Wie Robotics zum Effizienzbringer wird

Wie Robotics zum Effizienzbringer wird

Hendrik Liesert, Horváth & Partners Stuttgart

Gastbeitrag von Hendrik Liesert, Experte für IT Management & Transformation. Wie intelligente Prozessautomatisierung Unternehmen neue Dimensionen eröffnet.

Härterer Wettbewerb und steigende Kundenanforderungen zwingen Unternehmen, die Effizienz ihrer Leistungserbringung zu erhöhen. Mit intelligenter Prozessautomatisierung – dem smarten Zusammenspiel unterschiedlicher Technologien – können sie jetzt ganz neue Dimensionen eröffnen. Doch wie geht das am besten?

Die intelligente Prozessautomatisierung basiert auf verschiedenen Technologien, die aufeinander aufbauen und Hand in Hand arbeiten, um einen möglichst hohen Automatisierungsgrad zu realisieren. Robotic Process Automation (RPA) etwa beschreibt den Einsatz von Software zur Automatisierung von repetitiven, regelbasierten Prozessen unter Verwendung strukturierter Daten.

Cognitive Automation (CA) nutzt maschinelles Lernen, um auch unstrukturierte Daten zu analysieren und Muster zu erkennen. Digital Assistants (DA) sind Software-Helferlein mit sprach- und textbasierten Benutzeroberflächen, die relevante Informationen aus gesprochenen oder geschriebenen Texten herausholen. Autonomous Agents (AA) gehen sogar noch einen Schritt weiter zur künstlichen Intelligenz: Sie können Entscheidungen ganz autonom und von selbst herbeiführen.

Ganzheitlicher Ansatz

Der Einsatz intelligenter Automatisierungstechnologien erfordert ein ganzheitliches Konzept, um Einsparungen in großem Maße zu generieren. Dazu wird meist ein eigenes Automation Center of Excellence (CoE) gegründet, um entsprechende Vorhaben zu bündeln und strategisch weiterzuentwickeln – verankert beim CIO oder beim CFO. Mit zunehmendem Fortschritt wandert die Verankerung oft zum CEO, um die Automatisierung mit entsprechendem Rückhalt der Geschäftsführung voranzutreiben.

Eine zentrale Frage ist dabei, ob das CoE zentral oder dezentral organisiert wird. Das zentrale Modell empfiehlt sich, wenn die Automatisierungsfähigkeiten noch nicht weit verbreitet, die Ressourcen nur in beschränktem Maße vorhanden und Plattformen sowie Systeme über alle Funktionsbereiche verteilt sind.

Bei dezentralen Modellen ist der Reifegrad der Automatisierung meist deutlich weiterentwickelt. Hier sind die Plattformen und Technologien der einzelnen Geschäftseinheiten schon gut organisiert und koordiniert. Wichtig ist in allen Fällen, dass das CoE die zentrale Steuerung übernimmt und sämtliche Automatisierungsinitiativen steuert.

Organisatorischer Rahmen

Das Center of Excellence kann eingerichtet werden, um Strategie und Vision des Automatisierungsvorhabens zu entwickeln und alle Automatisierungsbelange zentral zu steuern. Das schließt benötigte Skills und Sicherheitsstandards ebenso ein wie Best Practices und sonstige Ressourcen. So lassen sich bereits umgesetzte Automatisierungslösungen, bestehende Anbieter und Lizenzen besser konsolidieren und optimieren. Denn nur in enger Zusammenarbeit mit den einzelnen Fachabteilungen können Robotics-Experten wirklich intelligente Automationslösungen entwickeln.

Interdisziplinäre Zusammenstellung

Dementsprechend interdisziplinär muss die „Robotics-Zentrale“ agieren. Während die technologiefokussierten Teams die operative und technisch machbare Seite des jeweiligen Vorhabens absichern, sind die Changemanagement-Teams für die erfolgreiche Kommunikation und Implementierung im Unternehmen verantwortlich.

Auch auf Seiten der Fachabteilungen werden neue Rollenbilder benötigt, um den fachgerechten Informationsaustausch zu garantieren. Sogenannte Automation Representatives übernehmen die Kommunikation mit dem CoE und fungieren als Treiber der Abteilung und Potenzialbewerter für intelligente Lösungen. Daneben sind sogenannte Use Case Owners für die Dokumentation und das Monitoring der Prozesse zuständig. Erst das reibungslose Zusammenspiel der Technologie-, Fachbereichs- und Changemanagement-Experten ermöglicht die Rundumbetrachtung der Automatisierungsvorhaben und erleichtert damit die Zusammenarbeit.

Fazit: Die Potenziale intelligenter Prozessautomatisierung sind vielseitig. Damit die Implementierung der Automatisierungstechnologien tatsächlich zum Erfolg wird, müssen diese jedoch durch ein Excellence Center koordiniert und von Changemanagement-Teams begleitet werden. Das schafft die kulturellen Voraussetzungen und die Akzeptanz für den zu erwartenden Technologiesprung, der am Ende die Effizienzpotenziale hebt.

Das White Paper „Beyond RPA: Intelligente Prozessautomatisierung: Auf dem Weg zum großflächigen Einsatz“ steht zum Download auf der Homepage der Managementberatung bereit => LINK .


Der Autor

Hendrik Liesert ist Berater für IT Management & Transformation bei Horváth & Partners Stuttgart.. E-Mail: HLiesert <AT> horvath-partners.com


Die Serie "Management Commentary" ist eine Kooperation von trend.at und der Unternehmensberatung Horváth & Partners. Die bisher erschienen Beiträge finden Sie zusammengefasst im Thema "Management Commentary".


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