Digitalisierung: „Wir brauchen einheitliche Datenmodelle“

SAP-Anwender-Kongress der deutschsprachigen Anwendergruppe (DSAG)

SAP-Anwender-Kongress der deutschsprachigen Anwendergruppe (DSAG)

Der 19. Jahreskongress der deutschsprachigen SAP-Anwender (DSAG) gab Gelegenheit dem Softwareriesen ein neues Pflichtenheft zu überreichen. Dick und rot angestrichen: die Kompatibilität auch mit Cloud-Services.

So richtig rund läuft es nicht zwischen SAP und den Anwendern der Software. Das zeigte der Mitte Oktober in Leipzig abgehaltene 19. Jahreskongress der deutschsprachigen Anwendergruppe DSAG. Mehr als 5.000 Teilnehmer waren nach Sachsen gekommen, um unter dem Motto „Business ohne Grenzen – die Architektur der Zukunft“ drei Tage lang Erfahrungen auszutauschen, aber auch um ihre Wünsche und Verbesserungsvorschläge für die SAP-Software auf den Tisch zu legen. Eine der Grundforderungen: Einheitliche Datenmodelle, denn so der DSAG-Vorstandsvorsitzende Marco Lenck, digitalisierte Geschäftsprozesse seien vor allem unternehmensübergreifend vernetzt und liefen in Echtzeit ab. Herkömmliche heterogene Standardlösungen würden deshalb nicht mehr ausreichen. „SAP ist hier gefordert, uns Lösungen anzubieten, die auf einheitlichen Datenmodellen mit weitreichenden Integrationsmöglichkeiten basieren. Nur so lassen sich End-to-End-Prozesse realisieren.“

Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender DSAG

DSAG-Vorstandsvorsitzender Marco Lenck: "On-Premise und Cloud-Integrationen sind notwendig."

Laut einer internen DSAG-Umfrage sehen in Sachen digitaler Transformation bereits 34 Prozent der Befragten ihr Unternehmen als weit oder sehr weit fortgeschritten. In Österreich ist dieser Anteil mit 39 Prozent sogar noch höher. „Hybride Modelle sind hier der Treiber“, so Lenck. Deshalb erkennt die DSAG auch die Notwendigkeit an, dass SAP den Weg in die Cloud konsequent weiter geht. Jedoch nicht jedes Unternehmen wird diesen Weg mitgehen. Insbesondere größere Unternehmen können und wollen personenbezogene Daten nicht in der Cloud speichern. „Deshalb muss SAP ein Portfolio bieten, dass sowohl On-Premise, als auch in der Cloud integrierbar ist“ fordert Wolfgang Honold, DSAG-Vorstand Österreich.

Wenig Bereitschaft zur Auslagerung

Wenn Prozesse in die Cloud ausgelagert werden, dann sind dies zumeist Marketing – und Vertriebsprozesse. Im DACH-Raum tun dies 48 Prozent der befragten Unternehmen, in Österreich ist man mit 37 Prozent eher noch zurückhaltender. Für die Auslagerung von Kernprozessen besteht hingegen eine größere Abneigung. Nur 10 Prozent der Unternehmen trauen sich das, in Österreich liegt dieser Anteil sogar nur bei 5 Prozent. Beim Großteil der Unternehmen verbleiben sie aber im ERP. ERP-Systeme spielen auch in der Architektur der Zukunft eine große Rolle. Immerhin 73 Prozent aller Unternehmen im DACH-Raum weisen ihnen eine hohe Relevanz zu, in Österreich liegt dieser Wert sogar noch höher, nämlich bei 83 Prozent. Konsequenterweise wünscht sich die DSAG, dass die Funktionen auch weiterhin in den Kernprozessen zur Verfügung stehen und nicht zugunsten einer Cloud-only-Lösung aufgegeben werden.

Eine weitere Forderung der DSAG sind offene Archetekturen, vor allem im Hinblick auf Online-Plattformen. Denn in der Realität bescheinigen zwar 54 Prozent der österreichischen Umfrageteilnehmer der hauseigenen SAP Cloud Plattform eine hohe Relevanz für die die Digitalisierung, Microsoft Azure liegt mit 49 Prozent aber nur wenig dahinter, und auch Amazon Web-Services spielt vor allem in der gesamten DACH-Region mit 31 Prozent noch eine gewichtige Rolle (Österreich: 15 Prozent). Google hat bei immerhin 10 Prozent aller österreichischen Betrieben eine wichtig Rolle inne. Wolfgang Honold fordert deshalb angesichts der heterogenen Strukturen: „Für den Schritt in die digitale Welt brauchen wir eine bessere Integration für SAP-Lösungen und unabhängige, interoperable Standards.“

Business-Suite soll weiter entwickelt werden

Eine besondere Rolle bei der digitalen Transformation spielt für die befragten Unternehmen S/4HANA. Mehr als drei Viertel geben an, dass diese SAP-Lösung hierfür eine hohe Relevanz besitzt, und zwar in Österreich wie auch im gesamten DACH-Raum. Eine fast genauso hohe Bedeutung hat die Business-Suite, die für die Hälfte aller Unternehmen eine hohe Relevanz hat, in Österreich gilt dies sogar für 68 Prozent der Befragten. SAP Leonardo schreiben aber nur 24 Prozent eine hohe oder sehr hohe Relevanz zu. Die DSAG fordert deshalb die Weiterentwicklung der Business Suite. Eine Vernachlässigung oder gar Aufgabe zugunsten der Cloud kommt für sie nicht in Frage.

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