Ultra-HD: Noch kein Grund, einen neuen Fernseher zu kaufen

Ultra-HD: Noch kein Grund, einen neuen Fernseher zu kaufen

Mit Ultra-HD-Fernsehern versprechen die Hersteller wieder einmal Fernsehen in noch nie dagewesener Qualität und ein Wohnzimmer-Erlebnis wie im Kino. Im Vorfeld der Elektronikmesse IFA in Berlin zeigt sich jedoch: Noch gibt es zu wenig hoch auflösende Inhalte, um die 4K-Bildschirme überhaupt in ihrer Brillanz erleben zu können.

Bei einem Rundgang durch die Messehallen der IFA in Berlin erinnert man sich fast zwangsläufig an den 3D-Hype, der die Welt der TV-Hersteller vor ein paar Jahren dominierte. Die Branche sprach vom "Fernsehen zum Angreifen", von einem "unvergleichlichen Erlebnis", das man sich auf keinen Fall entgehen lassen dürfe. 3D-Schirme und die dazugehörenden Brillen, war man sich unisono einig, würden binnen kürzester Zeit die Wohnzimmer, die Gaming-Szene und überhaupt die ganze Welt der bewegten Bilder erobern.

Wer damals skeptisch war und sich von den Zukunftsvisionen nicht beeindrucken ließ, sollte recht behalten. 3D-Fernsehen, 3D-Gaming und was es sonst noch alles geben sollte, entpuppte sich zu einem der bislang größten Flops der TV-Geschichte. Weder die TV-Anstalten noch die großen Kinostudios sprangen auf den von den Herstellern bereitgestellten Zug auf, und die Zuseher wollten ihrerseits nicht mit unbequemen, klobig-drückenden Brillen auf der Nase vergleichsweise unscharfe Bilder ansehen.

2016 ist "3D" auf der IFA kein Thema mehr - die Hersteller lassen das Thema und die Fernseher sang- und klanglos verschwinden. Dafür ist nun alles "4K", "Ultra-HD" oder "UHD". Das Thema ist zwar auch nicht mehr das allerneueste - schon 2014 wurden auf der IFA 4K-Modelle als das "next big thing" propagiert, mangels des bislang nicht eingetretenen durchschlagenden Erfolgs und der mittlerweile gesunkenen Preise für die mit der Technologie erhältlichen Geräte meint die Hersteller-Branche nun, dass 4K-Fernseher endgültig vor dem Durchbruch in den Massenmarkt stehen.

Dazu ein kleiner Ausflug ins Technische: Das internationale Digital Video Broadcasting Consortium hat im Juli 2014 das UHD-Sendeformat definiert. In der Phase eins sind damit 3840 × 2160 Pixel bei Bildwechselraten von bis zu 60 Bildern pro Sekunde möglich. In Phase zwei sollen 7680 × 4320 Pixel bei 120 Bildern pro Sekunde möglich sein.

Die Bildschirme haben, vereinfacht gesagt, in der ersten Phase viermal mehr Bildpunkte als der derzeitige Full-HD-Standard und in der Phase zwei sogar das 16-fache des heute gängigen Full-HD. Doch braucht man das? Die Antwort ist ein entschiedenes "Jein" - mehr dazu in den folgenden Fragen und Antworten zum Thema.

Was ist Ultra-HD?

Ultra-HD, auch als UHD oder 4K bezeichnet, steht für ultrahohe Auflösung. Zuschauer könnten dadurch näher an den Bildschirm heranrücken und die Details und Farben schärfer wahrnehmen, erklärt der US-Branchenverband CTA. Die Geräte hätten eine größere Farbbandbreite und zeigten mehr Bilder pro Sekunde - Sportübertragungen etwa sähen dadurch flüssiger aus.

Gibt es schon Sender, die in Ultra-HD übertragen?

Das Angebot ist noch ziemlich klein. Der Pay-TV-Sender Sky hat angekündigt, dass er ab Herbst ausgewählte Fußballspiele in UHD übertragen will. Dafür müssen die Kunden aber extra zahlen. Frei empfangbare große Sender wie ARD, ZDF, RTL und ProSieben haben außer Pilotprojekten noch keine UHD-Angebote angekündigt.

Eher fündig werden die Zuschauer im Internet. Auf der Videoplattform Youtube gibt es bereits einige Videos in der höheren Auflösung, und auch Streaming-Dienste bieten einige Serien und Filme in Ultra-HD an.

Brauche ich zusätzliche Ausrüstung, um Inhalte in Ultra-HD zu sehen?

Youtube und der Streaming-Anbieter Netflix empfehlen eine schnelle Internetverbindung mit mindestens 20 Megabit pro Sekunde. Wer künftig Sky in UHD sehen will, braucht einen neuen Receiver. UHD-Filme gibt es auch auf Blu-Ray-Discs; zum Abspielen ist ein Blu-Ray-Player mit entsprechender Funktion nötig.

Microsoft hat die Spielekonsole Xbox Scorpio vorgestellt, die Spiele in UHD anzeigen kann, und Konkurrent Sony soll laut Fachdiensten demnächst die überarbeitete Playstation 4 Neo präsentieren, die ebenfalls UHD-fähig sein soll.

Was kostet ein Ultra-HD-Fernseher?

Die billigsten UHD-Fernseher mit 40 Zoll Bildschirmdiagonale gibt es im Internet für wenige hundert Euro. Nach oben setzen die Hersteller keine Grenzen bei Preis, Größe und Zusatzfunktionen.

Lohnt sich die Anschaffung?

Stiftung Warentest hat UHD-Fernseher in ihrer September-Ausgabe an 24 Laien getestet. "Die Pixelfülle von UHD bringt wenig", fasst die Stiftung die Ergebnisse zusammen. Erst in Kombination mit HDR, einer neuen Technik zur Bildverbesserung, hätten mehr Testpersonen einen Qualitätsgewinn im Vergleich zu Full-HD bemerkt.

Wer sich dennoch ein UHD-Gerät anschaffen möchte, sollte laut Empfehlung des Vergleichsportals Teltarif bis nach der IFA warten: "Auf der Technik-Messe in Berlin präsentieren die großen Hersteller ihre TV-Neuheiten. Hierdurch können sich Preisvorteile beim Kauf eines Vorgängermodells ergeben."

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