Europa droht bei E-Autos abgehängt zu werden

Europa droht bei E-Autos abgehängt zu werden

Der Durchbruch in der Elektromobilität ist laut einem Forscher längst da: In den USA läuft das Geschäft gut, der Markt in Asien "hebt ab" - doch Europa bleibt weiter hinter den Ansprüchen zurück.

In der Debatte über die Förderung von Elektromobilität setzt der Batterie-Forscher Martin Winter auf mehr Engagement von Politik und Wirtschaft. Der Durchbruch der E-Autos sei längst da, allerdings nicht in Deutschland, sagte der Chemie-Professor aus Münster in einem Reuters-Interview. "Der Markt hebt ab in Asien, wo Smog in Innenstädten ein Problem ist und wo die Batteriehersteller zu Hause sind." Auch in den USA laufe es gut. Deutschland sei im Wettbewerb zwar dabei, aber weit von der seit 2009 offiziell angestrebten Vorreiter-Position entfernt. "Wenn wir nicht bald gegensteuern, wird das Zentrum nicht in Europa sein", fürchtet der Leiter des Batterie-Forschungszentrums MEET an der Uni Münster.

So sei in Deutschland die schon lange anhaltende Diskussion über eine Kaufprämie kontraproduktiv. Viele potenzielle Käufer warteten deshalb erst einmal ab, ob eine solche Belohnung für den Erwerb eines umweltfreundlicheren Fahrzeugs tatsächlich komme, statt jetzt ein E-Auto zu bestellen.

Merkel spricht mit der Branche

Am Donnerstag überließen die Fraktionsspitzen der großen Koalition bei ihrer Klausurtagung in Rust der Regierung die Entscheidung über eine Kaufprämie, während sie die Weichen für andere Maßnahmen stellten. So wollen sie den Einsatz von Elektro-Autos durch eine zehnjährige Steuerbefreiung fördern, die Lade-Infrastruktur massiv ausbauen und die Batterieforschung in Deutschland stärken. Am Dienstag ist ein Gespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Spitzenvertretern der Autoindustrie geplant.

Das Netz an Ladestationen für Elektroautos sei ausbaufähig, betonte Wissenschaftler Winter, der an verschiedenen, vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekten maßgeblich beteiligt ist. Und auch in anderen Bereichen müssten Maßnahmen ergriffen werden, um den Elektrofahrzeugen bei ihrem Sprung auf den Massenmarkt Starthilfe zu geben. "Wir ändern dabei ja nicht nur die produzierende Industrie, sondern auch das Tankverhalten und die Servicearbeiten in den Werkstätten", gab Winter zu Bedenken. "Eine Batterie kann man nicht einfach löten, und dann geht sie wieder."

Forschung: Schwerpunkt auf den Batterien

Die Entwicklung leistungsstarker, aber zugleich kompakter Batterien stehe im Mittelpunkt der aktuellen Forschung, sagte Winter, der kommende Woche in Münster eine Konferenz zum Thema mit 650 Teilnehmern aus Industrie und Wissenschaft leitet. In der Batterie-Welt habe die aktuelle Lithium-Ionen-Technologie noch lange nicht ausgedient. "Sie wird uns mindestens noch die nächsten zwei Dekaden begleiten."

Dennoch sind Forscher längst dabei, die Energiespeicher der nächsten Generation in ihren Grundlagen zu erforschen. Experten setzen dabei auf mehr Energie bei geringerem Gewicht und vor allem auf weniger Volumen - unter anderem, damit in Zukunft auch mit Elektro-Autos bei gleichem Platz für Passagiere und Gepäck höhere Reichweiten erzielt werden können.

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