Grüne Motoren dank Wasserstoff und E-Fuels

Das Großmotoren-Forschungszentrum LEC spielt eine Schlüsselrolle beim Green Shipping, dem "Kraftwerk der Zukunft" und somit bei der Erreichung der globalen Klimaziele.

Wolfgang Pell, Verbund, Helmut List, AVL, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Silvia Laimgruber, FFG, Stephan Laiminger, INNIO Jenbacher, Christian Weissenburger, BMK, Andreas Wimmer, LEC, Harald Kainz, TU Graz, vor dem neuen Großmotoren- Prüfstand des LEC am Campus der TU Graz.

Gemeinsam gegen den Klimawasndel. V. l.: Wolfgang Pell, Verbund, Helmut List, AVL, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Silvia Laimgruber, FFG, Stephan Laiminger, INNIO Jenbacher, Christian Weissenburger, BMK, Andreas Wimmer, LEC, Harald Kainz, TU Graz, vor dem neuen Großmotoren- Prüfstand des LEC am Campus der TU Graz.

Wirtschafts- und andere Krisen hin oder her - laut einer Studie der OECD wird sich das Frachtvolumen, das in Containerschiffen über die Weltmeere schippert, bis zum Jahr 2050 in etwa verdreifachen. Das bedeutet einen um rund 160 Prozent höheren Ausstoß an CO2 als heute. Die globale Containerflotte ist aktuell für rund drei Prozent des vom Menschen verursachten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Eine Elektrifizierung der mitsamt Beladung bis zu 200.000 Tonnen schweren Transportschiffe scheint illusorisch, Batterien auf hoher See aufzuladen kaum möglich.

Mit dem neun Millionen Euro schweren Forschungsprojekt HyMethShip liegt das LEC (Large Engines Competence Center) in Graz bereits seit über zwei Jahren gut auf Kurs in Richtung drastische Schadstoffreduktion: Dabei wird, vereinfacht gesagt, auf einem Schiff Wasserstoff durch Methanolreformierung hergestellt und in einem fast unveränderten konventionellen Schiffsmotor verbrannt, nahezu ohne CO2-Emmissionen. Gemeinsam mit internationalen Partnerunternehmen setzt das LEC als weltweit führendes Forschungszentrum für nachhaltige Großmotoren vor allem auf E-Fuels. "Wasserstoff und die daraus abgeleiteten Kraftstoffe haben großes Potenzial für Großmotoren, weil diese E-Fuels CO2-frei erzeugt werden, sofern erneuerbare Energie bei ihrer Produktion verwendet worden ist", sagt Andreas Wimmer, Geschäftsführer des LEC. Zudem sind flüssige E-Fuels wie Methanol oder Ammoniak auch sehr gut speicherbar und transportfähig.

Wasserstoff-Technologiezentrum

Das innovative Konzept findet bereits andere Interessenten. Energieriese Verbund sieht im Wasserstoff einen möglichen Energiespeicher für den Ausgleich von Frequenzschwankungen, die Wind-und Sonnenkraftwerke verursachen. Dazu wird in Mellach bei Graz ein Leuchtturmvorhaben in Angriff genommen: Das vormalige Kohlekraftwerk soll zu einem Technologie- und Innovationszentrum in Sachen Wasserstoff mutieren. Im gemeinsamen zwei Millionen Euro schweren COMET-Projekt Hy2Power entsteht unter der Ägide des LEC, des Motorenherstellers INNIO und der TU Graz bis 2022 ein erster Pilot.

"Im Kraftwerk der Zukunft werden wasserstoffbasierte Anwendungen in industriellen Leistungsgrößen im Megawattbereich betrieben werden können", so Verbund-Forschungsdirektor Wolfgang Pell. Chief Technologist Stephan Laiminger vom Gasmotorenhersteller INNIO ergänzt: "Wenn Gasmotoren mit Wasserstoff und anderen E-Fuels betrieben werden, unterstützt dies den Ausstieg aus der fossilen Strom-und Wärmeproduktion entscheidend. Ziel der Forschung am LEC ist es, alle unsere Motoren, auch die installierte Flotte, auf eine klimaneutrale Energiezukunft vorzubereiten."

Das Wasserstoff-Innovations- und -Technologiezentrum in Mellach wird auch von der weltweit einzigartigen Forschungsinfrastruktur des LEC profitieren. Dieses hatte im Juli einen der innovativsten Motorenprüfstände Österreichs angeworfen. Der mit einem INNIO-Motor und Messtechnik der Grazer AVL ausgestattete Prüfstand dient letztlich der Reduktion von Treibhausgasen im Marinebereich beim Hy-MethShip-Projekt ebenso wie den Tests von synthetisch hergestellten E-Fuels.

Für die beiden Geschäftsführer der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, Henrietta Egerth und Klaus Pseiner, ist dies eine Bestätigung für den nachhaltigen Erfolg des Spitzenforschungsprogramms COMET, das maßgeblich die Forschung am LEC ermöglicht: "COMET-Zentren wie das LEC geben Österreich eine echte Vorreiterrolle, wenn es darum geht, die Entwicklung in klimafreundliche Zukunftstechnologien nachhaltig voranzutreiben und Arbeitsplätze langfristig zu sichern oder neu zu schaffen." Und LEC-Chef Wimmer freut sich, gemeinsam mit Verbund, INNIO und TUGRAZ als Teil des österreichischen Wasserstoffclusters den Weg für eine umweltfreundlichere, sicherere, flexiblere und dezentrale Energiezukunft zu ebnen.

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