Amazon gibt am meisten für Innovationen aus

Amazon gibt am meisten für Innovationen aus

Die Digitalisierung schiebt die Forschung an, die Budgets wurden 2018 wieder deutlich erhöht, vor allem bei US-Konzernen.

US-Internethändler Amazon investiert weiterhin weltweit am meisten in Innovation und Forschung. Chinas Unternehmen legen derzeit kräftig nach. Österreich hat zwei Unternehmen, die es weltweit in die Top-500-Innovatoren schaffen, was die Höhe der F&E-Ausgaben anbetrifft. Unter den Top-10 sind sieben US-Konzerne.

Wien. Nichts Neues ist man versucht zusagen, blickt man auf die TOP10-Konzerne mit den höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Auf den Rängen 1 bis 10 rangieren die "Altbekannten". Neun der zehn Top-Companys waren auch im Vorjahr auf der Liste der Unternehmen mit den höchsten Innovationsbudgets. Allerdings: Die Top-500-Konzerne haben insgesamt ihre Ausgaben für Forschung & Entwicklung (F&E) im Jahr 2018 gegenüber dem Jahr davor nochmals um zehn Prozent auf nunmehr 606 Milliarden Dollar erhöht. Im Jahr 2017 betrug das F&E-Investitionsplus 6 Prozent auf 552 Milliarden Dollar, wie die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY in seiner jüngsten Studie erhoben hat.

Angeführt wird die Liste wie im Vorjahr von Amazon, das sich F&E 24,4 Milliarden Dollar kosten lässt. Der Online-Händler hat sein F&E-Budget um 27 Prozent gesteigert. Rang zwei hält Google-Mutter-Alphabet, das ebenso wie im Vorjahr den zweiten Platz einnimmt und für F&E 18,2 Milliarden Dollar ausgibt. Alphabet hatte 2018 sein F&-E-Ausgaben um xx Prozent erhöht. Samsung ist ebenso wie im Vorjahr am Stockerl auf Rang 3, die Koreaner investieren 14,4 Milliarden Dollar.

Verschiebungen gibt es auf den Rängen vier bis sieben. VW tauscht mit Microsoft den Platz. Der US-Konzern rangiert nun auf Platz vier, VW ist Fünfter. Und Apple tauscht mit Intel den Platz und kommt 2018 auf Rang 6, Intel ist nun dahinter Siebenter. Roche und Johnson&Johnson nehmen wie im Vorjahr die Plätze 8 und 9 ein, auf rang 10 schiebt sich AbbVie, dass im Jahr 2017 noch auf Rang 34 platziert war. Das US-Biotechnologie- und Pharmaunternehmen hat seine F&E-Spendings um 106 Prozent erhöht.

In der Top-500-Liste sind auch mit voestalpine und Andritz zwei österreichische Unternehmen. voestalpine ist im Vergleich zum Vorjahr von Platz 323 auf 419 zurückgefallen, der Anlagenspezialist Andritz belegt Rang 478 uns ist somit erstmals unter den Top-500.

In der EY-Erhebung wurden die die weltweit 500 börsennotierten Unternehmen mit den größten F&E-Budgets untersucht. Banken, Versicherungen und Beteiligungsgesellschaften wurden in der Analyse nicht berücksichtigt.

Auslöser der steigenden F&A-Ausgaben ist unverändert die Digitalisierung, die laut EY-Erhebung einmal mehr einen Investitionsboom ausgelöst hat. Demnach würde die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zunehmend von ihrer technologischen Leistungsfähigkeit und Innovationskraft bestimmt wird, so die Ergebnisse von EY. In vielen Branchen sei ein Wettlauf um Innovationen und technologische Führerschaft entbrannt.

Die weltweite positive Konjunkturlage habe sich positiv auf das Investitionsvolumen der Unternehmen ausgewirkt. Der Umsatz der analysierten Unternehmen ist im Vorjahr um zehn Prozent gestiegen, der operative Gewinn legte sogar um 15 Prozent zu. Die F&E-Quote – also der Anteil der Forschungsausgaben am Umsatz – verharrte bei 5,2 Prozent. Den höchsten Anteil am Umsatz geben nach wie vor die US-Konzerne aus: Bei ihnen lag die F&E-Quote zuletzt bei 7,4 Prozent, die F&E-Ausgaben kletterten um 13 Prozent.

Die europäischen Konzerne haben hingegen nur fünf Prozent ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Im Vergleich zu den US-Konzernen haben sie 2018 ihre F&E- Ausgaben nur um sechs Prozent erhöht, damit weniger als halb soviel wie die US-Konzerne. Mehr als die europäischen Konzerne investierten Asiens Konzerne. Sie gaben um neun Prozent mehr aus als im Vorjahr, die F&Q-Quote betrug vier Prozent.

Europa mit Anschlussproblemen

Während die US-Konzerne bei ihren F&E-Ausgaben kräftig nachlegen, sind Konzern in Europa eher zurückhaltender. Die F&E-Ausgaben der fünf größten Investoren mit Sitz in den USA lagen insgesamt bei knapp 82 Mrd. Euro, die fünf größten europäischen Konzerne gaben nur 43 Mrd. Euro aus. "Europa hat derzeit Probleme, den Anschluss zu halten", meint Gunther Reimoser, EY-Berater und Country Managing Partner EY Österreich. "Europa wird bei Forschung und Entwicklung von den USA abgehängt."

Allerdings: Im Gegensatz zu den europäischen Unternehmen zahlen etwa Amazon, Google und etliche Biotech-Unternehmen ihren Aktionären keine Dividenden, sondern reinvestieren ihre Milliardengewinne ins Geschäft, was lange Jahre auch Apple und Microsoft getan haben.

„Zwar sind hohe Innovationsausgaben nicht gleichbedeutend mit Innovationskraft oder gar Markterfolg. Die Studienergebnisse zeigen aber, dass bei den führenden US-Konzernen insgesamt eine höhere Bereitschaft besteht, richtig viel Geld in die Hand zu nehmen, um im Wettbewerb um technologische Führerschaft ganz vorne zu sein und echte Innovationssprünge zu erzielen. Wer hingegen wenig investiert, darf auch keine großen Durchbrüche erwarten“, warnt EY-Berater Reimoser.

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