4 Schritte zur effizienten Webseiten-Übersetzung für Startups

4 Schritte zur effizienten Webseiten-Übersetzung für Startups

Potentielle Märkte finden sich überall und Unternehmen sind längst nicht mehr an ihr Herkunftsland gebunden (so sie das überhaupt jemals waren). Spätestens seit der Entstehung des Internets und der Globalisierung ist es möglich, weit über die Grenzen von Ländern und Kontinenten hinweg potentielle Kunden zu erreichen.

Dass man aber in Frankreich mit Deutsch oder in Indien mit Schwedisch nicht weit kommt, dürfte klar sein. Um die Zielgruppe wirklich anzusprechen und abzuholen, ist aber eine rein englische Webseite auch nicht das Gelbe vom Ei. Die individuelle, präzise Anpassung ist in kultur- und sprachenübergreifenden Bereichen genauso wichtig, wie im einsprachigen Marketing.

Schritt 1: Auf welche Zielregion soll man die Webseite lokalisieren?

Als allererstes muss evaluiert werde, welchen Nutzen eine Internationalisierung hat und wie groß dieser Nutzen ist. Denn, genau danach richtet sich der Aufwand, der dafür betrieben werden sollte. Die zentrale Frage, die sich stellt: Ist es überhaupt sinnvoll auch andere Sprach- und Kulturgruppen anzusprechen?

Ist die Antwort darauf prinzipiell einmal Ja, steht als nächste Frage jene nach der konkreten Zielregion im Raum. Üblicherweise löst man, wenn man ein Produkt auf den Markt bringt, damit (hoffentlich) irgendein konkretes Bedürfnis bzw. ein Problem. Man wird sich also überlegen, in welchen Regionen dieser Erde dieses Bedürfnis potentiell besteht.

Schritt 2: Transcreation statt Translation

Viele begehen den Fehler, ein Land eins zu eins mit nur einer Sprache, nur einem Kulturkreis und nur einer demographischen Gruppe gleichzusetzen. Auch innerhalb einer geographischen Region gibt es verschiedene Typen von Kunden und die gilt es jeweils differenziert anzusprechen.

Auch Sprache ist nicht gleich Sprache. Das einfachste Beispiel: American und British English. In beiden Märkten zu werben heißt in beiden Sprachen zu schreiben. Denn wer in den USA ein purse verkaufen will, kann das im UK nicht mit demselben Begriff tun.

Transcreation bedeutet, im Unterschied zu Translation, dass alle Bereiche des kommunikativen Agierens mitübersetzt werden. Das heißt, dass nicht einfach nur Begriffe ausgetauscht werden, sondern auch Daten, Zahlungsmittel, sowie regionale und kulturelle Eigenheiten miteinbezogen werden.


So wenig in Australien mit US-Dollar auf der Webseite geworben werden kann, werden sich auch nicht alle auf den gleichen Liefertermin freuen, wenn als Datum 10/11/18 angegeben wird. Und Englisch ist genauso wenig Englisch, wie in der Schweiz nur Deutsch gesprochen wird. Es sei denn, man will ohnehin nur für die deutschsprachige Sprachgemeinschaft werben?
Der Punkt ist, dass Sprache so sensibel anzusehen ist, wie alle anderen zielgruppenspezifischen Parameter auch. Für gewöhnlich wird im Marketing auf sogenannte Soziolekte viel Wert gelegt. Demgemäß dürfen auch Regiolekte nicht außer Acht gelassen werden.

Aus webtechnischer Sicht gibt es auch einiges zu beachten. Ist in der Zielregion beispielsweise überhaupt Google die wichtigste Suchmaschine? In China und Südkorea ist Google unter den meist verwendeten Suchmaschinen nicht mal auf Platz 2 und in Russland ist Yandex.ru der Marktführer. Außerdem müssen, ob Google oder andere Suchmaschinen, Keywords und die gesamte SEO angepasst werden. Spricht mein Content Management System überhaupt Französisch oder Indisch und wie viele Vorteile brächte eigentlich eine lokale Domain?

Fragen über Fragen. Ein professionelles, intensives Networking mit Branchenkollegen in den Zielmärkten bringt Antworten. Sie helfen vor allem auch nach der Übersetzung damit, ob auch wirklich alle branchen- und zielgruppenspezifischen Termini richtig verwendet wurden und die Texte in der Form auch in der Zielsprache ansprechend und ‚rund‘ sind.

Schritt 3: Holen Sie sich Hilfe, aber bitte kein Google Translate

Eine professionelle Übersetzung kostet viel Geld, schon klar. Aber Sprache ist ein so immens sensibles Feld und schon ein Wort, das an der ein oder anderen Position so üblicherweise nicht steht, kann unheimliche Konsequenzen für die Bedeutung einer Aussage haben. Da ist die gesamte präzise USP- und CI-Arbeit, die davor schon fürs Unternehmen geleistet wurde, umsonst gewesen. Zumindest für die neue Zielregion.

Ein guter Übersetzungsdienst hingegen, ist genau darauf geschult jede einzelne Bedeutungsnuance in eine andere Sprache zu übertragen. Die Übersetzer, idealerweise Muttersprachler, wissen über die Bedeutungsfelder der Wörter Bescheid, kennen Schlupflöcher für scheinbar unübersetzbare Ausdrücke und haben profunde Kenntnis über Sprache und Konzepte der Zielsprache. Maschinenübersetzer, wie Google Translate oder auch DeepL, können (zumindest nach dem heutigen Stand) nicht im Ansatz das leisten, was ein Mensch hier leisten kann.

Außerdem übersehen die Profis nichts, haben genau im Blick, was auf der Webseite alles übersetzt gehört, oder stellen praktische Tools zur Verfügung, die die Aufgabe der Webseiten-Übersetzung zum Kinderspiel machen. Es gibt auch Büros die eigene Plug-ins für die gängigsten CMS Systeme zur Verfügung stellen.

Schritt 4: Regelmäßige Pflege

Den eigenen Content auf dem aktuellsten Stand zu halten, gilt eigentlich als Selbstverständlichkeit. Operiert man aber in mehreren Sprachen, wird schnell mal darauf vergessen. Fremdsprachige Kunden erwarten sich aber ebenso eine professionelle, umfassende und brandaktuelle Fassung aller Inhalte, um zum Käufer bzw. zum ‚Fan‘ der Marke oder des Unternehmens zu werden bzw. zu bleiben.


Autorin: Mag. Ljubica Negovec (Übersetzungsbüro allesprachen.at)

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