Forum Alpbach 2016 mit EU-Schwerpunkt und Erweiterungsbau

Forum Alpbach 2016 mit EU-Schwerpunkt und Erweiterungsbau

Das Europäische Forum Alpbach wird sich heuer laut Forumspräsident Franz Fischler schwerpunktmäßig auch mit der Frage beschäftigen, wohin die EU geht. Das Generalthema der von 17. August bis 2. September dauernden Veranstaltungen, die unter anderem im neu erweiterten Kongresszentrum über die Bühne gehen werden, ist "Neue Aufklärung".

Noch vor wenigen Jahren habe die Europäische Union als "Modell für eine kontinentale Zusammenarbeit und für ein kontinentales Zusammenwachsen gegolten", sagte Fischler. Wenn man sich jedoch anschaue, "wo wir uns jetzt gerade hinbewegen - da ist eine riesige Kluft entstanden". Noch eine zweite Kluft habe sich aufgetan: "Auf der einen Seite führen sämtliche nationalen Politiker immer die Rolle im Munde, die Europa in der Welt spielen soll, in einer globalisierten Welt noch dazu, aber gleichzeitig ziehen sie sich in ihre nationalen Reservate, möchte ich beinahe sagen, zurück."

Der Brenner als Symbol für Europa

Die im Moment viel diskutierte Brenner-Grenze werde jetzt "zu einem Symbol dafür, was das eigentlich sein soll, Freiheit in Europa", sagte der ehemalige EU-Kommissar. Er ortet auch eine gewisse "Sprachverwirrung": "Was ist das eigentlich, Grenzmanagement, und wie ist das zu sehen in Zusammenhang damit, dass Österreich sich eigentlich sehr zurückhält, dass weiterhin die Bayern jeden Tag Staus vor der Grenze verursachen, obwohl kaum ein Flüchtling oder ein Immigrant überhaupt vorbeikommt?"

Fischler sprach in diesem Zusammenhang von einer "besonderen Absurdität": "Es kommt also kaum jemand über den Brenner, und in Kufstein wird kontrolliert. Also was heißt das eigentlich, dass man den Österreichern auch jetzt, wo kaum Flüchtlinge kommen, nicht zutraut, dass sie diese Leute ordentlich registrieren oder eine ordentliche Erstaufnahme durchführen?"

Zur Brenner-Frage und der Sicherung der Außengrenzen sagte Fischler, ihm sei schon klar, "dass Italien hier eine große Verantwortung hat. Aber ist es wirklich die Rolle Österreichs, dazusitzen und dann darüber zu richten, ist das jetzt gut genug oder nicht gut genug, was Italien macht, anstatt mit diesem Staat in dieser schwierigen Frage intensiv zusammenzuarbeiten, was eigentlich die normale Reaktion wäre in einem europäischen Verbund?"

Außen- und Sicherheitspolitik im Fokus

Intensiv diskutiert werden soll in Alpbach unter anderem auch die künftige Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union. Dazu werden der Kabinettschef der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini, Stefano Manservisi, sowie ihre Sonderberaterin Nathalie Tocci erwartet.

Als weiteres zentrales Thema neben der Zukunft der EU nannte Forums-Geschäftsführer Philippe Narval am Mittwoch die Digitalisierung der Gesellschaft. Dazu würden etwa "Pioniere der Digitalisierung im Gesundheitssystem" in Alpbach erwartet. Auch "Digitalisierung und Demokratie" werde ein Diskussionsgegenstand sein.

Selbstständiges Denken in der neuen Welt

Kern des Generalthemas "Neue Aufklärung" ist laut Fischler das "selbstständige Denken unter geänderten Umständen, in einer globalisierten Welt, in einer digitalisierten Welt". Es sei das Anliegen des Forums, "auch neue Denkwerkzeuge zu präsentieren". Zur Zeit sei die Welt "eher ein bisschen verdunkelt und nicht so sehr aufgeklärt. Immer stärker überlagern Emotionen und zum Teil auch Willkür die Rationalität, die Rückkehr zu diversen Nationalismen, die Spekulation, dass man eigentlich mit nicht-demokratischen Methoden die Probleme unserer Zeit leichter lösen könnte, das sind ungeheure Gefahren, mit denen wir zu tun haben. Und denen wollen wir begegnen."

Auch heuer ist die Liste der in Alpbach erwarteten Redner und Referenten hochrangig: Angekündigt sind unter anderen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der der Eröffnung des erweiterten Kongresszentrums Alpbach am 21. August beiwohnen wird, die EU-Kommissare Kristalina Georgiewa (Georgieva) und Günther Oettinger sowie der Präsident der Europäischen Gerichtshofs, Koen Lenaerts, aber auch der frühere Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO), Pascal Lamy, und der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis.

Insgesamt werden mehr als 700 Referenten und Moderatoren in Alpbach erwartet, ebenso wie etwa 700 Stipendiaten. In Summe dürften es 5.000 Teilnehmer werden, wie Fischler ausführte, der von insgesamt "200 Stunden Veranstaltung" in Alpbach sprach.

Die Erweiterung des Konferenzzentrums bedeutet laut Fischler eine Verdoppelung des Angebots an Konferenz- und Seminarräumen. Eingebaut werde auch eine der modernsten digitalen 3D-Raumakustikanlagen.

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