ein Dienstzeugnis lesen: „Es ist wichtig, zwischen den Zeilen zu lesen, was wirklich Schlechtes wird nie drinnen stehen.“

Wichtig ist auch, wirklich beim richtigen Call einzureichen. " Projektmanagement allein reicht dabei nicht. Es braucht auch Dissemination Management, z.B. gemeinsame Messeauftritte, und Exploitation Management, also welcher Partner die Produkte mit welchen Rechten auf den Markt bringen kann“, betonte Hannes Fachberger vom Forschungsinstitut Profactor.

Im Rahmen der Europäischen Forschungs- und Innovationstage vom 24. bis 26. September in Brüssel können sich Unternehmen über EU-Forschungs- und Förderprojekte informieren. Dort wird es wohl auch erste Informationen zum derzeit in Entwicklung befindlichen Nachfolgeprogramm von Horizon ab dem Jahr 2021 geben.


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