Streaming-Abos ohne Aufpreis auf EU-Reisen

Streaming-Abos ohne Aufpreis auf EU-Reisen

Streaming ohne EU-Grenzen: Die Grenzen für Digital-Abos fallen ab 2018 - Netflix, Spotify & Co können auch jenseits der Grenzen genutzt werden.

Mitte Juni 2017 sind die Roaming-Gebühren fürs Internetsurfen und Telefonieren Geschichte. Nun hat die EU nachgezogen, damit im EU-Ausland Digital-Abos für Streamingdienste uneingeschränkt genutzt werden können - Freunde von E-Büchern, Online-Musik, Filmen und Sport-Onlinediensten wird es freuen.

Brüssel. Grünes Licht hat die EU nun für die Nutzer von Digital-Abos gegeben, sollten sie diese Dienste auch abseits des Heimmarktes auf Reisen innerhalb der EU nutzen wollen. Das hat die EU-Kommission nun eine Woche nach dem Fall der Roaminggebühren für Handynutzer bekanntgegeben, die im Juni 2017 endgültig abgeschafft werden.

Soll heißen: Wer Online-Abonnements für Filme, seine Lieblingsserien, Sportereignisse, E-Bücher, Videospiele oder Musik hat und diese via Smartphone, Tablet-PC oder Laptop im EU-Raum nutzen will, darf von den entsprechenden Anbietern nicht mehr daran gehindert werden, wenn er sich etwa aus Auslandsreise, Urlaub oder Auslandsstudienaufenthalt in einem anderen EU-Land befindet. Ab 2018 sollen die neuen Vorschriften in allen EU-Mitgliedstaaten gelten.

EU-Kommissionsvizepräsident Andrus Ansip bekräftigte, dass die neuen Vorschriften für alle Anbieter bezahlter Online-Inhaltedienste gelten.

Aber auch für Internetdienste, die bisher ohne Bezahlung zur Verfügung gestellt werden - wie etwa die Onlinedienste öffentlicher Fernseh- und Hörfunksender -- können künftig den Kunden bei grenzüberschreitende Portabilität ebenfalls angeboten werden.

Die Öffnung digitaler Tore

Für die Anbieter wird die Öffnung eine neue Herausforderung. Die mit TV-/Online-Serien und Musik verbrieften Lizenzrechten wurden bislang in aller Regel nur für einzelne Länder vergeben. Sie dürften über die Auflagen nicht erfreut sein.

Mittels Geoblocking hatten etwa Streamingdienste wie Amazon, Netflix, Spotify, Napster, MyTF1 oder Maxdome sowie verschiedene Musik-Dienste die Nutzung jenseits der Grenzen der Wohnsitzadresse bisher geblockt. Die müssen ihre Dienste nun EU-weit ohne diese Sperren anbieten.

Um Missbrauch vorzubeugen, soll ein Kontrollmechanismus eingeführt werden. Die Streamingdienste dürfen etwa mittels Überprüfung von Kundendaten, Wohnsitzadresse- und IP-Adresse überpfügen, wo sich das Wohnsitzland des Kunden des digitalen Abos befindet.

Derzeit sollen laut EU-Kommission 49 Prozent der Internetnutzer Streamingdienste gebucht haben und nutzen. Mit der Liberalisierung der Online-Abos wird mit einem weiteren Anstieg der Nutzer gerechnet. Im Jahr 2016 nutzten bereits 64 Prozent der Europäer das Internet, um zu spielen oder um Spiele, Bilder, Filme oder Musik herunterzuladen. Weiterhin im Vormarsch sei die Nutzung der Dienste über mobile Endgeräte.

Die Verhandlungsführer des Europäischen Parlaments, der EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission haben sich am Mittwoch auf entsprechende Vorschriften geeinigt, um Zugangsbeschränkungen von Online-Abos im Ausland abzuschaffen. Der vereinbarte Wortlaut muss nun vom Rat der EU und vom Europäischen Parlament förmlich gebilligt werden.

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