Gewächshäuser aus der Steiermark für Down Under

Gwächshäuser aus der Steiermark: Die Innovation liegt im Detail.

Gwächshäuser aus der Steiermark: Die Innovation liegt im Detail.

Sie werden nach Maß produziert und den Bedürfnissen von Mensch und Pflanzen optimal angepasst: Die Princess-Gewächshäuser der steirischen TMK werden sogar in Australien verwendet, um Korallen in ihnen zu züchten. Auch deshalb wurden die Murecker zum „Unternehmen des Monats August“ gewählt.

Gewächshäuser nach Maß baut die Murecker Firma TMK GmbH. Ihre Produkte sind unter dem Markennamen „Princess“ seit fast 50 Jahren bekannt. Bei den Gewächshäusern setzen die Steirer auf ein Gerüst aus Aluminium und Acryl statt Glas. „Die Gewächshäuser, die man in den Baumärkten bekommt, sind meistens viel zu niedrig“, weiß TMK-Geschäftsführer Michael Dastig. Außerdem seien sie sehr oft nur unzureichend belüftet, was im Sommer zu einem Hitzestau führe. „Wir planen und fertigen unsere Gewächshäuser nach der Größe des Benutzers. Dadurch kann er dann bequem aufrecht darin stehen und auch die Breite der Pflanzenflächen ist optimal auf seine Armlänge abgestimmt.“ Alle Gewächshäuser aus Mureck seien maßgefertigt, „wir haben nichts auf Lager“.

Ein weiterer großer Vorteil der Princess-Häuser ist die Verglasung. Diese besteht aus Acrylat, besser unter dem Namen Plexiglas bekannt. Bei billigen Gewächshäusern sei die Verglasung hingegen oft aus Polykarbonat, schildert der Princess-Chef. „Polykarbonat ist schlagfester als Glas, lässt aber genau wie dieses nur wenig UV-Licht durch. Außerdem altert es relativ rasch, nach zehn oder zwölf Jahren werden die Platten trübe, verfärben sich und vor allem wird es spröde.“

UV-Licht für mehr Früchte

Pflanzen benötigen aber UV-Licht. Dieses begrenzt das Längenwachstum und ist nötig, damit sich Blüten und damit in weiterer Folge Früchte entwickeln. Neue Blätter, die sich nach dem Winter bilden, entwickeln in UV-dichten Gewächshäusern keine Resistenz gegen die Strahlung. Stellt man sie nach dem Überwintern ins Freie, sterben die jungen Blätter binnen weniger Tage ab. Dastig: „In der Regel wird, wie früher auch bei uns, der UV-Mangel durch die Beigabe von Zusatzstoffen zur Nährflüssigkeit ergänzt, die den negativen Auswirkungen des Hormonmangels bei den Pflanzen entgegenwirken. Im Zuge der bewussteren Ernährung in Mitteleuropa ist das aber inzwischen verpönt. In unseren Breiten kommt man mit UV-undurchlässigen Systemen nicht weit.“

Princess Gewächshäuser werden bereits seit über 44 Jahren gefertigt. Häuser der „ersten Tage“ des Unternehmens werden noch immer voll genutzt. Mittlerweile sind sie auch in Australien gelandet, wo zum Beispiel Korallen damit gezüchtet werden.

Natürlich haben langlebige, für Pflanzen optimale und maßgeschneiderte Gewächshäuser ihren Preis. Dafür bekomme man aber auch Qualität, versichert der TMK-Geschäftsführer. „Wir kennen Häuser, die wir in den 90er Jahren produziert haben und die in bestem Zustand sind. Viele billige Produkte sind nicht auf eine Schneelast konstruiert, weil die Gewächshausnorm das gar nicht vorsieht. Die müsste man im Winter eigentlich beheizen, damit sie im Schnee nicht zusammenbrechen. Unsere Princess-Gewächshäuser halten auch ohne das zwei Generationen lang.“

Das Motorrad als Konkurrent

Gewächshäuser seien „ein typisches Zweiteinrichter-Thema“, sagt Dastig. „So etwas wird angeschafft, wenn das Haus abbezahlt ist, dann wird überlegt, ob man sich ein Motorrad oder ein Cabrio zulegt oder eben ein Gewächshaus. Mein Mitbewerb ist nicht das Glashaus aus dem Baumarkt, sondern andere Hobbys.“

Rund 100 Gewächshäuser im Jahr verkauft TMK – und diese werden immer größer. Waren vor 20 Jahren noch typische Gewächshäuser für Privatgärten im Format 3x4 Meter üblich, so sind es heute mindestens 4x5 Meter, sofern der Platz vorhanden ist. Geliefert wird vor allem ins Inland, aber auch nach Deutschland und in die Schweiz.

Sogar bis nach Australien haben es Princess-Gewächshäuser schon geschafft. Dort züchtet man darin Korallen für die Aquaristik. „Wir haben gerade eine zweite Charge Princess-Häuser auf den fünften Kontinent geliefert“, ist Dastig stolz.

Hintergrund für das australische Interesse an Gewächshäusern sind die hohen Energiekosten. Im Süden wären die Winter ohne Heizung zu kalt für die Korallenzucht, im Norden die Sommer zu heiß, um ohne Klimaanlage arbeiten zu können. Weil Korallen wie Pflanzen UV-Licht benötigen, habe man sich für das Produkt aus Österreich entschieden, in dem in rund 1.000 Meter Seehöhe die Polypen gezüchtet werden. „Vorerst nur für den Aquarienbedarf“, erzählt Dastig. „Aber es könnte auch für Erhaltungsprogramme interessant werden, da der Klimawandel ja den berühmten australischen Korallenriffen immer stärker zusetzt."


TKM wurde von der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG im August 2019 zu„Unternehmen des Monats August“ n der Steiermark gewählt.

Die Wahl "Unternehmen des Monats" wird von der SFG seit Oktober 2017 durchgeführt. Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen sowie zu den bisherigen Preisträgern finden Sie auf der Website unternehmen-des-monats.at


Vielen Dank für die inhaltliche Unterstützung an die SFG

Innovationen aus der Steiermark

Industrieklettern: Griehser sichert an der Spitze

Innovationen aus der Steiermark

"Steiermark punktet mit Forschungs-Kooperationen"

Forschung & Innovation

Wirtschaftsnobelpreis geht an drei Armutsforscher

Last Calls: Das EU-Forschungsförderprogramm Horizon 2020 geht ins Finale.

Forschung & Innovation

Horizon 2020: Der Weg zu EU-Fördermillionen