Falsche Hoffnungen durch Pokemon: Nur wenige Nutzer bezahlen in Apps

Falsche Hoffnungen durch Pokemon: Nur wenige Nutzer bezahlen in Apps

Das erfolgreiche Handy-Spiel "Pokemon Go" befeuert die Wunschvorstellung der App-Entwickler, durch Käufe innerhalb der Mini-Programme Geld zu verdienen. Doch das ist illusorisch, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Der Boom um das Handy-Spiel Pokémon Go verleitet schnell zu einer neuen Goldgräberstimmung im App-Markt: Mehr als 1,6 Millionen deutsche Pokémon-Go-Nutzer – immerhin 20 Prozent der Personen, die die App heruntergeladen haben – haben seit der Markteinführung Geld für In-App-Käufe ausgegeben, so das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Unter "In-App-Käufen" versteht man in der Branche die Möglichkeit, dass Kunden innerhalb der App mit einem einfachen Tippen Mini-Beträge für Zusatzliestungen ausgeben können - etwa für virtuelle Hilfsmittel, mit denen das Spiel leichter wird und man gegenüber den Mitspielern einen Vorteil ergattert. Doch die Realität sieht für alle anderen Apps anders aus, wie eine Studie von AppsFlyer, einem Anbieter von Tracking-Lösungen für mobile Werbekampagnen, zeigt.

Lediglich 5,2 Prozent der mobilen User tätigt überhaupt In-App-Käufe, in Europa liegt die Zahl mit 5,0 Prozent sogar noch niedriger. Dafür ist der Warenkorb-Wert bei diesen Wenigen umso höher: 9,60 Dollar geben diejenigen monatlich aus, die überhaupt In-App kaufen. In Europa liegt der Betrag mit 5,19 Dollar deutlich niedriger, während die Ausgaben für Gaming-Käufe in Asien und die in nordamerikanischen Shopping-Apps deutlich über dem Durchschnitt liegen.

Apple-Kunden sind spendabler

Dass Apple-Freunde tiefer in die Tasche greifen als andere, kennt man von der Hardware selbst und von Zusatz-Software oder Zubehör. Die Studienautoren von AppsFlyer finden dieses Szenario auch bei den In-App-Käufen: Während nur 4,6 Prozent der globalen Android-Nutzer innerhalb von Apps einkaufen, sind dies bei iOS 7,1 Prozent, und die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben differieren von 7,17 Dollar zu 15,24 Dollar ebenfalls erheblich. Geben die Apple-Nutzer für Gaming 15,34 Dollar im Monat aus, so ist dies bei Android mit 7,31 Dollar nicht einmal die Hälfte. Noch deutlicher wird die Diskrepanz bei den Shopping-Apps: Der Warenkorb der iOS-Nutzer liegt pro Monat bei 42,82 Dollar, jener der Android-Nutzer bei 15,71 Dollar.

Spannend allerdings, dass in Europa immerhin 5,3 Prozent der Android-Nutzer In-App kaufen, während es bei europäischen iOS-Nutzern nur 4,2 Prozent sind. Dennoch liegt der Monatsumsatz bei iOS mit 8,46 Dollar deutlich höher als der bei Android mit 4,44 Dollar.

Asien als reizvoller Markt

Europäische App-Vermarkter sollten einen Markteintritt in asiatische App-Stores prüfen, heißt es von den Studienautoren. Denn insgesamt liegen asiatische Mobile-Nutzer mit In-App-Ausgaben von 0,7 Dollar pro Monat 40 Prozent über dem globalen Durchschnitt von 0,5 Dollar. Bei Handy-Spielen öffnet sich die Schere noch viel weiter, denn die Asiaten geben mit 0,56 Dollar satte 75 Prozent mehr aus als der Rest der Welt mit 0,32 Dollar.

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