Studie: Smarte Gadgets schaffen Freiraum im Gehirn

Studie: Smarte Gadgets schaffen Freiraum im Gehirn

Wie eine Art "externe Erweiterung des Gehirns" funktionieren Smartphones für viele Studienteilneher.

Knapp zwei Drittel aller Europäer können sich besser auf die wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren, wenn sie Informationen auf digitalen Helfern statt im eigenen Hirn speichern. Immer mehr entwickeln wir uns hin zu einer neuen Form der "digitalen Synergie" - doch Experten warnen auch vor Gefahren, die dadurch entstehen.

Welche Folgen hat die digitale Revolution auf unsere Art zu denken? Laut einer aktuellen Studie im Auftrag von Kaspersky Lab können sich 64 Prozent der deutschen und europäischen Studienteilnehmer besser auf andere Dinge konzentrieren, weil sie dank Smartphone und Tablet Daten und Informationen auf ihren digitalen Helfern und nicht mehr im Kopf speichern. Gleichzeitig verlassen sich beim Zugriff auf diese Informationen 81 Prozent der Deutschen heute stärker auf ihre mobilen Geräte als noch vor fünf Jahren.

Viele Nutzer in Deutschland nutzen ihre Smartphones und Tablets inzwischen gezielt als Datenspeicher, wie die Studie von Kaspersky Lab zeigt. 46 Prozent der Befragten checken zwar neu eingehende Inhalte sofort, beantworten sie aber erst zeitversetzt. Etwa jeder Achte (13 Prozent) löscht in der Regel nie etwas. Fast jeder Vierte (23 Prozent) tut das nur, wenn der Speicher des Geräts voll ist. 45 Prozent nutzen die Geräte aktiv für Notizen und 23 Prozent schicken sich selbst E-Mails und Textbotschaften zum Zweck der Erinnerung. Für ein Drittel (34 Prozent) der Befragten in Deutschland ist der digitale Begleiter nach eigener Einschätzung zu einer Art externen Erweiterung des Kopfes geworden. Ein Begleiter, auf den sich inzwischen 27 Prozent mehr verlassen als auf ihre eigene Merkfähigkeit.

Von der digitalen Amnesie zur digitalen Synergie

„Die Ergebnisse zeigen, dass wir uns gerade auf dem Weg von der digitalen Amnesie zur digitalen Synergie befinden. Also hin zu einer Welt, in der Mensch und Maschine partnerschaftlich verbunden sind“, erklärt Holger Suhl, General Manager DACH bei Kaspersky Lab: „Mit dem gewachsenen Vertrauen in die digitale Technologie sehen viele darin weniger das Unbekannte oder Negative. Vielmehr öffnen sich zahlreiche Möglichkeiten, Neues zu lernen, sich an Altes zu erinnern und dabei effektiver und kreativer zu werden. Wer das reine Abspeichern von Daten seinen mobilen Geräten überlässt, kann sich auf Wichtigeres konzentrieren und die permanent einströmende Daten- und Informationsflut besser verarbeiten.“

Eine Veränderung unserer Art zu Denken konstatiert auch der Psychologe Paul Marsden vom Londoner College of Fashion. „Es scheint, als würden wir uns weniger die Informationen merken, als den Weg, wie wir auf sie zugreifen können. Das heißt, statt uns zu erinnern, wer was wann getan hat – etwas, was Google ohnehin viel besser kann als wir – erinnern wir uns daran, wie wir Google befragen müssen, um die gewünschten Informationen zu bekommen." Anders gesagt: Mit der Digitalisierung des Gedächtnisses entwickeln wir immer mehr die wertvolle Fähigkeit, durch den nicht enden wollenden Informationsdschungel zu navigieren. Gleichzeitig entrümpeln wir unser Gedächtnis und schaffen statt des bloßen ‚Was‘ Raum für das ‚Wie‘ und ‚Warum‘.

„Gleichzeitig sollten Nutzer bedenken, dass digitalisierte Daten auch verloren oder gestohlen werden beziehungsweise die Grundlage für Erpressungsversuche sein können“, sagt Suhl zu: „Wir raten daher Nutzern, effektive Sicherheitsmaßnahmen wie Antivirenlösungen und Backups zu ergreifen, um ihre digitalen Daten keinen Risiken auszusetzen.“

Kommentar
Peter Schentler, Principal Horváth & Partners Österreich

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