Volkswagen steigt groß bei Uber-Konkurrent Gett ein

Volkswagen steigt groß bei Uber-Konkurrent Gett ein

Gett-Dienste sind wie bei Uber über Internet zu ordern.

Der Volkswagen-Konzern hat sich mit 300 Millionen Dollar am Fahrdienstleister Gett beteiligt. VW soll für die Start-up-Company in Europa Schrittmacherdienste leisten. Der Autoriese wird somit Konkurrent zu Uber. Volkswagen will mit Gett aber auch Lieferdienste anbieten.

Wolfsburg. Fahrdienstvermittler Uber bekommt in Europa eine neue Konkurrenz. Und zwar mit Gett und Volkswagen. Der deutsche Automobilkonzern hat heute eine Beteiligung an dem Fahrtenvermittler bekannt gegeben.

Neben dem Investment in der Höhe von 300 Millionen Dollar soll VW dem Unternehmen bei der Europa-Expansion unter die Arme greifen. "Im Rahmen einer gemeinsamen Wachstumsstrategie sollen diese Dienste weiter ausgebaut werden", heißt es in einer Aussendung von VW. Im Rahmen von Wagniskapital-Finanzierungen hat Gett bisher mehr als 520 Mio. US-Dollar aufgebracht und wurde vom US-Wirtschaftsmagazin Forbes zu einem der "15 Unternehmen mit dem explosivsten Wachstum" gewählt.

Gett hat einen Entwicklungsstandort in Israel und ist derzeit in mehr als 60 Städten rund um den Globus aktiv, darunter London, Moskau und New York City. In London etwa nutzt bereits die Hälfte aller Black Cabs die Dienstleistungen von Gett. Die Mobilitätslösung wird gleichermaßen von Privat- und Firmenkunden genutzt. Mehr als 4.000 führende Unternehmen sollen laut VW weltweit bereits auf das Gett-Angebot setzen.

Im Gegensatz zum Hauptkonkurrenten Uber werden bei Gett ausschließlich Fahrer zum Einsatz kommen, die über eine entsprechende offizielle Lizenz zur Personenbeförderung verfügen, betont man bei VW.

"Der Volkswagen Konzern und Gett ergänzen sich als strategische Partner hervorragend", meint Gett-CEO und Gründer Shahar Waiser. Durch Gett verfüge VW über die notwendige Technologie, um sein Geschäft zu erweitern und Privat- sowie Unternehmenskunden neben Fahrzeugen auch Mobilität auf Abruf anzubieten. Über die Gett-App könne Nutzer wie bei Uber oder Taxidienstleistern die Fahrten entweder sofort oder im Voraus buchen.

Die große Datenflut

Neben der Personenbeförderung will VW offenbar mit Gett nicht nur Fahrdienste anbieten, sondern auch Lieferdienste und Logistikleistungen angeboten. Über die eingesetzte Technologie werden freilich auch Unmengen von Daten - im Jargon "Big Data" genannt - gesammelt. Gett will mit innovative Prognose-Algorithmen und künstliche Intelligenz die Daten entsprechend aufbereiten, die auch in weiterer Folge als Grundlage für den Betrieb für "selbstfahrende Autos" verwendet werden können.

VW will mit derartigen neuen Geschäftsmodelle neue Umsatzströme generieren. "Wir wollen nicht nur Vorreiter im Automobilgeschäft sein, sondern uns bis 2025 auch als ein weltweit führender Mobilitätsanbieter etablieren", sagt VW-Vorstandschef Matthias Müller. Im Rahmen der in der Vorwoche angekündigten Strategie 2025 sei die Partnerschaft mit Gett "ein erster Meilenstein auf dem Weg zu ganzheitlichen Mobilitätslösungen".

Weitere Details zur strategischen Partnerschaft werden Matthias Müller und Shahar Waiser in einem gemeinsamen Event in der kommenden Woche bekannt geben.

Die Durchführung der Transaktion unterliegt noch der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden.

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