Schneider Electric - die grüne Kraft der Digitalisierung

Jean-Pascal Tricoire, CEO Schneider Electric

Das Leben und die Digitalisierung vorantreiben: Schneider Electric CEO Jean-Pascal Tricoire

Mit innovativen Lösungen im Bereich der Automatisierung und Digitalisierung zählt der Elektrotechnik-Konzern Schneider Electric zu den Key-Playern im Bereich der Industrie 4.0, der computergesteuerten Überwachung und Steuerung von Anlagen, der Gebäudetechnik und dem Internet der Dinge. Im Rahmen des „Innovation Summits“ in Paris präsentierte das Unternehmen Lösungen für die weitere Digitalisierung.

„Keine Angst vor der Digitalisierung. Sie tut nicht weh. Sie eröffnet uns Chancen und ist der Weg in eine bessere Zukunft“, sagt Jean Pascal Tricoire, CEO von Schneider Electric und wiederholt damit in seiner Keynote im Rahmen des von dem französischen Elektronikkonzern in Paris veranstalteten Innovation Summits, was er vermutlich schon tausende Male in ähnlichen Worten gesagt hat: Sich als Unternehmen, auch als Mensch, gegen die fortschreitende Digitalisierung zu stellen wäre der größte Fehler, den man derzeit begehen könnte. Man müsse stattdessen alle Energie aufbringen, um sie zum Wohle aller voranzutreiben. „Ich arbeite seit 32 Jahren bei Schneider Electric, mit Leuten, in deren Adern praktisch Strom fließt, und ich war nie enthusiastischer als heute angesichts der enormen Möglichkeiten, die sich jetzt bieten“, betont Tricoire.

Die Digitalisierung und ihre Herausforderungen zu meistern – diese Aufgabe stellt hält den drahtigen, 54-jährigen Firmenchef und die rund 160.000 Mitarbeiter des in 190 Ländern vertretenen Konzerns – etliche hundert davon in Österreich – auf Trab. Mit Lösungen im Bereich der Industrie 4.0, der computergesteuerten Überwachung und Steuerung von Anlagen, der Gebäudetechnik und dem Internet der Dinge gehört Schneider Electric heute zu den Key-Playern unter den Digitalisierungs-Enablern. Bietet jene kritischen, ausfallsicheren Technologien an, auf denen Unternehmen ihre eigenen Lösungen aufbauen können; mit Bilanzen, die sich sehen lassen können. Im Zuge von Projekten kann die Energieeffizienz um bis zu 65 Prozent, im Durchschnitt um 30 Prozent, verbessert werden. Die Produktivität, die Zuverlässigkeit und die Sicherheit werden um bis zu 50 Prozent gesteigert und nicht zuletzt wird die Nachhaltigkeit von industriellen Prozessen, Datencentern oder Gebäuden durch den Einsatz der Lösungen dramatisch verbessert. „Wir gehen in Richtung null Prozent Emission“, erklärt Tricoire, „Schneider hat sich selbst das Ziel gesetzt, bis 2030 Carbon-neutral zu sein und zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien zu setzen.“

Antreiber der digitalen Wirtschaft

„Powering the Digital Economy“ – die digitale Wirtschaft vorantreiben, ist das Motto, das sich der Konzern, der in einem ähnlichen Umfeld wie Siemens, ABB, General Electric oder Hitachi operiert, für den Weg gegeben hat. Ein Weg, der dem von Tricoire in den vergangenen Jahren gezielt auf Digitalisierungs-Lösungen getrimmten, börsenotierten Konzern (ISIN FR0000121972) zuletzt einen Jahresumsatz von 24,7 Milliarden Euro und einen Gewinn (EBIT) von 3,21 Milliarden Euro eingebracht hat. Der Kurs der an der Pariser Börse (Euronext) notierten Schneider – Aktie hat sich in den letzten zwei Jahren gut entwickelt, ist von 45 Euro im Februar 2016 auf aktuell 75,76 (Stand: 24. April 2018) gestiegen und Analysten sehen angesichts der nun vorgelegten Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2018 weiterhin viel Luft nach oben. Die Analysten von Goldman Sachs, der Deutschen Bank, Credit Suisse, Kepler Cheuvreux und Societe Generale geben unisono Kaufempfehlungen für das Papier ab. Ihre Kursziele sehen sie in einem Bereich von 82 Euro (Kepler Cheuvreux) bis 88 Euro (Societe General)

Schneider Electric (ISIN FR0000121972), 2-Jahres-Entwicklung. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Schneider Electric (ISIN FR0000121972), 2-Jahres-Entwicklung. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Nahezu die Hälfte des Umsatzes (45 Prozent) erwirtschaftet der Konzern bereits mit unter dem Produktnamen und im Digitalisierungs-Ökosystem EcoStruxure gebündelten Lösungen für das Internet der Dinge (IoT) - vernetzte Produkten, Edge-Controllern, Analyse-Software, und Künstlicher Intelligenz (KI).

„Für viele Unternehmen ist das Internet der Dinge etwas Neues. Wir haben schon vor über 20 Jahren, im Jahr 1997, begonnen, daran zu arbeiten“, sagt Tricoire und erinnert sich an die Kritik und die Rückschläge, die auf dem Weg verkraftet werden mussten. So zukunftsweisend die entwickelten Lösungen waren – am Markt kamen sie zu Beginn nicht besonders gut an. Sie galten als zu teuer, zu unzuverlässig, zu langsam, schlichtweg als nicht wettbewerbsfähig. Das Internet damals ohnehin noch nicht als Medium für den professionellen Einsatz in kritischen Unternehmensprozessen erachtet. Tricoire: „Stur wie wir waren haben wir trotzdem weitergearbeitet und hatten 2008 unsere erste Version von EcoStruxure fertig. Seither haben wir tonnenweise Erfahrungen aus den laufenden Installationen gesammelt, das Produkt mit besseren Cloud-Anbindungen, besseren Analyse-Funktionen, besserer Software und mehr Funktionen erweitert.“

Einer der Schlüssel für Schneiders Erfolg ist, dass bei den IoT-Lösungen von Beginn die Guideline eingehalten wurde, immer auf offene Standards zu setzen. Bei der divergenten, vorhandenen Installationsbasis der Kunden ein kluger Schachzug, um auch mit Kunden ins Geschäft zu kommen, die zuvor von anderen Unternehmen beliefert wurden. Und Konzernchef Tricoire weiß: „Die Kunden interessieren sich nicht für unsere Produkte. Sie müssen ihre eigenen Herausforderungen und die ihrer Industrie meistern. Wir müssen dafür Lösungen entwickeln. Nicht das Geschäft der Kunden Geschäft machen, aber das beste Service dafür bieten. Wir ermöglichen es als Technologie-Unternehmen, unseren Kunden, ihre eigenen Innovationen anzubieten.“

Mr. Green, ein „Weltverbesserer“

Für den Konzernchef gibt es jedoch einen weitaus wichtigeren, über allen Gewinnen und sonstigen wirtschaftlichen Erfolgen und Kennzahlen stehenden Antrieb, sich für die weitere Digitalisierung einzusetzen. Zumindest versteht es Tricoire, glaubhaft zu vermitteln, dass in seiner Techniker-Brust nicht nur aus Gründen der Corporate Policy ein grünes Herz schlägt.

„Um zu verstehen, was wir wollen muss man beobachten, wie sich die Welt entwickelt“, erklärt er. Aus einer breiteren Perspektive gehe es darum, das digitale Leben als solches voranzutreiben. Eine stabile Energieversorgung zu garantieren, als Eckpfeiler von Fortschritt und Bildung und als Grundvoraussetzung für den Zugang zur digitalen Welt. Eine Welt, die Gemeinschaft, Wissen, Bildung und Fortschritt bedeutet, die Menschen und zunehmend auch die Maschinen vernetzt und in der die auf unserem Planeten vorhandenen Ressourcen besser, effizienter und nachhaltiger genutzt werden können. Green Building Lösungen etwa, mit denen die Energieeffizienz von Gebäuden dramatisch gesteigert werden kann – bis hin zu Plus-Energie-Häusern, die mehr Energie produzieren als ihr Betrieb benötigt. Oder energetisch optimierte Produktionsanlagen, die rund die Hälfte der zuvor benötigten Energie sparen – bei einer höheren Produktionsgeschwindigkeit, einer höheren Ausfallsicherheit, einer vereinfachten Bedienung und mehr Sicherheit.

EcoStruxure - das Schneider Electric Ökosystem für alle Digitalisierungsprozesse

EcoStruxure - das Schneider Electric Ökosystem für alle Digitalisierungsprozesse

„Das kann natürlich nur funktionieren, wenn es eine sehr solide, zuverlässige digitale Infrastruktur gibt“, führt Tricoire aus, und er weiß, dass die Herausforderungen in absehbarer Zukunft sicher nicht geringer werden.

Eine dieser Herausforderungen ist der waschende Energiehunger des IT-Sektors, der bisher bei nur rund zehn Prozent des weltweiten Energieverbrauchs liegt, angesichts der dynamischen Daten, die für Künstliche Intelligenz, Kryptowährungen, Bitcoins, Blockchains und andere Technologien mit einem enormen Energieverbrauch benötigt werden, verändert sich das aber. Im IT-Sektor wird der Energieverbrauch über die nächsten Jahre deutlich steigen. Aktuelle Zukunftsprojektionen gehen davon aus, dass er bald bei rund 20 Prozent liegen wird. „Für Schneider ist das sehr wichtig, denn über die letzten 15 Jahre haben wir den Bereich Data Center zu unserem größten Geschäftsbereich Schneider aufgebaut. Es ist unser am schnellsten wachsender Bereich und wir entwickeln weiter Technologien, um mit der Nachfrage und mit dem Druck, der von der IT auf das Netzwerk ausgeht, Schritt halten zu können“, erklärt Tricoire.

Über all dem steht eine große Herausforderung, die der Elektronikkonzern selbst bewältigen muss: Genug geeignete Mitarbeiter finden, um den Wachstumskurs der letzten Jahre beibehalten zu können. Der „War for Talents“ – der Wettbewerb um die besten Köpfe ist in der Branche mittlerweile so hart geworden, dass Schneider international zu besonderen Methoden greift. Diverse Sonder-Urlaubstage und Vergünstigungen, geförderte Aktien-Optionsprogramme und soziale Einrichtungen für Mitarbeiter, die international umgesetzt werden, sollen Ingenieure und Techik-Absolventen zum Unternehmen bringen und sie an Schneider binden.

„Unsere Technologie versichert, dass „Life is on“, dass das Leben vorangetrieben wird, es digitalisiert ist. Überall, für jeden und jederzeit. Das ist eine große Herausforderung, denn auf der Erde gibt es immer noch rund zwei Milliarden Menschen ohne richtige Energieversorgung“, saht Tricoire. „Es ist fast ein Paradoxon, dass es mittlerweile mehr Menschen gibt, die Zugang zu mobiler Kommunikation haben als es Menschen mit Zugang zu einer zuverlässigen Energieversorgung gibt.“

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