AllergoSan: Bakterien für die Gesundheit

Anita Frauwallner, AllergoSan

AllergoSan Gründerin und Chefin Anita Frauwallner: Gesunde Bakterien als Erfolgsrezept

Das Grazer Unternehmen AllergoSan hat sich mit Probiotika der Erfolgsmarke Omni-Biotic einen Namen gemacht hat. Nun wurde AllergoSan, das zum Sprung in die USA ansetzt, zum steirischen Unternehmen des Monats gekürt.

Sie haben komplizierte Namen wie „Bifidobacterium bifidum“ oder „Lactococcus lactis“ und leben im menschlichen Darm. Es sind nützliche Bakterien, die nicht nur maßgeblich an unserer Verdauung beteiligt sind, sondern auch eine zentrale Rolle für das Immunsystem spielen, indem sie gefährlichen, krankmachenden Keimen das Leben in unserem Darm so schwer als möglich machen. Sechs besonders wichtige, nützliche Bakterienstämme sind in Omni-Biotic 6 enthalten, dem Pionierprodukt des Instituts AllergoSan.

Seit 1996 ist diese spezielle Bakterienkombination bereits auf dem Markt, und in Österreich und Deutschland eines der meistverkauften Produkte des Unternehmens. „Wir sind nicht nur am stärksten nachgefragt, sondern werden auch am öftesten nachgebaut“, schmunzelt Anita Frauwallner, Gründerin und Geschäftsführerin des Unternehmens. Die Qualität des Instituts AllergoSan könne man aber nicht erreichen, weshalb sich viele Nachbauten auch bald wieder vom Markt verabschieden. Jetzt kommt für das erfolgreiche Unternehmen eine weitere Auszeichnung dazu: In der Online-Befragung der Steirischen Förderungsgesellschaft SFG wurde AllergoSan mit deutlichem Abstand zum „Unternehmen des Monats“ gewählt.

Allergenfreie Lebensmittel als Startpunkt

Gegründet wurde das Unternehmen 1991 auf Anregung mehrerer naturheilkundlicher Ärzte: „Damals ging es in erster Linie um allergenfreie Lebensmittel und Medikamente“, erinnert sich Frauwallner. Ein schwerer Schicksalsschlag in der Familie in Form von Darmkrebs lenkte das Interesse allerdings in Richtung des Darms und seiner Bewohner, und durch die richtigen Kontakte zu europäischen Spezialisten in der Mikrobiologie war von Anfang an hohe wissenschaftliche Kompetenz gewährleistet.

„Es gab damals nur wenig Menschen, die sich für den Einsatz probiotischer Bakterien in der Medizin interessierten, man hatte damals vielleicht einen Stamm und war froh, wenn man den effektiv züchten konnte“, erinnert sich Frauwallner. Im Darm eines gesunden Menschen leben aber rund 500 verschiedene Arten und jeder Bakterienstamm könne etwas anderes. Für ein gutes Probiotikum benötige man eine Kombination aus so genannten Leitkeimstämmen, die in jedem Menschen vorkommen. Deshalb war es Anita Frauwallner immer wichtig, mehrere Bakterienstämme zu kombinieren, die ideal aufeinander abgestimmt sind.

Schnelle Wirkung, schneller Erfolg

Der Erfolg stellte sich rasch ein, nachdem das erste Probiotikum von AllergoSan auf den Markt gekommen war. „Das hat damit zu tun, dass unsere Produkte schnell spürbar sind, innerhalb weniger Wochen bemerkt man einen deutlichen Unterschied.“ Für die Produktion seiner Probiotika“ vertraut AllergoSan ausschließlich auf Firmen in der EU, welche die verschiedenen Bakterienstämme unter strengen Qualitätsrichtlinien züchten, stabilisieren und in den verschiedenen Produkten vereinen. „Wir greifen auf die Dienste hochspezialisierter Unternehmen zurück“, so Frauwallner.

AllergoSan Zentrale in Graz

Ein probiotisches Zentrum: Die neue Firmenzentrale von AllergoSan in Graz-Puntigam

Verwendet werden nur Bakterienstämme, die natürlich im Menschen vorkommen. Das sei zwar teurer, aber eben spürbar besser. Großer Wert wird darauf gelegt, dass die Bakterienstämme die Passage durch den säurebetonten Magen-Darm-Trakt unbeschadet überstehen. „Wir diskutieren nicht über Qualität, sie ist unsere Firmen-DNA.“

Neben den probiotischen Produkten für den Darm sind pflanzliche Substanzen, meist in Kombination mit Vitaminen und Mineralstoffen, ein weiteres Standbein von AllergoSan. Ein bekanntes Erzeugnis ist das Papaya-Konzentrat Caricol, welches bei Beschwerden wie Verstopfung und Blähungen angewandt wird. „Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Innovationen zu entwickeln, die dem gesamten Menschen verpflichtet sind und die Natur in den Gesundungsprozess einbezieht“, schildert Frauwallner die generelle Ausrichtung ihres Unternehmens.

Nachfolge und Expansion

Damit das so bleibt, ist vor sechs Jahren ihr Sohn Bernd Assinger in das Unternehmen eingetreten. „Wir sind kein Start-up, das hochgepusht und dann verkauft wird“, versichert die Firmenchefin. Die finanzielle Grundlage dafür ist auch da, man sei seit 2004 jedes Jahr im zweistelligen Prozentbereich gewachsen ist. Vor gut einem Jahr wurde auch die neue Firmenzentrale in Graz-Puntigam bezogen, wo derzeit rund 100 Mitarbeiter tätig sind.

Bekannt ist das Institut AllergoSan mittlerweile nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch in Südost-Europa und Teilen Asiens. Der nächste große Schritt ist der Start des Vertriebs in den USA. „Die Vorbereitungsarbeiten dafür sind weit gediehen“, freut sich Anita Frauwallner auf neue Märkte und Herausforderungen.


AllergoSan wurde von der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG im März 2019 zum "Unternehmen des Monats" gewählt. Das Unternehmen konnte sich mit deutlichem Vorsprung gegenüber die weiteren Finalisten, USound sowie Buben & Zörweg durchsetzen.

Die Wahl des "Unternehmens des Monats" wird seit Oktober 2017 durchgeführt. Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen sowie zu den bisherigen Preisträgern finden Sie auf der Website unternehmen-des-monats.at


Vielen Dank für die inhaltliche Unterstützung an die SFG

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