Volkswagen und Microsoft bauen eine Auto-Cloud

Der deutsche VW-Konzern kooperiert mit dem US-Softwareriesen Microsoft. Gemeinsam sollen neue Mobiltätsdienste auf Spur gebracht werden. VW errichtet dafür eigens eine IT-Niederlassung in der Nähe von Microsofts Konzernzentrale in Redmond in den USA.

Volkswagen und Microsoft bauen eine Auto-Cloud

NeuesGeschäftsmodell: VW will mit vernetzten Autos neue Erlösströme generieren.

Wolfsburg. Volkswagen legt einen Zahn zu, um die Pläne für die Vernetzung von Autos auf die Straße zu bringen. Der deutsche Autokonzern verbündet dafür mit dem weltgrößten Softwarekonzern Microsoft. Ziel der Kooperation für VW: Führender Anbieter von Elektroautos und neuen Mobilitätsdiensten zu werden.

Der Aufsichtsrat des deutschen Unternehmens gab am Freitag grünes Licht für eine strategische Partnerschaft mit dem US-Softwarekonzern aus Redmond im Bundesstaat Washington.

Konkret will VW künftig digitale Dienste und Mobilitätsangebote über eine Cloud anzubieten. Mit der sogenannten "Automotive Cloud", die auf der Technologie Azur von Microsoft basiert, will VW seine neuen Auto mit modernster Netztechnologie auf den Markt bringen. Ab dem Jahr 2020 sollten jedes Jahr mehr als fünf Millionen neue Fahrzeuge der Marke VW voll vernetzt auf den Markt kommen. Die Autos sollen so als Teil des so genannten "Internets der Dinge" (IoT) werden, über das Daten sicher hinterlegt und ausgetauscht werden sollen.

Die Autos sollen zum digitalen Endgerät auf Rädern werden, die Kunden neue Services der konzernweiten Plattform "Volkswagen We" nutzen. Mit den dabei angebotenen digitalen Diensten will Volkswagen ein neues Geschäftsmodell auf Spur bringen und Umsätze in Milliardenhöhe erzielen. Ab wann das Geld in den Kassen von Vollkswagen klingeln soll, wurde nicht angegeben. Auch die finanziellen Details der Vereinbarung mit Microsoft wurden nicht genannt.

Volkswagen hatte kürzlich Investitionen von 3,5 Milliarden Euro bis 2025 in die Digitalisierung seiner Fahrzeuge angekündigt.

VW baut IT-Schmiede in den USA

Wie viel Chancen sich Volkswagen von der Automotiv Cloud verspricht lässst sich auch am Aufwand erahnen. Im Rahmen der Partnerschaft will Volkswagen in der Nähe des Firmensitzes von Microsoft in Nordamerika ein neues Entwicklungszentrum für die Automotive Cloud gründen. VW engaiert dafür 300 IT-Experten. Sie sollen die Lösungen der Automotiv-Cloud entwickeln, die langfristig nicht nur in den Autos der VW-Makre, sondern auch in den Autos aller 12 Marken des Konzerns ausgeliefert werden sollen.

VW steht wie die anderen Autohersteller unter Druck, haben IT-Dienstleister sowie Start-ups das Feld derartiger Mobilitätsdienste schon besetzt. Die Autokonzerne sowie die großen Zulieferer entwickeln derzeit Mobilitätsdienste als neuen Geschäftszweig, um gegen Konkurrenten wie Google, Alibaba, Apple oder auch den E-Auto-Pionier Tesla zu bestehen. Teilweise arbeiten die Autobauer aber auch schon mit diesen Internetgiganten zusammen oder haben in Projekten sich beschnuppert, um dann doch wieder getrennte Wege zu gehen.

Der Erfolg der Mobiltätsdienste wird letztendlich auch von der neuen Mobilfunkgeneration 5G abhängen. Derzeit werden in den meisten Ländern die Ausschreibungskriterien definiert.

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