Speedfactory: Sportschuhe aus der Zukunftsfabrik

Jedem Sportler sein individueller Schuh: Eine Kooperation zwischen dem Industrie-4.0-Pionier Siemens und dem Sportartikelriesen Adidas soll Sportschuhe nach Maß und individuellem Geschmack ermöglichen.

Thema: Digitalisierung: Vorwärts in die Zukunft
Speedfactory: Sportschuhe aus der Zukunftsfabrik

Schuhe aus Roboter-Hand: Der Sportausrüster Adidas macht Ernst mit Industrie 4.0. Noch heuer starten die Produktion in zwei Speedfactorys.

Sobald der Begriff "Industrie 4.0" auftaucht, huschen immer die gleichen Bilder durch die Köpfe: Große Industrieroboter, die Autos nach Kundenwunsch zusammenschweißen, autonom fahrende Lagerfahrzeuge, Zulieferer, die das benötigte Ersatzteil einfach aus dem 3D-Drucker holen.

"Schuhe" fallen beim Thema Industrie 4.0 den wenigsten ein. Zu Unrecht. Denn noch diesen Sommer soll im mittelfränkischen Städtchen Ansbach auf 4.600 Quadratmetern die erste große adidas-Speedfactory mit der Produktion starten. Ziel der Speedfactory ist die Herstellung von "personalisierten" Sportschuhen, die exakt auf die Bedürfnisse jedes Kunden hinsichtlich Bewegung, Dämpfung, Stabilität, Komfort und Design zugeschnitten sind. Unter Einsatz von Industrie-4.0-Technologien, intelligenten Maschinen und neuartigen 3D-Druckverfahren (Digital Light Synthesis) soll das am Ende in der gleichen Geschwindigkeit und zu ähnlichen Stückkosten wie in der konventionellen Massenproduktion möglich sein.

BASF und Siemens

Zur Erreichung dieses ehrgeizigen Ziels hat adidas eine Reihe von Industriepartner wie BASF, Manz, Kurtz Ersa und Oechsler sowie den 3D-Druckspezialisten Carbon und Siemens an Bord geholt. Der Part von Siemens in Sachen Speedfactory: Als Weltmarktführer bei digitalen Fabriksautomations-und Simulationslösungen soll Siemens ein digitales Abbild, also einen "digitalen Zwilling" der Speedfactory erstellen. Anhand des virtuellen Modells der smarten Industrie-4.0-Fabrik soll der gesamte Fertigungsprozess vorab simuliert, getestet und laufend optimiert werden können.

Auch wenn die konkreten Produkte der neuen Speedfactory derzeit noch einigermaßen topsecret sind, gibt es zumindest schon ein erstes Produktionsziel: Mittelfristig soll eine halbe Million Schuhe pro Jahr die Hallen der Ansbacher Speedfactory verlassen.

Zwillingswerk in Atlanta

Während die deutsche Speedfactory -Errichtung und Betrieb durch adidas-Industriepartner Oechsler Motion -kurz vor der Eröffnung steht, befindet sich eine zweite Speedfactory in Atlanta, Georgia, gerade in Bau. Flächenmäßig entspricht die Speedfactory II mit 6.900 Quadratmetern in etwa ihrem deutschen Gegenstück. Auch in Atlanta wird mittelfristig ein Output von einer halben Million personalisierter Sportschuhe pro Jahr angepeilt. Trotz intelligenter Maschinen, Robotern und 3D-Druck geht das offenbar nicht ganz ohne Menschen. An die 160 Beschäftigte sollen künftig im neuen amerikanischen 4.0-Vorzeigebetrieb werken.

Industrie 4.0 und neue 3D-Druckverfahren machen die kostengünstige Herstellung von "maßgeschneiderten" Schuhen für jeden Sportler möglich. Schon heute kann man seine adidas-Sportschuhe per Online-Konfigurator nach einem Baukastensystem individuell gestalten.

"Customizen" können Kunden ihren adidas Sportschuh übrigens schon jetzt. Ein Online-Konfigurator auf www.adidas.at/personalisieren erlaubt die individuelle Auswahl von Leder und Farben. Wer möchte, kann sogar die Einlegesohle mit seinem Namen personalisieren lassen. Der Haken an der derzeitigen Lösung in konventioneller Produktion: Die Lieferzeit für einen individuell gestylten Schuh beträgt im Schnitt drei bis vier Wochen. Die Speedfactory (nomen est omen) soll die Produktionszeit für personaliserte Schuhe auf wenige Stunden verkürzen.

Und noch etwas kann die neuartige adidas-Factory, was eine normale Schuhfabrik nicht kann: den Schuh anatomisch und sportlich exakt an seinen Träger anpassen. Der Spruch "passt wie angegossen" stimmt für einige der neuen Produktionsverfahren wie die Digital Light Synthesis von Carbon sogar einigermaßen wörtlich.

Industrie 4.0 zum Prosten

Was man gemeinhin auch nicht mit Industrie 4.0 in Verbindung bringt, ist Bier. Dabei haben Brauereien ein ganz ähnliches Problem wie Schuherzeuger: Die Kundschaft wünscht sich eine stetig wachsende Auswahl an Bierspezialitäten, siehe den gegenwärtigen Hype um Craft-Biere. Der Kostendruck steigt.

Bis zu 27 Biersorten produziert die Salzburger Traditionsbrauerei Stiegl heute. Wer die Bierherstellung künftig flexibler und wirtschaftlicher gestalten möchte, kommt um eine Digitalisierung der Brauanlage entlang der Wertschöpfungskette -vom Wareneingang über Produktion und Ressourcenplanung bis zum Warenausgang -nicht herum. Basierend auf der Simatic-S7-Technologie und mit Einsatz der Software WinCC hat Siemens das Sudhaus der Stiegl- Brauer "ganzheitlich" digitalisiert und automatisiert. Alle Produktionsschritte greifen nun ineinander, alle Anlagenteile kommunizieren miteinander.

Braumeister am Steuerpult: Seit der Digitalisierung durch Siemens kann Stiegl-Braumeister Pöpperl Bier-Rezepturen per Mausklick ändern.

Christian Pöpperl, Chef-Braumeister der Stieglbrauerei zu Salzburg, über die Vorzüge des neuen, digitalen Brauhauses: "Das hilft uns zum Beispiel, natürliche Rohstoffschwankungen auszugleichen und eine möglichst konstante, hohe Qualität zu erreichen. Die Rezepte laufen nun schneller, der Wasserverbrauch konnte durch die Optimierung der Reinigung reduziert werden."

Braumeistern bleibt dadurch mehr Zeit für ihre Lieblingsbeschäftigung - dem Austüfteln und Erproben neuer Biersorten. Das funktioniert im Prinzip sogar von Pöpperls neuer Kommandozentrale aus. Aufgereihte Computermonitore entsprechen zwar nicht ganz dem traditionellen Bild eines Braumeister- Arbeitsplatzes, tatsächlich lassen sich von hier aus aber sämtliche Brauerei-Prozesse in den verschieden Bereichen wie Sudhaus, Gär-, Lager-, und Spezialitätenkeller überwachen und steuern.

Kern der Siemens-Lösung ist die einfache und effektive Rezeptsteuerung. Das gibt Braumeistern die Möglichkeit, Rezepte individuell zusammenzustellen und flexibel anzupassen. Effekt: Eine Fülle von neuen Bierspezialitäten kann auf unkomplizierte Art und Weise bei bester Qualität gebraut werden.

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