Smart in the City: Zukunft in der Seestadt Aspern

Seestadt Aspern

Zukunft jetzt: Das Wiener Stadtentwicklungsprojekt Seestadt Aspern ist ein international beachtetes Musterbeispiel für die intelligente Stadt der Zukunft.

Eine Stadt voll Zukunft: In der Wiener Seestadt Aspern forscht Siemens als Industriepartner der Stadt Wien und der städtischen Versorgungsunternehmen an energieeffizienten und nachhaltigen Gebäude- und Infrastrukturkonzepten.

Die Stadt Wien wächst und wächst. Der Bevölkerungsprognose der Statistik Austria zufolge wird Österreichs Bundeshauptstadt im Lauf des Jahres 2027 eine Metropole mit zwei Millionen Einwohnern sein und bis zum Jahr 2036 den bisherigen historischen Bevölkerungshöchststand aus dem Jahr 1910 mit 2.038.630 Einwohnern übertroffen haben.

Für die Stadt ist das eine große Herausforderung. Es gilt, neuen Wohnraum zu schaffen, Verkehrswege neu zu planen, gestalterisch einzugreifen und mit Hilfe neuer Technologien intelligente, Ressourcen und das Klima schonende Lösungen für das Zusammenleben in der Stadt zu entwickeln -damit Wien die lebenswerte Stadt bleibt, als die sie heute weltweit bekannt ist.

Wie das gelingen kann, zeigt das Stadtentwicklungsprojekt Seestadt Aspern am nordöstlichen Stadtrand Wiens. Unter der Prämisse, dass dabei die technologischen und städteplanerischen Herausforderungen gemeistert und neue Maßstäbe hinsichtlich der Energieeffizienz von Gebäuden gesetzt werden, entsteht dort auf dem Gelände eines ehemaligen Flugfelds bis zum Jahr 2030 auf einer 240 Hektar großen Fläche ein neuer Stadtteil mit 8.500 Wohnungen. Rund 20.000 Menschen werden hier im Endausbau leben, und etwa ebenso viele sollen dort arbeiten.

Um das erreichen, hat die Stadt Wien mit der Aspern Smart City Research GmbH (ASCR) ein Joint Venture mit ihren Versorgungsunternehmen Wien Energie und Wiener Netze sowie dem Industriepartner Siemens ins Leben gerufen und 40 Millionen Euro Forschungsbudget bereitgestellt. Ein koordinierter Forschungsplan, der von Siemens Corporate Technology (CT) und den Siemens-Geschäftseinheiten Energy Management und Building Technologies vorangetrieben wird, macht die Seestadt zu einer Experimentierstube für die Integration von Technologien, die Energieeffizienz und eine nachhaltige Stadtentwicklung fördern. "Wir erforschen die Technologien der Zukunft", sagt Siemens-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Hesoun.

Smarte Häuser

Zentrale Rollen nehmen in dem Forschungsprojekt die Optimierung des Energieverbrauchs und die Effizienzsteigerung im Energienetz und in Gebäuden ein. So wird an Lösungen gearbeitet, die von erneuerbaren Energieträgern wie Wind-und Sonnenenergie, Biomasse oder Erdwärme stammende Energie mit ihren schwer auszubalancierenden Schwankungen optimal in die Netze zu integrieren. Um möglichst viel zu lernen, hat das Joint Venture unterschiedliche Technologiekombinationen, Photovoltaikmodule, Wärmepumpen und Energiespeicherlösungen installiert.

Die Gebäude werden schon vor dem Bau mit Hilfe eines "digitalen Zwillings" am Computer simuliert und die Entwürfe hinsichtlich ihrer Energieeffizienz maximiert. Und es werden Lösungen erarbeitet, die dezentrale Energieversorgung mit intelligenten Systemen vorausschauend zu harmonisieren, sodass eine stabile, zuverlässige Energieversorgung garantiert ist. Dafür sind intelligente Monitoring- und Automatisierungstechnologien notwendig. Sie ermöglichen eine effiziente Infrastruktur, die den Bewohnern der Seestadt eine hohe Lebensqualität bei einem gleichzeitig besonders kleinen ökologischen Fußabdruck garantiert.

Dazu wird zum einen ein gebäudeeigenes Energiemanagementsystem (Building Energy Management System - BEMS) benötigt, das in regelmäßigen Abständen den Energieverbrauch eines Gebäudes und den Grad der Energieflexibilität misst, zum anderen ein Energiepool-Manager, der als Schnittstelle zwischen den einzelnen Gebäuden und einer Strombörse fungiert.

Daten für die Welt

Das oberste Ziel und gleichzeitig auch die größte aller Bemühungen ist dabei, die Erkenntnisse aus der Insel der Seestadt hinaus in die historisch gewachsenen Stadtviertel zu tragen und auch dort das große vorhandene Potenzial zur Optimierung der Energieeffizienz von Gebäuden zu heben. Dabei zeichnen sich auch schon erste Erfolge ab: In der Seestadt Aspern sind laufend internationale Delegationen zu Gast, die sich über die dort entwickelten und installierten, nachhaltig zukunftsorientierten Lösungen informieren. Das von Siemens entwickelte CityPerformanceTool wurde mittlerweile zum Exportschlager und wird in Metropolen wie Den Haag, Madrid, Kopenhagen, Shenzhen, Seoul, Los Angeles oder San Francisco eingesetzt.

Das große Asset der Seestadt Aspern ist, dass die Lösungen für Smart Grids, intelligente Stromsysteme und Gebäudetechnik dort am lebenden Objekt ausprobiert und so wertvolle Daten gewonnen werden, die sonst kaum verfügbar sind. Dabei werden keine Einzelelemente, sondern komplexe Zusammenhänge anhand realer Daten erforscht. Data Scientists arbeiten daran, aus dem vorhandenen Big-Data-Pool wirklich informative Smart Data zu machen.

Die Erfolgsbilanz spricht jedenfalls für sich: In der ersten Phase des Projekts, die noch bis Ende 2018 läuft, wurden bereits rund 60 Forschungsfragen beantwortet sowie 15 prototypische Lösungen entwickelt. Von 30 gemeldeten Erfindungen wurden mittlerweile elf als Patente angemeldet. Auch wenn der Strom für die Menschen am Ende weiterhin aus der Steckdose kommen wird: Wie und woher er dorthin kommt, das entscheidet sich in Aspern.


Der Artikel ist der trend.PREMIUM-Ausgabe 50-52/2018 vom 14. Dezember 2018 entnommen.

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