Wie CFOs die Digitalisierung meistern

Stefan Bergsmann, Österreich-Geschäftsführer von Horváth & Partners

Stefan Bergsmann, Österreich-Geschäftsführer von Horváth & Partners

Gastkommentar von Stefan Bergsmann, Geschäftsführer Horváth & Partners Österreich: Die fortschreitende Digitalisierung macht eine grundlegende Transformation des Finanzbereichs notwendig. Agile Organisationsformen und flexible IT-Prozesse sind für viele Konzerne bis dato aber nur Schlagworte. Was fehlt sind verlässliche Steuerungsinstrumente und attraktive Versuchslabors.

Finanz- und Kundendaten sind wertvoll für die Unternehmenssteuerung. Bisher dienten sie jedoch vor allem dazu, vergangene Entwicklungen zu bewerten und nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen. Neuere Technologien verschieben diesen reaktiv-analysierenden Ansatz in Richtung proaktiver Prognose. Laut einer aktuellen Studie von Horváth & Partners sehen Finanzentscheider darin sogar einen absoluten Trend.

Algorithmen und die intelligente Analyse externer und interner Datenquellen – sprich Künstliche Intelligenz (KI) – werden zum Gebot der Stunde.

Sehnsucht nach Algorithmen

160 CFOs im DACH-Raum nahmen an der Befragung teil und die Ergebnisse sind eindeutig: Drei von vier Entscheidern messen innovativen Analysemethoden (Advanced Analytics) eine immer größere Bedeutung zu, um zukunftsgerichtete Entscheidungen zu unterstützen.

Neue Prognosemethoden auf Basis von Maschine Learning- und Data Mining-Ansätzen (Predictive Forecasting) werden so höchst dringlich herbeigesehnt – und das, obwohl jedes zweite Unternehmen noch immer meilenweit von einer Standardisierung oder Automatisierung entfernt ist.

Rückstand bei Umsetzung

Nur wenige Finanzabteilungen sind heute schon so weit, dem Anspruch an die vorausschauende Planung und Steuerung gerecht zu werden. Erst in jedem fünften Unternehmen werden moderne Planungsmethoden angewendet. Auch in der Automatisierung der Abläufe hängen die Finanzabteilungen hinterher: Nur jedes zweite Unternehmen hat bereits entsprechende Maßnahmen umgesetzt, obwohl alle Befragten darin den größten Hebel zur Effizienzsteigerung sehen.

Vielversprechende Automationstechnologien wie Robotic Process Automation (RPA) sind derweilen noch ein Minderheitenprogramm.

Agilität als Schlüsselkompetenz

Doch an der Transformation der Finanzabteilung hin zu einer dynamischen, digitalen Organisation führt kein Weg vorbei. Finanzentscheider müssen lernen, den Wandel als Daueraufgabe zu begreifen und ihre Organisation entsprechend aufstellen. Dazu müssen Strukturen, Prozesse, Informations- und Kommunikationswege auf Agilität getrimmt werden.

Diese Erkenntnis teilen übrigens auch die befragten Entscheider: Agile Organisationsformen und Arbeitsweisen sind die großen Herausforderungen für die Zukunft. Bewältigt werden können sie etwa mit dem Aufbau eigener „Digital Labs“, um agile Arbeitsmethoden zu testen und zu implementieren.


Der Autor

Stefan Bergsmann ist Österreich-Geschäftsführer Unternehmensberatung Horváth & Partners E-Mail: sbergsmann <AT> horvath-partners.com


Für die CFO-Studie 2019: „Vom Trend zur Realität - Wie CFOs die Digitalisierung meistern“ [LINK] der Managementberatung Horváth & Partners wurden 160 internationale Führungskräfte aus dem Finanzbereich befragt. [=> Download PDF]


Die Serie "Management Commentary" ist eine Kooperation von trend.at und der Unternehmensberatung Horváth & Partners. Die bisher erschienen Beiträge finden Sie zusammengefasst im Thema "Management Commentary".


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