Ein "smartes Fahrrad", das bei Unfällen Hilfe ruft

Ein "smartes Fahrrad", das bei Unfällen Hilfe ruft

Smartes Bike: Via Chip und Smartphone App kann automatisch um Hilfe gerufen werden.

Die Digitalisierung des Lebens macht auch vor dem Radsport nicht Halt: So sollen Mountainbikes etwa automatisch Hilferufe inklusive GPS-Koordinaten an Rettungsdienste absetzen können, wenn Biker verunglücken.

Längst surfen nicht mehr bloß Computer, Smartphones und Tablets im Internet - auch Autos, Haushaltsgeräte und diverse Industrieanlagen nutzen das Web, um untereinander Informationen auszutauschen. Als nächstes sind Fahrräder an der Reihe: Auf der CeBIT präsentiert die Deutsche Telekom gemeinsam mit dem Fahrradhersteller Canyon ein „smartes Mountainbike“, das seinem Besitzer auch das Leben retten kann.

Kern der Lösung sind ein im Rahmen des Fahrrads integrierter Chip und ein Lagesensor. Der Sensor erkennt, wenn das Fahrrad in eine ungewöhnliche Lage kommt – also sich überschlägt oder rasch zu Boden fällt. Wenn das passiert, so bekommt der Fahrer eine Warnung auf sein Smartphone; bestätigt er die Meldung, so passiert nichts. Wird die Meldung aber nicht quittiert, etwa weil der Radfahrer bewusstlos auf dem Boden liegt, so wird automatisch ein Hilferuf gestartet: Das System sendet dann eine Nachricht mit den aktuellen GPS-Koordinaten an Angehörige und Rettungsdienste, so dass der Verletzte rasch geborgen werden kann. Sofern sich dieser an einem Ort mit Handynetzabdeckung befindet - was gerade beim Mountainbiken oft ein Pferdefuß ist.

Serienreifes Produkt im August

Für diese Lösung beginnt nun, anlässlich der CeBIT in Hannover, ein Pilottest mit über 50 Fahrern in Deutschland. Im August wollen die Partner auf der Eurobike ein serienreifes Produkt vorstellen. Ob das am Markt angenommen wird bleibt abzuwarten. Die Erwartungen sind nicht allzu hoch, zumal ein zuvor entwickelter Motorradhelm mit Sturzsensor und GPS ein kommerzieller Flop wurde. „Davon wurden nur ein paar hundert Stück verkauft“, heißt es von der Deutschen Telekom.

Der Chip passt in den Rahmen des Fahrrads - und ist somit für Diebe unsichtbar.

Wenn sie sich nicht als Notrufsystem durchsetzen, dann könnten Chips künftig auch als Diebstahlsicherung in Fahrradrahmen integriert werden. Vorstellbar ist etwa, dass damit ausgestattete Fahrräder via Smartphone lokalisiert werden können. Dafür wären allerdings auch eine langlebige Batterie sowie ein Funk-Chip notwendig, mit dessen Hilfe das Fahrrad auch geortet werden kann.

Smarte Autos

Die Digitalisierung hält damit jedenfalls auch beim Sonntags-Fahrradausflug in die Natur Einzug, wie zuvor beim Auto. Die Automobilindustrie forciert ja das Konzept des „Smart Cars“ seit Jahren, und auch dort ist die Deutsche Telekom ein etablierter Partner der Hersteller. Moderne Online-On-Board-Entertainmentsysteme streamen Musik oder Filme via Internet und Online Kartendienste, etwa mit Google Maps Anbindung, navigieren effizienter als Navis ohne Online-Anbindung.

Der neueste Trend ist, Autos auch mit elektronischen Geräten im Haushalt zu koppeln. In Kooperation mit dem SmartHome-Anbieter Qivicon hat die Deutsche Telekom beispielsweise ein System entwickelt, mit dem Autofahrer informiert werden, wenn während ihrer Reise zuhause die Balkontür geöffnet wird – etwa bei einem Einbruch. In einer anderen Lösung, die von den beiden Partnern exklusiv für BMW entwickelt wurde, können Autofahrer vom Cockpit ihres Autos aus etwa die Sauna vorwärmen, während sie auf dem Heimweg von der Arbeit sind.

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