Die Zukunft ist digital - weit über die Krise hinaus

Gastkommentar von Patricia Neumann, Generaldirektorin IBM Österreich: Wie digitale Technologien die Resilienz von Unternehmen in der Post-Corona-Zeit verbessern können.

Thema: Digitalisierung: Vorwärts in die Zukunft
Die Zukunft ist digital - weit über die Krise hinaus

Als IT-Unternehmen befanden wir uns während der Ausgangsbeschränkungen in einer guten Ausgangssituation: Innerhalb weniger Tage konnten im März alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von zu Hause aus arbeiten, und unsere Kunden erhielten weiterhin beste Unterstützung. Möglich war das, weil wir als IT-Unternehmen unsere Kultur und Prozesse bereits davor digitalisiert hatten.

Als dann die Krise kam, erwiesen sich die großen Versprechen der Digitalisierung - wie mehr Flexibilität, mehr Agilität - als stichhaltig. Für ein Technologieunternehmen fällt digitales Arbeiten nicht mehr unter das "neue Normal", sondern ist Standard. Für viele Betriebe, Organisationen und Institutionen trifft das nicht zu. Das gilt es zu ändern.

eine Frage der Kultur

Kurzfristig helfen der Wirtschaft Maßnahmen wie die Ausweitung der Kurzarbeit, Kredite und Garantien. Mittelfristig gilt es jedoch, die Unternehmen zu stärken, indem Geschäftsabläufe digitalisiert werden und die Belegschaft fit für das flexible Arbeiten von zu Hause aus gemacht wird.

Technisch waren viele auf den Wechsel ins Homeoffice nicht vorbereitet. Auch das schnelle Nachrüsten gestaltete sich als schwierig, da es bald an Geräten mangelte. Zudem waren vielerorts die Infrastrukturen und Sicherheitsvorkehrungen nicht auf den Wechsel eingestellt. Auf der anderen Seite machten viele die Erfahrung, dass - wenn die Leitungen sicher standen - die digitale Arbeit aus dem Homeoffice funktioniert.


Lektionen ziehen und den Kulturwandel unterstützen.

Auf dieser Erfahrung lässt sich jetzt aufbauen: Die entsprechenden Maßnahmen sollten auf Cloud-basierte Lösungen, das sichere Management von ausreichend verfügbaren mobilen Arbeitsgeräten sowie die Erhöhung der Cybersicherheit abzielen. Begleitend dazu gilt es, den damit einhergehenden Kulturwandel zu unterstützen.

Digitales Arbeiten betrifft im weiteren Sinne aber auch den Bildungsbereich. Die Herausforderungen sind ähnlich gelagert wie in Unternehmen: Wie können die Bildungseinrichtungen die digitale Zusammenarbeit zwischen Ausbildern, Lehrern und Dozenten und den Auszubildenden, Schülern und Studenten ermöglichen? Die Antworten darauf mussten in der Krise unter hohem Zeitdruck gefunden werden.

Aus diesen Erfahrungen gilt es jetzt, die Lektionen zu ziehen. Die konsequente Digitalisierung der Bildungsvermittlung erhöht einerseits die Resilienz des Systems bei möglichen Rückfällen oder neuen Krisen. Sie ermöglicht darüber hinaus aber auch eine grundsätzliche Weiterentwicklung der Wissensvermittlung, indem Inhalte zeitgemäß auch digital und auf mobilen Geräten auf unterschiedliche Weise bereitgestellt werden und somit ein hybrides Modell des Unterrichts ermöglichen.

Technik bringt Transparenz

Zu Beginn der Krise ist auch dem Konsumenten plötzlich bewusst geworden, wie viel von Lieferketten und deren Verlässlichkeit abhängt. Symptomatisch für das erschütterte Vertrauen waren die Hamsterkäufe. Das Aufrechterhalten der Lieferketten während der Pandemie erforderte enormen Einsatz von allen Beteiligten. Und zum Funktionieren gehört nicht alleine der Transport der Waren, sondern auch die zeitnahe, verlässliche Information zu Lieferstatus und Verfügbarkeit - also Transparenz. Fehlt diese Transparenz, wirkt sich das in kürzester Zeit auf die Logistik- und Produktionsprozesse aus.

Digitale Technologien ermöglichen ein Monitoring globaler Zuliefernetzwerke auch über verschiedene Sektoren hinweg und bringen damit die dringend benötigte umfassende Transparenz im gesamten Ökosystem. Blockchain-basierte Industrieplattformen bieten hierfür eine erprobte Lösung. Über sie lassen sich auch in komplexen Lieferketten nahezu in Echtzeit Daten zum Zustand der Fracht oder zur Lokalisierung der entsprechenden Container austauschen.

Es gibt also eine ganze Reihe von Antworten darauf, wie wir die Resilienz von Unternehmen verbessern können. Sie weisen in eine digitalere Zukunft, die uns nicht nur besser auf Krisen wie die Pandemie vorbereitet, sondern auch auf andere Herausforderungen für den Standort Österreich. Jetzt gilt es, diese Antworten in die Tat umzusetzen. Mutig und beherzt über die Krise hinaus.


EFA2020

Patricia Neumann, Generaldirektorin IBM Österreich, ist eine von über 200 Speakerinnen am European Forum Alpbach 2020. Mehr zum #EFA2020 finden Sie im trend-Thema EFA2020


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