Industrieklettern: Griehser sichert an der Spitze

Industrieklettern: Griehser sichert an der Spitze

Oft sind die Mitarbeiter von Griehser in luftigen Höhen unterwegs – regelmäßig geht es aber auch in die Tiefe von Silos und Produktbehältern.

Vom Freizeit-Bergfex zum Profi-Kletterer: Der 36jährige Ralph Griehser hat aus einem Hobby ein Unternehmen gemacht. Sein Team klettert an die Spitze von Gebäuden und Türmen, wenn dort etwas montiert werden muss. Manchmal geht’s auch in die Tiefe.

Sicherheit steht ganz oben auf der Prioritätenliste der Griehser GmbH. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Graz bietet Industrieklettern ebenso an wie die Planung und Installation von Absturzsicherungen, Unterstützung bei der Arbeitssicherheit und Schulungen. Sicher arbeiten in Höhen und Tiefen ist die Spezialität der Griehser GmbH.

Gegründet wurde das Unternehmen vor elf Jahren von Ralph Griehser. Der 36jährige kommt aus dem Kletterbereich: Er hat beim Grazer Bergsport-Fachgeschäft Bergfuchs gearbeitet und natürlich selbst Bergsport betrieben. „Ich hatte damals keinen großen Plan ein Industrie-Kletterunternehmen zu gründen, ich habe einfach damit angefangen“, erinnert sich Griehser.

Heute sei man ein gut aufgestelltes Dienstleistungsunternehmen mit 25 Mitarbeitern und mehr als einer Million € Umsatz. Und wurde im Oktober zum „Unternehmen des Monats“ in der Steiermark gewählt; einem Wettbewerb, bei dem die Steirische Wirtschaftsförderung SFG innovative Unternehmen vor den Vorhang holt.

„Alle unsere Mitarbeiter haben eine Facharbeiterausbildung, damit sie den Anforderungen der Kunden bestmöglichst gerecht werden können“, schildert der Firmengründer und Geschäftsführer. „Unsere Aufgabe ist es, den Mann dorthin zu bekommen, wo er gebraucht wird.“ Gearbeitet wird dabei im Auftrag von gewerblichen Dienstleistungsunternehmen, die wiederum für Kunden aus der Industrie Montage-, Elektro- oder Installationsarbeiten an nur schwer zugänglichen und exponierten Stellen erledigen.

Auch in die Tiefe klettern

Nicht immer geht es dabei in luftige Höhen, erzählt Griehser. In gut einem Drittel der Fälle muss man im Gegenteil tief nach unten, zum Beispiel in große Silos oder Produktbehälter. Industriekletterer dürften deshalb nicht nur keine Höhenangst haben, sondern auch nicht unter Platzangst leiden. „Außerdem müssen sie hochkonzentriert sein, denn man kann sich keine Fehler erlauben.“

„Es ist ein abwechslungsreicher Job“, versichert der Firmenchef, „und deshalb sehr beliebt“. Es gebe auch nicht viele Unternehmen in der Branche, deshalb habe man relativ viele Bewerbungen. Bei Griehser arbeite ein „junges und dynamisches Team, das ist für Menschen interessant, die selbst so sind“. Die Szene kenne sich ohnehin vom Klettern.

Ralph Griehser kommt aus dem Bergsport und hat sein Unternehmen vor elf Jahren gegründet.

Ein weiteres Geschäftsfeld von Griehser sind Schulungen, die rund 40 Prozent des Umsatzes ausmachen. Dabei geht es vor allem um Arbeitssicherheit, aber auch um die Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Nachgefragt werde das nicht nur in Österreich, sondern auch im Ausland. Deshalb und weil in der Industrie auch Menschen aus anderen Ländern tätig sind, biete man die Schulungen nicht nur in Deutsch, sondern auch auf Englisch, Slowenisch und Rumänisch an. Die Kunden kommen aus allen Industriezweigen und der Baubranche.
„Die Arbeitssicherheit muss beim einzelnen Arbeiter ankommen“, beschreibt Ralph Griehser sein Credo. „Die Schulungsteilnehmer kommen auch bei uns unerfreut herein, aber sie gehen erfreut hinaus, weil sie dann wissen, dass wir Praktiker sind, die sich um ihre persönliche Sicherheit bemühen.“

Eigene Trainingsparcours

Das könne nicht mit Folien und Fotos auf theoretischer Ebene vermittelt werden. „Darum befassen wir uns ganz konkret mit der täglichen Praxis der Schulungsteilnehmer in ihrer persönlichen Arbeitswelt.“ Das geschehe entweder direkt vor Ort oder auf den Trainingsparcours an den drei Griehser-Standorten in Graz, Leoben und Wiener Neudorf.

Das Unternehmen verfügt über zwei mobile Trainingseinheiten. Auf einem großen Anhänger sind Gerüste und andere Materialien untergebracht, mit denen dann verschiedene Szenarien nachgebaut werden können. „Wir haben das gemacht, damit wir auch in den einzelnen Betrieben Schulungen durchführen können, die den Standards entsprechen“, schildert Griehser.

Man arbeite extrem kundenorientiert, erklärt der Firmenchef. „Wir wollen mit unserer Fachexpertise die beste Lösung für den Kunden finden. Und wir haben den Vorteil, Komplettanbieter und damit ein einziger Ansprechpartner für verschiedene Aufgaben zu sein.“ Dazu komme eine sehr schnelle Reaktionszeit. „Im Notfall sind wir binnen 24 Stunden oder noch schneller vor Ort. So können lange Stehzeiten der Kundenanlagen verhindert werden.“

Geschützt gegen Gas und Keime

Dabei arbeite man auch unter äußerst herausfordernden Bedingungen. „Wir arbeiten auch mit schwerem Atemschutz und als Gasrettungsdienst. Eine ganze Reihe von verschiedenen Schutzanzügen steht uns zur Verfügung, sodass wir uns gegen alle Gefahren wappnen können, zum Beispiel gegen giftige Gase und keimverseuchtes Wasser, wenn es in einem Klärwerk klemmt.“ Dies könnten in Österreich nur sehr wenige Unternehmen.


Griehser GmbH wurde von der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG zu den Top-Unternehmen der Steiermark im Monat Oktober 2019 nominiert.

Die Wahl "Unternehmen des Monats" wird von der SFG seit Oktober 2017 durchgeführt. Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen sowie zu den bisherigen Preisträgern finden Sie auf der Website unternehmen-des-monats.at


Vielen Dank für die inhaltliche Unterstützung an die SFG

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