Samsung entwickelt faltbares Smartphone-Display

Samsung Mobile Marketingchef Justin Denison bei der Präsentation des "Infinity Flex Displays".

Samsung Mobile Marketingchef Justin Denison bei der Präsentation des "Infinity Flex Displays".

Mit dem faltbaren "Infinity Flex Display" will Samsung eine neue Benchmark für Smartphones setzen. Das im Rahmen der Entwicklerkonferenz SDC2018 vorgestellte Display könnte 2019 mit ersten Modellen seine Marktpremiere feiern.

Wie kann das Smartphone-Design weiterentwickelt und verbessert werden? Diese Frage beschäftigt Smartphone-Hersteller seit langem. Ungeachtet der technischen Verbesserungen hat sich nämlich der Formfaktor der Geräte seit der Präsentation des ersten iPhones im Jänner 2007 nur unwesentlich verändert. Smartphones sind heute wie damals flache Rechtecke mit möglichst großen Displays, einem Minimum an Tasten und Knöpfen zur Bedienung und Kameras - wobei für das Design vor allem die Hauptkamera an der Geräte-Rückseite relevant ist.

Technische Innovationen und sinkende Herstellungskosten haben es ermöglicht, das Verhältnis von Display und Gehäuse immer weiter zu Gunsten der Displays zu verschieben. Bei der Größe der Displays hat man sich an die Faustregel "muss in der Sakko-Innentasche verstaubar sein" gehalten. Dank der mittlerweile funktionierenden Gesichtserkennung konnte bei Premium-Modellen wie dem iPhone X auf den sonst noch obligaten "Home-Button" verzichtet werden, und um die verfügbare Fläche voll auszureizen hat Samsung bei seinen "Edge" Modellen das Display über die Gehäuseseiten gezogen. Ansonsten: Alles wie gehabt.

Flexible Displays

Bis jetzt. Denn nun hat Samsung auf seiner Entwicklerkonferenz SDC in San Francisco einen Prototyp eines Smartphones vorgestellt, das mit einem falt- und aufklappbaren Display ausgestattet ist - eine Spielart, an der Techniker seit Jahren feilen; auch die von Mitbewerbern. Das aus einem neuen, biegsamen Material bestehend "Infinity Flex Display", wie Samsung seine Erfindung benannt hat, erweitert das Smartphone zu einem kleinen Tablet mit einem 7,3 Zoll (18,5 cm) großen Bildschirm, auf dem bis zu drei Apps gleichzeitig angezeigt werden können.

Google Android Chef Glen Murphy bestätigt, dass das faltbare Display vom Smartphone-Betriebssystm voll unterstützt wird.

Google Android Chef Glen Murphy bestätigt, dass das faltbare Display vom Smartphone-Betriebssystm voll unterstützt wird.

Laut Samsung ist das kein Prototyp einer fernen Zukunftsvision, sondern bereits eine fast greifbare Realität. Die Serienproduktion der flexiblen Displays soll in den nächsten Wochen anlaufen und bereits im nächsten Jahr könnten erste damit ausgestattete, aufklappbare Smartphones in den Handel kommen. Das Google-Betriebssystem Android unterstützt die Innovation jedenfalls. Für App-Entwickler stellt Samsung einen Developer-Kit zur Verfügung, damit diese ihre Apps dem faltbaren Display anpassen können.

Zu Samsungs Zukunftskonzept gehören auch eine neue Benutzeroberfläche namens "One UI" und eine intelligente Sprachsteuerung, "Bixby" - Samsungs Gegenentwurf zu Amazons Alexa und Apples Siri. Die deutschsprachige Version von Bixby soll in wenigen Monaten eingeführt werden. Auch für Bixby soll es ein Developer Studio geben, das es Entwicklern ermöglicht, Anwendungen dafür zu programmieren.

Kommentar
Peter Schentler, Principal Horváth & Partners Österreich

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