Wunsch-Lego aus dem 3D-Drucker

Demokratisierung der Klötzchen: Auf Websites wie minifigs.me bekommt Lego Konkurrenz von privaten 3D-Druckern. Sogar das eigene Gesicht lässt sich auf den Kopf einer Legofigur drucken.

Wunsch-Lego aus dem 3D-Drucker

Die Rock-Band "Queen", Kate Middleton, Sebastian Vettel oder Daft Punk: Auf Webseiten wie minifigs.me wird die Lego-Wunschfigur zur Realität erweckt. Ein 3D-Drucker formt kleine Stars, Prominente und Musiker aus Vinyl, demselben Grundstoff, aus dem auch Schallplatten hergestellt werden.

Vom Foto zum personalisierten Lego-Männchen

Das Besondere an der Drucktechnik: Man kann sich auf der Webseite sein eigenes, personalisiertes Lego-Männchen anfertigen lassen. Ob männlich oder weiblich, Bart- oder Brillenträger, grüne oder blaue Hose, in den Kategorien Kopf, Haare, Körper, Beine und Accessoires lässt sich die Figur individuell gestalten. Beim Körper kann sogar ein Foto als Vorlage genutzt werden.

Bis die Wunschfigur fertig ist, muss man sich jedoch gedulden: Rund drei Wochen dauert die Produktion. Hinter der Seite steckt ein Lego-Enthusiast, der nach eigenen Angaben über 100.000 Lego-Steine sein Eigen nennt.


Bild: Screenshot minifigs.me

Auf Seiten von Lego ist man hinsichtlich der Heimproduktion noch skeptisch: "Die 3D-Drucker sind noch kein Ersatz für unsere Produktion, weil die Qualität nicht ausreicht und die Kosten zu hoch sind", sagt Martina Augenstein, Pressesprecherin für Lego DACH, zu format.at. Lego verwende allerdings selbst verschiedene 3D-Druckmethoden, um Prototypen herzustellen.

Rechtlich gesehen dürfen selbst hergestellte Lego-Steine oder Figuren das Lego-Logo nicht tragen. "Bisher haben wir keine Markenrechtsverletzungen festgestellt", so Augenstein, "aber man müsste sich jedes Teil genau ansehen."

Social-Crowd-Plattform für eigene Lego-Ideen

3D-Drucker eröffnen etwa auch neue Vertriebswege für extravagante Lego-Modelle, die weniger die Masse ansprechen, sondern mehr für die Nische gedacht sind. So können etwa seit einiger Zeit auf der Social-Crowd-Plattform Cuusoo Lego-Fans ihre Fantasie zur Realität machen.

Auf der Website können Lego-Jünger über Bausatz-Projekte von Gleichgesinnten abstimmen. Lego prüft vierteljährlich alle Ideen, die mehr als 10.000 Unterstützer erreichen und entscheidet, ob es ein offizielles Lego-Produkt wird, sprich reif für den Markt ist. Im Zeitalter der digitalen Technologien kämpfen auch die Spielzeughersteller um Marktanteile. Statt mit den Legosteinen spielen immer mehr Kinder mit dem Smartphone oder dem Ipad.

Mit den bunten Bausteinen erwirtschaftete der dänische Spielwarenkonzern 2013 einen Rekordgewinn von rund 820 Millionen Euro. Zu den meistverkauften Produktlinien weltweit gehören Lego City, Star Wars und Duplo. Im Spielzeugbereich in Österreich hat Lego einen Marktanteil von 18 Prozent.

Benjamin Grether, Steering Lab Horváth Managementberatung

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