USA setzen Huawei auf die schwarze Liste - die Folgen

USA setzen Huawei auf die schwarze Liste - die Folgen

Die US-Regierung hat den chinesischen Huawei-Konzern auf eine Schwarze Liste gesetzt. Als Reaktion hat Google die Kooperation mit Huawei eingeschränkt. Die Chinesen werden ab August keine Smartphones mit vorinstallierten Google-Diensten mehr verkaufen können.

Der Handelskrieg zwischen den USA und China könnte nun den chinesischen Huawei-Konzern schwer treffen. Die US-Regierung hat Huawei auf die schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, die ein Risik für die Sicherheit der USA darstellen. Den Sanktionen zufolge dürften Produkte mit Ursprung in den USA nicht mehr ohne weiteres an die Chinesen geliefert werden.

Huawei gilt als Hauptziel dieser Maßnahme. Die USA befürchten, dass Huawei-Technik ein Einfallstor für chinesische Spionage und Sabotage sein könnte. Huawei selbst verweist immer wieder auf seine Unabhängigkeit vom chinesischen Staat.

Google ist von der Sanktion gegen Huawei stark betroffen. Das Android Betriebssystem und sonstige Dienste des US-Suchmaschinen und -softwarekonzerns ist auf den Huawei-Smartphones vorinstalliert. Huawei hat in Österreich rund 30 Prozent Marktanteil und strebt an Samsung weltweit von der Spitze abzulösen. So lange die Sanktionen bestehen kann Huawei keine Smartphones mehr mit vorinstallierten Google-Diensten verkaufen.

Was das für diejenigen bedeutet, die bereits ein Smartphone von Huawei oder der Tochter-Marke Honor besitzen wird sich noch herausstellen. Mit den Geräten wird man jedenfalls auch weiterhin Zugang zu Googles App-Plattform Play Store haben. Das gilt auch - wie Google zusicherte - für den Dienst Play Protect, der bösartige Apps heraussiebt.

Huawei versprach, dass die Firma "weiterhin Sicherheitsupdates und Services für alle bestehenden Huawei und Honor Smartphones sowie Tablets zur Verfügung stellen" werde - ohne im diesem Zusammenhang Google oder Android zu nennen. Zumindest um den wichtigen Punkt Sicherheit müssen sich damit heutige Kunden keine großen Sorgen machen.

Die US-Regierung hatte nochmals nachgewässert. US-Unternehmen haben noch einen Aufschub von drei Monaten bekommen. Sie dürfen nun bis Ende August noch Technologie an chinesische Telekommunikationsunternehmen liefern. Danach soll aber Schluss sein.

Google-Apps

Was weitere Dienste und Apps des Konzerns wie GMail, Maps oder der Google Assistant betrifft, so will sich Google an die US-Vorschriften halten und Konsequenzen prüfen. Die Kunden könnten den Zugang zu einigen Funktionen auf Basis Künstlicher Intelligenz sowie im Foto-Bereich verlieren.

Kritisch wird es allerdings, wenn die US-Sanktionen langfristig bestehen bleiben. Huawei würde keine Telefone mehr mit vorinstallierten Google-Apps verkaufen können. Bei den künftigen Smartphones, die Huawei mit der "nackten" Grundversion von Android verkauft, wären also weder die Google-Karten noch der Play Store zum App-Download dabei - und müssten von anderen Anbietern kommen.

Es gibt auch andere Kartendienste wie Here, der deutschen Autobauern gehört, oder die Open Street Maps. Huawei hat auch schon eine eigene App-Plattform.

Ein Vorteil der Google-Dienste ist allerdings, dass sie miteinander verzahnt sind - zum Beispiel, damit zum Termineintrag direkt die Fahrtroute angezeigt werden kann. Wie gut das im Zusammenspiel verschiedener Anbieter funktioniert, ist offen.

Sicherheitsupdates gesichert

Sorgen um Sicherheitslücken auf ihren Handys müssen sich die Benutzer aber nicht machen. Updates werden auch weiterhin umgehend verfügbar sein. Allerdings bekommen Huawei und Honor die neuen Android-Versionen künftig später als Rivalen wie etwas Samsung.

Offen ist im Zuge dessen, ob Huawei bei seinen Smartphones künftig weiterhin auf Android als Betriebssystem setzen wird. Huawei ließ schon häufiger durchblicken, dass der Konzern auch ein eigenes Betriebssystem in Entwicklung hat. Das System mit dem Namen "HongMeng" wird getestet und könnte "schrittweise" Android ersetzen.

Eine System-Software am Markt zu etablieren, ist zwar eine gewaltige Herausforderung - aber andererseits ist China auch ein Riesen-Markt, in dem man es mit entsprechender staatlicher Rückendeckung schaffen könnte. So sind auch die chinesischen Smartphone-Hersteller zuhause groß geworden, bevor sie zur aggressiven Expansion auf dem Weltmarkt ansetzten. Daher könnten sich die US-Sanktionen auch letztlich auch schlecht auf das Geschäft von Google auswirken

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