Schnäppchenjäger Groupon bekommt 250 Millionen Dollar

Schnäppchenjäger Groupon bekommt 250 Millionen Dollar

Groupon bekommt

Der Kabel- und Mediengigant Comcast ist der neue Big Spender von Groupon. Nach der Millionenfinanzspritze soll eine Partnerschaft angesteuert werden.

Chicago. Die US-amerikanische Gutschein-Plattform Groupon, die um ihre Zukunft ringt, hat einen überraschenden neuen Unterstützer: den US-Kabel- und Mediengiganten Comcast. Zunächst geht es um frisches Geld. Doch aus der Annäherung könnte auch eine tiefere Partnerschaft werden.

Das mit Problemen kämpfende Rabattcoupon-Portal Groupon bekommt eine Finanzspritze von 250 Mio. Dollar (219,7 Mio. Euro) und lotet eine engere Kooperation mit Comcast aus. Das Geld kommt von der Investmentfirma Atairos Management des früheren Comcast-Finanzchefs Michael Angelakis, wie Groupon am Montag mitteilte. Er zieht auch in den Verwaltungsrat von Groupon ein, der die Strategie des Unternehmens mitbestimmt.

Die Finanzspritze solle für allgemeine Zwecke inklusive Aktienrückkäufen eingesetzt werden, erklärte Groupon. Atairos bekommt dafür Schuldpapiere, die zum Jahr 2022 in Groupon-Anteile zu einem Preis von 4,50 Dollar je Aktie umgewandelt werden können. Comcast, zu dem der TV- und Film-Konzern NBC Universal gehört, prüfe strategische Partnerschaften mit Groupon. Der Konzern steht hinter den 4 Mrd. Dollar, die Atairos für Investitionen zur Verfügung hat.

Die seit Jahren schwächelnde Aktie rückte mit der Ankündigung am Montag um über neun Prozent auf 4,29 Dollar vor. Beim Börsengang im Herbst 2011 lag der Ausgabepreis noch bei 20 Dollar.

Bei Groupon können Restaurants, Dienstleister und andere Geschäfte Rabatt-Coupons anbieten, um Kunden zu werben. Außerdem verkauft Groupon selbst Waren mit Preis-Abschlägen und will verstärkt zur Plattform für lokale Händler werden. Comcast sehe Potenzial in der Verknüpfung des Groupon-Erfahrung im lokalen Geschäft mit seinem eigenen großen Netzwerk an Kunden und Werbepartnern, erklärte der Chef des Kabelgeschäfts, Neil Smit.

Groupon wuchs in den ersten Jahren rasant, doch die überhastete internationale Expansion sorgte danach für hohe Verluste, die bis zuletzt verzeichnet wurden. Allein im vergangenen Quartal fiel ein Minus von 46,5 Mio. Dollar an. Die Kummer gewohnten Anleger ließen den Aktienkurs nach den Zahlen trotzdem um ein Viertel hochschnellen, weil Groupon ein Umsatzplus von vier Prozent auf 917,2 Mio. Dollar erzielen konnte.

In Österreich hat Groupon im Jänner die Rabattjagd eingestellt . Und das Unternehmen aufgelöst.

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