Energieforschung am Stadt-Labor in Aspern geht in Anwendungsphase

Im Wiener Stadtentwicklungsgebiet "Seestadt Aspern" geht das aufwendige Energieeffizienz-Forschungsprogramm Aspern-Smart-City-Research (ASCR) in die Anwendungsphase. In dem "lebenden Stadt-Labor" mache man sich nun daran, das komplexe Energiesystem grundlegend zu verstehen und gezielt zu optimieren, erklärte Reinhard Brehmer, Geschäftsführer der ASCR-Forschungsgesellschaft, der APA.

Energieforschung am Stadt-Labor in Aspern geht in Anwendungsphase

Anhand dreier Gebäude - eines Wohnhauses, einer Schule und eines Studentenheims - wird in der "Seestadt" in Wien-Donaustadt untersucht, wie eine sogenannte "Smart City" funktionieren könnte. Im Fokus stehen die Bereiche Energieerzeugung und -nutzung sowie CO2-Emissionen und deren Einsparungsmöglichkeiten. Die mit zahlreichen Sensoren ausgerüsteten, selbst energieerzeugenden Gebäude, sowie das Stromnetz und das eigens eingerichtete Forschungsinstitut bilden zusammen ein "lebendes Labor".

Bis 2018 wollen die ASCR-Träger - das sind Siemens Österreich, Wien Energie, Wiener Netze und die Stadt Wien - auf Basis dieser Forschung "smarte" Netze besser steuern und lohnende Geschäftsmodelle für zukünftige Energiesysteme entwickeln. Am Mittwoch zogen die Partner eine Zwischenbilanz über das seit 2013 laufende und mit insgesamt 38,5 Mio. Euro dotierte Forschungsprojekt.

Wenn derart vernetzte Systeme installiert werden, brauche es einige Zeit bis der Datenfluss einwandfrei funktioniert. "Die Voraussetzungen, um in allen Bereichen zu forschen, sind jetzt im Detail vorhanden. Wir verarbeiten jetzt pro Tag weit über eine Million Daten, und das wird noch auf über zwei Millionen anwachsen. Das ist der Kernpunkt dieses weltweit einzigartigen Projekts", sagte Brehmer.

Über die Hälfte der Bewohner machte mit

In diesem Datenpool, in den auch die Informationen über die Energienutzung der Gebäude-Bewohner einfließen, suchen die Wissenschafter nach neuen Erkenntnissen. Die Experten für die Anlagen zur Energieerzeugung und -speicherung sowie die Netz-Forscher erarbeiten momentan Simulationen, die darauf abzielen, das Gesamtsystem kosten- und energieeffizienter zu gestalten. Die Erkenntnisse aus den Simulationen fließen dann wiederum in die Steuerung des realen Netzes ein. Wie in einem Labor kann also direkt überprüft werden, ob Veränderungen auch das Gewünschte bewirken.

Mit mehr als 50 Prozent Beteiligung seitens der Gebäude-Nutzer liege man weit über dem internationalen Schnitt bei ähnlichen Projekten von 15 Prozent. "Sie werden bis zum Projektende sozialwissenschaftlich betreut", erklärte Brehmer. Vom Akademiker bis zum Arbeiter und vom Single-Haushalt bis zu Familien habe man Vertreter aller Gesellschaftsgruppen und Haushaltsformen mit an Bord. Das sei wichtig, um realistische Werte zum Energiebedarf in den Gebäuden zu erhalten.

Nur so könne abgeschätzt werden, wann es Sinn macht, etwa überschüssige Energie im System zu speichern oder außerhalb dieses Netzes am Markt zu verkaufen. Dass zum vorgesehenen Projektschluss im Jahr 2018 alle Forschungsfragen geklärt werden, glaubt Brehmer jedenfalls nicht: "Wir arbeiten jetzt schon an ASCR 2.0."

Wie selbstfahrende Autos bald Realität werden könnten

In Wien haben sich 500 Experten getroffen, um sich darüber auszutauschen, …

Filter für Lüftungsanlagen als Virenschutz: Das oberösterreichische Unternehmen Kappa Filter Systems verspricht 97-prozentigen Schutz vor Infektionen.

Luftfilter aus Österreich geben Corona-Schutz ohne 3-G-Regel

Mit dem Wavebionix hat das oberösterreichische Unternehmen Kappa Filter …

Advertorial
Marcus Riedler, Partner Consulting bei Deloitte Österreich

„Bei jeder Innovation sollte der Kunde im Mittelpunkt stehen“

Deloitte-Experte Marcus Riedler über den Stellenwert von Innovation im …

Immobilien-Entwickler Andreas Stumbauer mit VR-Brille bei der virtuellen Besichtigung der einzelnen Wohnungen

Energieautarkie: Neben der Altstadt beginnt die Zukunft

Unter dem Namen „Freiraum Freistadt“ entsteht im Mühlviertel eine …