E-Mobilität: Siegeszug der sauberen Fahrzeuge

Elektrofahrzeuge sollen den Verkehr klimafreundlicher und leiser machen. Die Technologien werden laufend verfeinert, an Förderungen mangelt es nicht. Hürden sind aber die Infrastruktur und das Zögern der Käufer beim Umstieg auf elektrisches Fahren.

E-Mobilität: Siegeszug der sauberen Fahrzeuge

40 Millionen Euro stellt die österreichische Regierung 2021 an Förderungen für Elektroautos zur Verfügung. Die E-Mobilität soll damit einen weiteren Schub bekommen, der Umstieg beschleunigt werden. Noch bis Jahresende bekommen Käufer eines Elektroautos 5.000 Euro als Prämie, erst im Juni war diese um 2.000 Euro aufgestockt worden. Solche Anreize zeigen offenbar Wirkung: Bei den Pkw-Neuzulassungen von Jänner bis September betrug der Anteil der reinen Elektroautos rund fünf Prozent; alleine im September waren es rund neun Prozent.

Das darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Elektroautos auf unseren Straßen noch immer den Hauch des Exotischen ausstrahlen: Tesla, VW e-Up, Hyundai Ioniq, Renault Zoe & Co. sind deutlich in der Minderheit. 36.000 reine Elektrofahrzeuge sind derzeit in Österreich zugelassen – das sind rund 0,7 Prozent des gesamten Bestands. Es ist also ganz offensichtlich noch viel (saubere) Luft nach oben.

Weshalb dauert der ständig prognostizierte Siegeszug der Elektromobilität länger, als dies angenommen wurde? Das liegt weniger an der Verfügbarkeit brauchbarer Modelle: Zwar liegen die Preise für Elektro-Pkw noch über jenen der Modelle mit Verbrennungsmotor und auch die Reichweite lässt bisweilen noch zu wünschen übrig. Doch wer umsteigen möchte, findet inzwischen genug Auswahl und es gibt immer mehr Lademöglichkeiten im Land. Rund 5.000 Ladepunkte sind in Österreich vorhanden, rechnet der Automobilklub ÖAMTC vor. Allerdings sind diese nicht gleichmäßig verteilt und es klaffen Lücken im Versorgungsnetz; auch Auslandsfahren sind nicht ganz einfach.

Ein weiteres Problem hat der Rechnungshof in einem aktuellen Bericht ausgemacht: Weil es viele unterschiedliche Betreiber von Stromtankstellen gibt, wird das Tanken von Strom unnötig kompliziert. Sogar der ÖAMTC empfiehlt Fahrern von Elektroautos, sich vor der Ausfahrt bei den Anbietern der Ladekarten über nutzbare Stationen zu erkundigen – da ist das Tanken von Benzin und Diesel doch deutlich einfacher. Käufer schreckt außerdem ab, dass die Ladekapazität von Faktoren wie Gleichstrom oder Wechselstrom bzw. der Batterietechnologie abhängig ist.

Hoffnung Firmenautos

Dennoch: Das Elektroauto wird zweifellos den Verkehr revolutionieren, was auch dringend nötig ist: Im Vorjahr sind die CO2-Emissionen des Verkehrs in Österreich erneut gestiegen; Auto und Lkw bremsen das Land auf dem Weg zu ambitionierten Klimaschutzzielen. Eine entscheidende Rolle beim Umstieg vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb spielen dabei die Unternehmen: Firmenautos machen rund die Hälfte aller Neuwagen aus – und noch ist kein großer Trend zum sauberen Fahren zu erkennen. Im Vorjahr wurden mehr als 90 Prozent dieser Autos noch klassisch mit Verbrennungsmotoren ausgerüstet. Der Klimaschutz dürfte zumindest in diesem Bereich daher nicht mehr als ein Lippenbekenntnis sein: Man greift doch lieber zum Benziner oder zum Diesel.

Dabei würden auch ökonomische Gründe längst nicht mehr gegen den Umstieg auf Elektroautos sprechen. Laut des aktuellen „Car Cost Index“ des Fuhrparkspezialisten LeasePlan sind solche Modelle zumindest in der Mittelklasse kostenmäßig keineswegs schlechter als die Verbrenner. In Österreich kostet demnach der Betrieb eines mittelgroßen Elektroautos im Schnitt 718 Euro, dabei wurden staatliche Förderungen noch gar nicht berücksichtigt.

Zum Vergleich: Ein Benziner kostet laut LeasePlan 685 Euro im Betrieb, ein Dieselauto 672 Euro. In Deutschland liegen die Werte ähnlich (Elektro: 730 Euro, Benzin 603 Euro, Diesel 609 Euro). Fakt ist: Elektroautos werden in ganz Europa günstiger und Österreich liegt in dieser Hinsicht im Spitzenfeld. Steuerliche Vorteile und Förderungen würden einen weiteren Anreiz bieten, auf E-Mobilität umzusteigen, konstatiert LeasePlan-Österreich-Geschäftsführer Hessel Kaastra.

E-Mobilität aus Steyr und Leonding

Nicht zu vernachlässigen sind vor diesem Hintergrund indes die Bemühungen der Autohersteller, Autos mit Verbrennungsmotoren klimafreundlicher zu machen; sozusagen als Zwischenschritt zum reinen Elektroauto ist das nicht unwichtig für den Klimaschutz. Emissionen und Verbrauch können bei den jüngsten Generationen der Motoren niedrig gehalten werden. Solche Motoren werden unter anderem im BMW-Motorenwerk in Steyr hergestellt, dem weltweit größten Werk des deutschen Konzerns.

In Steyr spielt aber auch die E-Mobilität eine immer größere Rolle: So werden hier alle Gehäuse des E-Antriebs des Modells iX3 produziert. Innerhalb der nächsten fünf Jahre wird die Produktionskapazität auf 460.000 Stück pro Jahr erhöht, heißt es. Das zeigt, dass der Umstieg auf Elektrofahrzeuge für die österreichische Wirtschaft Chancen bietet. Diese nutzt auch das Familienunternehmen Banner: Der Batteriehersteller aus Leonding hat bereits vom Trend zu Start-Stopp-Batterien profitiert, aber auch für Elektrofahrzeuge werden technologisch ausgereifte Blei-Säure-Bordnetzbatterien benötigt.

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