US-Geheimdienste verlieren Zugang zu Twitter-Analyse

US-Geheimdienste verlieren Zugang zu Twitter-Analyse

Off Limits: Kein Zugang für die US-Geheimdienste bei Dataminr via Twitter.

Nach einem Zeitungsbericht dürfte Twitter den staatlichen Schnüfflern der Zugang zu Dataminr gekappt worden sein. Dataminr ist eine Softwarefrime, die Echtzeitanalysen durchführt und vor allem bei Terroranschlägen zuletzt seine Kunde alarmiert hat.

San Francisco/Washington. Es ist ein weiteres Zeichen für die Spannungen zwischen dem Silicon Valley und der US-Regierung: Die US-amerikanischen Geheimdienste haben laut einem Zeitungsbericht den Zugang zu einem Dienst verloren, der die Flut von Twitter-Nachrichten analysiert. Auf dieser Basis alarmiert der Service Dataminr seine Kunden zum Beispiel bei Terroranschlägen.

Twitter habe darauf gedrungen, den Zugang der US-Geheimdienste zu Dataminr nach zwei Jahren zu kappen, berichtete das "Wall Street Journal" in der Nacht auf Montag unter Berufung auf Geheimdienstquellen. Twitter erklärte, Auswertern seiner Daten werde grundsätzlich untersagt, an Regierungsstellen für Überwachungszwecke zu beliefern. "Die Daten sind größtenteils öffentlich und die US-Regierung kann offen zugängliche Profile selbst im Blick behalten, so wie jeder Nutzer das kann", zitierte die Zeitung das Unternehmen.

Dataminr ist der einzige Anbieter, der Echtzeit-Zugriff auf die gesamte Masse an Twitter-Nachrichten hat und die Auswertungs-Ergebnisse verkaufen kann. Zuletzt konnte die Firma ihre Kunden zum Beispiel schnell über die Terroranschläge in Paris und Brüssel alarmieren. Twitter hält fünf Prozent an Dataminr.

Das Verhältnis zwischen amerikanischen Internet-Unternehmen und der Regierung hat sich stark verschlechtert, seit Edward Snowden vor knapp drei Jahren die ausufernde Überwachung durch US-Geheimdienste enthüllte.

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