Difacturo: Wenn Rechnungen elektronisch werden

Das Gleisdorfer Unternehmen difacturo bietet Software für die voll-digitale Rechnungslegung und -verarbeitung. Doch am liebsten fahren der Chef und die Mitarbeiter Rennen.

Difacturo-Chef Rainer Kandlhofer am Beifahrersitz mit seinem rasanten Team

Difacturo-Chef Rainer Kandlhofer am Beifahrersitz mit seinem rasanten Team

„Auf geht’s“, sagt der Chef, dann wird das Gaspedal durchgedrückt, der Motor heult auf und der Rennwagen zischt weg. Das Unternehmen difacturo präsentiert sich in einem Video sportlich, dynamisch – und fröhlich. Die Mitarbeiter laufen in dunklen Rennanzügen winkend zu ihren Red Bull Cars und drehen in Spielberg unter Anleitung ihre Runden. Und das ist nicht aufgesetzt. „Wir haben ein ernstes Thema, wollen aber trotzdem möglichst viel Spaß haben“, sagt Firmengründer Rainer Kandlhofer.

Ernst ist das Thema tatsächlich, auf den ersten Blick auch ein bisschen fad. Es geht um Zahlen, es geht um Buchhaltung. „Unsere Software sorgt dafür, dass eine elektronische Rechnung von A nach B kommt“, sagt der frühere SAP-Berater Kandlhofer. Klingt einfach, ist es aber nicht. Zwar verschicken schon jetzt viele Firmen und Dienstleister ihre Rechnungen als PDF per e-mail, aber das ist noch keine echte elektronische Rechnung. Denn diese PDFs müssen wie Bilder erst noch bearbeitet oder extra eingescannt werden, „da könnte man sie auch per Post schicken“, so Kandlhofer.

90 Prozent weniger Kosten

Eine echte elektronische Rechnung wird erst daraus, wenn diese Rechnung automatisch verarbeitet und verbucht wird. Doch dafür ist eine einheitliche Infrastruktur notwendig – und die bietet das Gleisdorfer Unternehmen, inklusive passender Software. „Unser Rechnungsnetzwerk ermöglicht eine voll digitale, medienbruchfreie Rechnungsverarbeitung“, sagt Kandlhofer, „dass vereinfacht sowohl Rechnungslegung als auch Rechnungseingang.“ Der große Vorteil: „Die Verarbeitungskosten für den Rechnungsversender und den Rechnungsempfänger sinken um mehr als 90 Prozent.“

Weitere Vorteile: Die Rechnungen sind kryptografisch verschlüsselt und werden automatisch archiviert, jedes Dokument gibt es dadurch nur einmal – was Fälschungen und Manipulationen ausschließt. Aber auch für Privatkunden ist es interessant, da man den Kassenbon ebenfalls über das System von difacturo auf das Handy bekommen kann. Alles gute Gründe, difacturo auch für die Wahl zum „Unternehmen des Monats“ zu nominieren.

difacturo ist das sichere internationale Netzwerk für elektronische Rechnungen, geeignet für jede Unternehmensgröße.

Allerdings: Damit das System funktioniert, müssen alle Beteiligten – also auch die Lieferanten – auf dem gleichen Stand sein. Voraussetzung dafür ist eine digitale Identität, was aber in Zeiten von open source keine Hexerei mehr ist. Alles weitere wird in Workshops vermittelt.

Als SAP-Berater hat sich Rainer Kandlhofer mehr als 15 Jahre mit Rechnungsmanagement beschäftigt, zahlreiche Systeme selber aufgesetzt. Nach zwei Jahren Vorarbeit hat er dann im August letzten Jahres difacturo gegründet. Mittlerweile hat das Unternehmen sechs Mitarbeiter, es gibt mehrere Pilotkunden. Und die Zeichen stehen auf Expansion. Ab Sommer will man sich nicht mehr nur auf den DACH-Raum beschränken, sondern auch in Italien aktiv sein.

Und wie passt das zu den Autorennen in Spielberg? „Wir entwickeln neue Dinge, und dabei passieren natürlich auch Fehler“, sagt Kandlhofer, „und nirgends lernt man schneller aus Fehlern als auf der Rennstrecke. Und Konzentration, Kondition und Kraft braucht man sowohl am Steuer eines Rennwagens als auch bei uns in der Firma – also das perfekte Training!“


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