Sport-Netflix DAZN dribbelt klassische TV-Anbieter aus

Sport-Netflix DAZN dribbelt klassische TV-Anbieter aus

Der Ankick der Fußball Europa-League 2018/19 findet in Deutschland und Österreich nur noch über den Internetstreamer DAZN statt.

Der aufstrebende Online-Streaming-Dienst DAZN landet den nächsten Coup und schnappt den Free-TV-Sendern nach der Fußball-Champions League auch die Europa-League weg: Ab der Spielzeit 2018/19 werden 205 Spiele via DAZN-Streamdienst übertragen.

Wien. Der Livesport-Streamingservice DAZN (sprich: "The Zone") hat sich für die kommenden drei Saisonen die Übertragungsrechte der Fußball-Europa-League für Österreich und Deutschland gesichert. Von 2018/19 an werden alle 205 Begegnungen live und on-demand gezeigt. 190 davon sind exklusiv auf DAZN zu sehen. Weitere 15 Spiele sollen co-exklusiv auch bei einem Partner im frei empfangbaren Fernsehen laufen.

In Österreich werden die Partien auf Puls 4 gezeigt. Der Privat-TV-Sender hatte sich wie im August vermeldet die Rechte bis 2020/21 gesichert. Die Spiele der Champions League werden in Österreich in dieser Spielzeit noch live auf ORF übertragen. Ebenso ab der Runde 2018/19 wandern die Rechte für die Live-Ausstrahlung vom Free-TV zu Sky und DAZN.

Damit baut der Streamingservice sein Angebot weiter aus. Unter anderem sind bei DAZN bereits Spiele aus der Champions League, der englischen Premier League, sowie der Topligen aus Spanien, Frankreich, Italien, Schottland, Serbien, Ukraine, Südkorea, Japan, Kroatien und der Türkei zu sehen. Außerdem wird 40 Minuten nach Abpfiff über die Höhepunkte aller Spiele der deutschen Bundesliga berichtet. Zusätzliche werden ausgewählte Siele der WM-Qualifiaktion übertragen. Aber nicht nur die deutsche, sondern auch Österreichs oberste Fußballliga ist für DAZN zumindest "interessant", wei stets betont wird.

Aber nicht nur Fußball, sondern auch die US-Baseball-Meisterschaft (BLG), American Football, National Basketball League (NBA), Boxen, Rugby, Tennis und sogar Darts hat DAZN im Programm. DAZN wirbt mit rund 8000 Live-Übertragungen im Jahr. Der Internetsender will zum Nefflix des Sports aufsteigen.

Free-TV im Abseits

Erst im Juni 2017 hat der Bezahl-Sender Sky die Medienrechte für die Champions League ab dem Jahr 2018 bis 2021 erworben. DAZN hatte gleichzeitig die Sublizenz für den wichtigsten Fußball-Klubwettbewerb für drei Jahre erworben. Damit wird in Deutschland und Österreich die Champions League aus dem Free-TV der öffentlich rechlichen TV-Sender verschwinden.

DAZN ist seit August des Vorjahres in Österreich live. Der Sportstreaming-Dienst wirbt mit einem Gratismonat und 9,99 Euro Flat Rate. Die Sportveranstaltungen sind via internetfähige Endgeräte zu empfangen. Dazu zählen Smart TVs, Smartphones, PC, Tablets, Apple TV, Amazon Fire TV, Google Chromecast sowie die Spielekonsolen Xbox, PlayStation 3 und PlayStation 4. Der besondere Kick für DAZN-Nutzer: Die Abonennten können live oder on-demand die Wettbewerbe anschauen.

In Österreich hat DAZN seinen Firmensitz in Graz, wo rund 50 Mitarbeiter beschäftigt sind.

DAZN ist nicht nur im deutschsprachigen Raum der Herausforderer vom Bezahlsender Sky und vor allem der öffentlich rechtlichen Sender. Der zur Perfom Group in London gehörende Streamingdienst investiert kräftig seit Gründung im Jahr 2016 in Medienrechte. Und der Streamer wird nicht miüde zu betonen, "aggressiv auf dem Sportrechtemarkt für den deutschsprachigen Raum aufzutreten". Die Finanzierung des Senders sei bis Mitte des kommenden Jahrzehnts gesichert.

Im vergangenen Dezember hat die DAZN-Mutter Perform den Konkurrenten Sky direkt angegriffen und für drei Spielzeiten die Rechte an der englischen Premier League für die Ausstrahlung in Deutschland, Österreich und der Schweiz bis zum Jahr 2021 abgerungen. Marktgerüchten zufolge soll Perform zehn Millionen Euro pro Jahr und damit doppelt so viel wie bisher Sky für die Rechte bezahlt haben.

Die Perform Group ist ein Zusammenschluss von Premium TV-Limited und der Sportrechte-Firme Inform Group, die im Jahr 2007 fusioniert haben. Zur Perfrom Group gehören auch Spox.com, Goal.com, Sportal.de sowie die Datencompany Opta Sports. Perform Group gehört selbst zur US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Access Industries. Diese wurde vom russischstämmigen US-Milliardär Leonard Blavatnik im Jahr 1986 gegründet. Acess Industrys hält 85 Porzent der Anteile der DAZN-Mutter Perform Group.

Acess Industries investiert in den fünf Geschäftsfeldern Natürliche Ressourcen & Chemie, Medien & Telekommunikation, Technologie und E-Commerce und Immobilien. Der Milliardär soll auch Beteiligungen an den Musikstreaming-Diensten Spotify sowie Deezer haben.

Nicht ganz so glatt war der Sendeauftakt im September 2016. Die DAZN-Nutzer schauten auf sein Standbild. Die Live-Übertragung des britischen Derbys Manchester Unitetd gegen Manchester City war nicht zu empfangen. Stattdessen gabe es nur die Meldung: "DAZN.com ist gerade down. Wir wissen Bescheid, sind dran und die Seite sollte hoffentlich gleich wieder online sein", twitterte der Streamingdienst vor dem Anpfiff des Derbys.Erst nach Spielende war das technische Problem behoben.

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