Samsung will runderneuertes Galaxy Note 7 anbieten

Samsung legt Recycling-Plan für Galaxy Note 7 vor. Der koreanische Elektronikriese will das Pannen-Smartphone runderneuert wieder auf den Markt bringen. Ein Teil der Geräte soll jedoch zerlegt und recycliert werden, um die zum Teil wertvollen Einzelteile wieder zu verwenden.

Samsung will runderneuertes Galaxy Note 7 anbieten

Seoul. 2,5 Millionen Pannen-Smartphones musste Samsung im Oktober 2016 wegen Brandgefahr einziehen. Kurz nach der Produkteinführung gingen die ersten Smartphones in Flammen auf. Noch bevor der Großteil der Geräte weltweit in den Handel gekommen sind, musste Samsung das Debakel eingestehen. Aus Sicherheitsgründen wurde das mit vielen Vorschusslorbeeren angekündigte Smartphone des Premiumklasse vom Markt genommen oder schon gar nicht mehr ausgeliefert. Der Rückruf des Galaxy Note 7 ist die größte Rückholaktion in der Mobilfunkgeschichte. Was mit den Geräten und den zum Teil wertvollen Komponenten geschehen sollte, war bis heute noch nicht bekannt.

Auf rund fünf Milliarden Dollar wird von Samsung der Schaden beziffert, der infolge des Debakels auf das Ergebnis gedrückt hat. Der Image-Schaden ust dabei noch nicht eingerechnet.

Doch genau zwei Tage vor der Produktpräsentation seines nächsten Top-Geräts in New York hat Samsung ein umfassendes Recycling-Konzept für das Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 vorgelegt. Diese sieht einen Verkauf der runderneuerten Smartphones oder die Verwertung von einzelnen wiederverwertbaren Komponenten vor. Komponenten wie Kupfer, Nickel, Gold und Silber sollen ins Recycling kommen. Ziel sei ein "umweltfreundlicher" Abbau der riesigen Lagerbestände.

Die generalüberholten Pannen-Smartphones sollen wieder in den Handel kommen. Die zweite Variante sieht vor, die Geräte als Mietgeräte Behörden anzubieten. Angaben zu den Märkten und Termine für einen Auslieferungsbeginn würden später mitgeteilt.

Der südkoreanische Konzern hatte im Oktober 2016 die Produktion des Galaxy Note 7 komplett eingestellt, weil er die Probleme mit explosionsgefährdeten Akkus nicht in den Griff bekommen hatte. Fluggesellschaften in den USA und zahlreichen anderen Ländern verboten die Mitnahme der Smartphones.

Samsung hatte im Jänner 2017 - rund vier Monate nachdem die Geräte vom Markt genommen wurden - nach umfangreichen Tests die Schuld auf sich genommen. Rund 700 Samsung-Experten hatten die Zwischenfälle mit den brennenden Akkus von dem als Flaggschiff apostrophierten Top-Gerät Galaxy Note7 nachgestellt, um den Ursachen auf die Spur zu kommen. Über 200.000 Geräte und mehr als 30.000 Akkus wurden dabei untersucht und getestet.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßte die geplanten Recycling-Maßnahmen. Nach monatelangen Kampagnen und Protesten angesichts der Umweltfolgen der Rückrufaktion sei der von Samsung angekündigte Plan eine "großer Gewinn" für alle an den Protesten Beteiligten und ein Schritt hin zu einer Richtungsänderung bei der Produktion und beim Umgang mit Elektronikgeräten.

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