Uber muss einen Gang hochschalten

Der US-Mitfahrdienst-Vermittler Uber geht nun in die Offensive nachdem die Autokonzerne nun selbst in das lukrative Geschäft eingestiegen sind. Uber will sich einmal mehr als Lösungsanbieter für Verkehrsprobleme inszenieren. Und wieder einmal will Uber einen Dienst anbieten, der mit Gesetzen etwa in Deutschland kollidieren könnte.

Uber muss einen Gang hochschalten

San Francisco. Die jüngsten Initiativen und Investments der Autoindustrie, allen voran Volkswagen, Daimler, Toyota und GM, setzen Uber nun unter Druck. Der umstrittene US-Fahrdienst-Vermittler Uber geht nun in die Offensive. Uber wirbt nun dafür, dass sich mehrere Leute ein Auto teilen. "Wir müssen die populärste Form der Fortbewegung in der Welt - Autos - effizienter nutzen", schrieb Uber-Chef Travis Kalanick in einem Gastbeitrag im "Wall Street Journal". "Wenn wir alle leeren Sitze ausfüllen, können wir unsere Autobahn-Straßen leerer machen und die Kosten für Fahrgäste senken."

Ganz neu ist der Vorstoß nicht. Uber hatte sich zuletzt auch in Europa immer wieder auch in Europa - unter anderem auch in Österreich - als Lösungsanbieter gegen die verstopften Straßen inszeniert.

Der Online-Dienst hat dafür das Angebot UberPool entwickelt, bei dem die Software Nutzer zusammenführt, die in eine Richtung wollen. "UberPool ist aus unserer Sicht der Weg nach vorn", sagt auch Deutschland-Chef Christian Freese. "Das ist, wo wir hinwollen." Wann der Service in Deutschland starten könnte, ist unterdessen unklar - Uber sieht unter anderem rechtliche Hürden.

Die US-Company wird zwar nach den jüngsten Geldspritzen mit über 60 Mrd. Dollar (53 Mrd. Euro) bewertet. Bei etlichen Managern, Start-up-Kongressen und IT- und Firmenkongressen ist Uber daher stets das Vorzeigeunternehmen und in aller Munde. Den haarscharfen Grenzgang entlang bestehender Gesetzen in unterschiedlichen Ländern, die knallharte Konfrontation mit dem Taxi-Gewerbe sowie mit Verboten der Uber-Dienste übersehen gerne die Uber-Fanboys.

Daher versucht nun auch Uber immer selbst die Werbetrommel zu schlagen. Das nun von Uber gepushte Mitfahrservice UberPool ist in mehr als 30 Städten verfügbar und nach Angaben des Unternehmens wird mittlerweile jede fünfte Fahrt damit gemacht. In der Uber-Heimatstadt San Francisco, wo das Angebot im Spätsommer 2014 startete, sei es inzwischen mehr als die Hälfte. In Europa ist UberPool bisher in London und Paris verfügbar. "Mittelfristig" solle der Service überall eingeführt werden. Auch Uber-Rivalen wie Didi Chuxing in China setzen auf gemeinsame Fahrten. Rund die Hälfte der UberPool-Städte liegt in China.

Die Kollision

Uber geriet bei seiner rasanten internationalen Expansion zuletzt immer wieder mit Behörden und der Taxi-Branche aneinander - und zwar in etlichen Ländern rund um den Erdball. So wurden sogar Uber-Autos von Gegnern in verschiedenen Ländern massiv demonstriert, Autos wurden sogar mit Steinen beworfen oder abgefackelt. Vor allem der Dienst UberPop, bei dem Privatleute mit ihren eigenen Autos Fahrgäste beförderten, wurde als unfairer Wettbewerb gesehen.

Nach mehreren Gerichtsentscheidungen auch in Deutschland wurde er in Europa inzwischen fast überall eingestellt. Stattdessen kommen nun ausgebildete Fahrer mit Mietwagen vor allem im Service UberX zum Einsatz, auch UberPool soll auf dieser Basis aufsetzen.

Uber-Chef Kalanick und sein Management ist daher gefordert. Denn die Konkurrenz steigt nun in den Ring. Die größten Automobilhersteller nehmen mit eigenen Diensten oder Kooperationen von Uber-Konkurrenten die Fahrt auf. Uber-CEO und Gründer Kalanick wird diese Woche in Deutschland weilen. Am Mittwoch wird er in Berlin mit Daimler-Chef Dieter Zetsche bei der Internet-Konferenz NOAH über die Zukunft des Verkehrs diskutieren.

Daimler ist in der Zwischenzeit Ubers ernsthafte Konkurrenz vor allem in Deutschland sowie in Österreich. Dem Mercedes-Hersteller gehört die Taxi-App MyTaxi und er betreibt mit Car2Go einen eigenen Carsharing-Dienst, bei dem Wagen per Smartphone angemietet und direkt am Straßenrand abgeholt werden.

Und mit Volkswagen ist erst kürzlich der nächste Autokonzern Uber in die Quere gekommen. Volkswagen ist mit 300 Mio. Dollar beim Uber-Rivalen Gett eingestiegen und wird alles daran setzen, dem Uber-Rivalen aus den USA in Europa neue Wege zu öffnen. Im Gegensatz zu Uber wollen VW und Gett ihr Fahrtendienst lizenzierten Taxifahrern anbieten. Und VW hat ein zweites Engagement in der Vorwoche platziert, das nur 8,5 Millionen-Euro-Investment bei FR8.guru, ist die Volkswagen-Nutzfahrzeuge-Tocher MAN ins Lösungsgeschäft der Frachtenvermittlung eingestiegen.

Unterdessen geht die Kontroverse um UberPop in Deutschland weiter: Am Donnerstag soll vor dem Oberlandesgericht Frankfurt die Berufung von Uber gegen die Klage der Genossenschaft Taxi Deutschland verhandelt werden, mit der das Service im März 2015 gestoppt wurde. In Deutschland ist Uber aktuell nur noch in zwei Städten aktiv. In Berlin werden nur Taxis vermittelt, in München auch Wagen von UberX.


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