Wie digital ist unsere Wirtschaft? [trend-Umfrage]

Erstmals wurde im Rahmen der trend TOP 500 eine Umfrage zum Status der Digitalisierung unter den Unternehmen durchgeführt. 50 erhielten eines der drei Prädikate "Excellence","Transformation" oder "Digital Fitness".

Wie digital ist unsere Wirtschaft? [trend-Umfrage]

Der Ausbruch der Pandemie hat zu einem Digitalisierungsschub in der österreichischen Wirtschaft geführt. Dieser Satz ist inzwischen landauf, landab dermaßen häufig zu hören, dass er längst zu einer Plattitüde verkommen ist, die kaum noch etwas aussagt. Aber natürlich hat sie einen wahren Kern: Die massiven Einschränkungen im Wirtschaftsleben haben auch Unternehmen gezwungen, sich noch mehr mit digitalen Technologien auseinanderzusetzen, die das bis dahin nicht so weit oben auf ihrer Prioritätenliste hatten, vor allem auch im Mittelstand. Und da sprechen wir nicht nur von Zoom-Konferenzen oder Homeoffice-Tools, sondern auch über Möglichkeiten, die digitale Kundenakquise und Beschaffung, Cloud-Lösungen oder die Steuerung des Lieferketten- und Flottenmanagements bieten, plus die Verbesserung der Cybersecurity.

Aus diesem Grund hat der trend in diesem Jahr die Erhebung für die TOP-500-Rangliste erstmals mit einer Umfrage zum Status der Digitalisierung in Österreichs größten Unternehmen verbunden. Auf Anregung und in Kooperation mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort sollen sich daraus Anhaltspunkte für den Digitalisierungsfortschritt in der heimischen Wirtschaft ergeben. Das Ministerium und die von diesem initiierte Plattform fit4internet wollen Unternehmen Instrumente in die Hand geben, um eine für sie passende Digitalisierungsstrategie umzusetzen. Die Basis dafür sind ausreichende digitale Konzepten auf der Höhe der Zeit. Der Verein fit4internet verfolgt das Ziel der Qualifizierung und Quantifizierung digitaler Skills in den Betrieben sowie digitaler Kompetenzen in der gesamten Gesellschaft.

Hohe Teilnahmequote

Knapp die Hälfte der kontaktierten Unternehmen hat den Fragebogen ausgefüllt. Und zwar häufig äußerst gewissenhaft: Viele haben nicht nur definierte Antwortmöglichkeiten angekreuzt oder angegeben, welcher Anteil ihres Weiterbildungsbudgets für digitale Themen reserviert ist oder inwieweit sie Data Analytics zur Verbesserung der internen und externen Prozesse einsetzen. Oft wurden auch Projekte ausführlich beschrieben, die bereits in Angriff genommen oder einsatzbereit sind - von der voll digitalisierten Fertigungslinie bis zur selbst entwickelten Cybersecurity-Lösung.

Quelle: trend TOP 500 Umfrage Digitalisierungsfortschritt; Durchschnittsangaben aller Unternehmen.

In manchen Fällen wurde die Teilnahme mit Hinweis auf den Zeitaufwand verwehrt - oder weil Unternehmen keinen Gesamtverantwortlichen für die Digitalisierung haben und dadurch die Beantwortung der Fragen erst mittels eines Meetings mehrerer Abteilungs- bzw. Bereichsleiter möglich gewesen wäre. Ein einziges Unternehmen winkte mit der Begründung ab, dass man Digitalisierung als nicht besonders notwendig und nützlich erachtet, sondern als Gimmick und vorübergehende Modeerscheinung. Ein Zugang, der sich auf Dauer mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht durchsetzen wird.

Quelle: trend TOP 500 Umfrage Digitalisierungsfortschritt; Durchschnittsangaben aller Unternehmen.

50 Auszeichnungen

Auf Basis der Umfrageergebnisse wurden nach einem Bewertungsschlüssel 50 Unternehmen für die drei Kategorien "Digital Excellence", "Digital Transformation" und "Digital Fitness" ausgewählt - quer durch alle Branchen und vom familiengeführten Mittelständler bis zum Milliardenkonzern. Der gemeinsame Nenner ist eine - unterschiedlich ausgeprägte -Vorreiterrolle im Einsatz digitaler Technologien, die als Vorbild dienen kann. Bewertet wurde getrennt nach Branchen und Unternehmensgröße, was vier Kategorien ergibt. Denn die Antwort auf die Frage nach dem "Anteil der Mitarbeiter mit Remote-Zugang zur Arbeit" hat bei einem Produktionsbetrieb eine andere Bedeutung als bei einem Dienstleister. Oder: Eigenentwickelte IT-Lösungen sind bei einem Riesenkonzern selbstverständlicher als bei einem 180-Millionen-Betrieb, ebenso ein verantwortlicher Chief Digital Officer auf Ebene des Vorstands oder der Geschäftsführung. Auch wurde zum Beispiel bei Industriebetrieben der digitale Anteil in der Materialbeschaffung abgefragt, bei Händlern hingegen der Onlineanteil am Gesamtumsatz (siehe Grafiken unten). Besonders wichtige Faktoren wie der Anteil der (F&E-)Investitionen für Digitalisierungsprojekte wurden stärker gewichtet.

Quelle: trend TOP 500 Umfrage Digitalisierungsfortschritt; Durchschnittsangaben aller Unternehmen.

Ein gutes Bild

In Summe zeichnen die Ergebnisse ein gutes Bild vom Digitalisierungsgrad österreichischer Unternehmen. Zahlreiche kleinere und einer breiten Öffentlichkeit weniger bekannte Unternehmen schafften es genauso unter die 50 Ausgezeichneten wie Großkonzerne. Die meisten Vertreter der TOP 500 arbeiten an wichtigen Digitalisierungsprojekten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit längerfristig abzusichern. Jene in der ersten Kategorie, " Digital Excellence", haben bereits wichtige Teile ihres Business an die Möglichkeiten, die neue digitale Technologien eröffnen, angepasst. "Digital Transformation" steht für eine Entwicklungsstufe, in der dieser Prozess bereits eingeleitet wurde, während andere Unternehmen dabei sind, ihre "Digital Fitness" zu festigen, Lösungen zu evaluieren und an deren Implementierung zu arbeiten.

Mit dem Prädikat "Digital Excellence" wurden etwa Unternehmen versehen, die eigene Apps in Verwendung haben, die in ihrer gesamten Branche als State-of-the-Art bezeichnet werden können. So die Driver-App des Autologistikers Hödlmayr, mit der die Fahrer "on Tour" sämtliche Auftragsdaten online einsehen und verwalten können. Die Stieglbrauerei wiederum hat effiziente interne Strukturen für die Erweiterung der Digital Skills ihrer Mitarbeiter eingeführt.

Zur "Silber"-Kategorie zählen zum Beispiel die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die mit einem Tiroler Start-up kooperiert, oder der Konsumgüterspezialist Henkel CEE, der sich mit einem Bündel an Digitalisierungsprojekten bis 2030 eine Effizienzsteigerung um ein Drittel verspricht, weiters die Bäckerei Ölz, die auf Cloud-Lösungen setzt und eine digitale Plattform verwendet, die das gesamte Geschäft von der Posteinlaufstelle über den Vertrieb bis zur Marktpräsenz kontrolliert, oder das IT-Handelsunternehmen Omega, das schon den Großteil seiner Kunden rein digital akquiriert.

"Digital Fitness" beweisen Unternehmen wie der Flughafen Wien, den die Coronapandemie vor besonders schwierige Herausforderungen stellt, oder die Rhomberg Holding, die das Bauen 4.0 vorantreibt.

Wozu es keiner Umfrage bedürfte, ist die Erkenntnis, dass in naher Zukunft kein Unternehmen mehr zu den 500 wichtigsten des Landes gehören wird, das die Digitalisierung in allen ihren Facetten verschläft.


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