Online-Shopping in China: Bei Alibaba & Co günstig einkaufen

Online-Shopping in China: Bei Alibaba & Co günstig einkaufen

Shopping in China: Eine virtuelle Welt mit vielen ungewöhnlichen und billigen Produkte, die jedoch auch voller Risiken ist, wenn man sich nicht an die Spielregeln hält.

Einkaufen bei Alibaba, AliExpress oder Wish: Was die Portale anbieten, welche Risiken bestehen, was die Marktplätze für die sichere Abwicklung der Käufe tun und was bei Steuern und Zöllen zu beachten ist.

Wenn es ums Online-Shoppen geht, denken die meisten an Amazon. Ein breiteres Sortiment gibt es nirgendwo. Pro Jahr macht der US-Konzern einen Umsatz von 200 Milliarden Euro. Aber es gibt Konkurrenten, die den Shopping-Giganten herausfordern. Groß im Geschäft sind dabei die Asiaten. Einer der größten Herausforderer ist Alibaba.com, die chinesische Handelsplattform macht einen Jahresumsatz von 50 Milliarden Euro, und drängt nun mit seiner Tochter-Gesellschaft AliExpress.com, die auf Privatkunden spezialisiert ist, verstärkt nach Europa. Alibaba selbst ist dick im B2B-Geschäft, bietet aber mittlerweile auch Waren für Endkunden an. Ein weiterer Anbieter, der sich in Europa ausbreitet, ist Wish.com. Das Unternehmen agiert zwar von den USA aus, die meisten Händler, die darauf ihre Ware feil bieten, stammen jedoch aus China. Wie Wish sind auch die Onlinehändler Alibaba und AliExpress wie eBay Vermittler zwischen Händler und Kunden.

Nach Angaben des Handelsverbands Consumer Check kaufen bereits rund 60 Prozent der Österreicher bei chinesischen Online-Händlern ein, bei den unter 39-jährigen sind es über 70 Prozent. 560 Millionen Pakete wurden so laut Verband von China in nur einem Jahr nach Österreich versendet. Gezahlt wird in Dollar.

Das Angebot von AliExpress bietet wie Amazon praktisch alles quer durch den Gemüsegarten. Von Bekleidung, Handys, Computer, Haus & Garten, Sportbekleidung und -ausrüstung und Heimwerken. Alles bereit, um nach Europa verschifft zu werden.

AliExpress: Mix aus spottbilliger Chinaware und westlichen Marken
Allen gemeinsam ist eine riesige Auswahl an spottbilligen chinesischen Produkten. Manche Markenartikel wie Nike-Schuhe kosten für Männer schon auch mal fast 200 Dollar. Ein Bikini um fünf Dollar oder gerade einmal, wenn es hoch hergeht, etwas über zehn Dollar, ist schon mal eine Überlegung wert. Handyzubehör wie ein Glasschutz für das iPhone kostet beispielsweise nicht einmal zwei Dollar. Ein Abendkleid 'Made in China' ist zwischen 23 und 140 Dollar veranschlagt.

Bei elektronischem Zubehör hat AliExpress auch so einiges zu bieten. Es werden beispielsweise GPS-Tracker, Alarmanlagen, Dash Kameras geboten oder Lampen in allen Variationen. Ein digitaler Alkohol-Tester um 6,99 Dollar oder eine elektrische LED-Luftpumpe für Autoreifen wird um 23 Dollar offeriert. Erstaunlich Günstiges findet sich auch in der virtuellen Gesundheitsabteilung. Hörgeräte gibt es schon um 25 Euro das Stück. Eine Uhr, die Blutdruck und Schritte zählt und auch gleich ein EKG erstellt und die Kalorienzufuhr angibt, ist um rund 40 Euro zu haben.

Aber auch Markenware wie Nike & Co finden sich beispielsweise auf AliExpress.com. Ob die Produkte Fakes sind oder nicht, lässt sich allerdings für Laien nicht erahnen. Westliche Markenwaren auf chinesischen Portalen zu kaufen, stellt aber ohnehin nur bedingt eine Verlockung dar, da die Preise vielfach nicht günstiger sind als hierzulande. Ob die Artikel etwas taugen, oder vielleicht auch keine Markenware sind, kann es aufschlussreich sein, die Kundenbewertungen abzugeben. Der Vorteil bei Alibaba: Wenn man Fragen zum Produkt an den Händler hat, kann man sich mit einem Klick direkt per Mail an diesen wenden.

Wish.com: Für eine Handvoll Goldfische
Am bekanntesten und beliebtesten in Europa ist jedoch Wish.com. Die Onlineplattform wird in sozialen Medien beworben und lockt mit extrem niedrigen Preisen. Geworben wird mit Rabatten von bis zu 90 Prozent. Das liegt daran, dass die Artikel häufig aus China stammen. Eine hohe Qualität der Produkte sollte man für wenig Geld nicht erwarten. Dafür gibt es allerlei Ungewöhnliches zu erstehen, generell eine Spezialität der asiatischen Online-Portale. So bietet wish.com abwaschbare Sofabezüge, die vor Hunde- und Katzen schützen, kreativ gestaltet Pflanzenübertöpfe oder beispielsweise ein Wand-Aquarien, das Platz für eine Handvoll Goldfische bieten.

Alibaba: Vom Kran, über die Hühnerfarm bis zu Bikes und Spitzenhöschen
In der Breite des Angebots nicht zu übertreffen ist Alibaba.com. Das liegt daran, dass es ein Sammelsurium von Waren für Unternehmen und Privatkunden ist. Man merkt jedoch, dass die Handelsplattform vor allem auf Geschäftskunden ausgelegt ist, ist diese doch der größte Online-Business-to-Business-Marktplatz der Welt. Man kann dort genauso einen Bagger um 100.000 Dollar kaufen, wie einen Industrielaser um 250 Dollar oder ein schickes Titan-Mountain-Bike um 500 Dollar. Wer eine Hühnerfarm eröffnen oder erweitern will, ist ab 18.000 Dollar dabei. Dafür gibt es die neueste Entwicklung am Hühnerfarm-Ausrüstung mit neuestem automatischen Fütterungs- und Trinkmechanismen und Ventilatoren. Für den Heimwerker: Eine Nähmaschine um rund 30 Dollar.

Alibaba: Viele Artikel mit Mindeststückzahl
Als privater Käufer oder als Großabnehmer kann man auf dem Portal vom Spitzenhöschen, Lockenwickler, Rasierer und andere Handelswaren stehen, wenn auch häufig eine Mindestabnahme was die Stück betrifft, verlangt wird. Im besten Fall reichen zwei Stück, meistens ist aber der Kauf von mindestens zehn Stück vom selben Artikel oder mehr erforderlich. Die Auswahl ist groß und viele Kleidungsstücke auch für westliche Geschmack optisch durchaus ansprechend und, wenn es China-Ware ist, auch recht günstig. Ein Fußballerdress vom Shirt bis zu den Socken kostet pro Stück, sofern man mindestens fünf Dressen nimmt, 12,50 Dollar.

Einiges zu bieten, hat Alibaba beispielsweise auch auf dem Gebiet der Party-Ausstattung. LED-Party-Brillen werden um 1,90 Dollar verkauft, sofern man bereit ist mindestens 100 Stück davon zu ordern. Wer Kleidung aus Asien kauft, riskiert die falsche Größe zu kaufen. Nicht selten entspricht unserem "M" oft nur der Größe "S".

Wer nicht weiß, was er kaufen soll, kann sich an den Bestsellern orientieren, die für jedes Segment dargestellt sind. Gerade einer der Verkaufshits: Ein beutelloser Staubsauger der Marke Tinton Life um 93,81 Dollar. Die Lieferung ist je nach Anbieter und gekauftem Produkt oder Menge mitunter gratis.


Worauf Sie beim Online-Shopping in Asien achten sollten

Beim Onlineshopping in China gelten jedoch mitunter andere Spielregeln, als wenn man bei westlichen Online-Läden einkauft. und man sollte sich der Risiken im Klaren sein. Dann tappt man auch nicht so leicht in die Falle. Trend.at sagt Ihnen worauf sie beim virtuellen Shopping auf chinesischen Seiten achten sollten, mit welchen Tricks sie rechnen müssen und was steuerlich zu beachten ist.

Beliebte Maschen der Betrüger

1. Gefälschte Ware Wenn es Probleme gibt, sind die Gründe meistens, dass das bestellte Produkt gefälscht ist. In China geht schon der Gesetzgeber mit Urheberrechten wesentlich lockerer um als im Westen. Gefälschte Artikel findet man in China deshalb immer wieder, der Online-Handel ist da keine Ausnahmen.
2. Vorauszahlung als Falle. Dem Kunden eine Vorauszahlung herauszulocken. Die Ware wird jedoch nie geliefert.
3. Waren werden zu Schleuderpreisen angeboten . Zahlt der Kunde, erhält er die Ware aber erst, wenn bereit ist mehr zu überweisen als ursprünglich vereinbart war.
2. Händler taucht ab. . Bei Geschäften im Internet kommt jedoch das Risiko hinzu, dass der Händler abtaucht beziehungsweise offiziell nie existiert hat. AliExpress versucht diesem Problem allerdings Herr zu werden und bietet deshalb einen gut durchdachten Käuferschutz. Die Schwachstelle ist die Verifizierung der Händler. Unter der Rubrik AliExpress Security Center werden deshalb sogar Tipps gegeben, um zu meiden, Betrügern aufzusitzen.


So schützen Sie sich

Extrem billig, ist kann auch extrem riskant sein. Billige Ware von Angeboten zu unterscheiden, die zu billig sind, um wahr zu sein, ist gerade bei Waren aus Asien keine einfache Sache. Am besten ist noch immer in sich zu gehen und sich fragt, ob der Preis wirklich realistisch ist, falls Preisvergleiche von irgendwelchen Spezialprodukten nicht so einfach möglich sind.
Lesen Sie Bewertungen. Wenn ein Händler viele guten Bewertungen erhält, kann das schon gutes Indiz dafür sein, ob dieser seriös arbeitet. Garantie ist es natürlich auch keine. Schließlich können auch Händler-Accounts geknackt werden. Getürkte Bewertungen sind schließlich auch in China möglich.
Waren die sich leicht fälschen lassen meiden. Von Elektronikgeräten wie Speicherkarten sollte man von vorneherein lieber nicht aus Asien ordern. Die Speicherkapazität lässt sich beim besten Willen nicht vorab prüfen. Das gleiche gilt für Akkus. Dazu zählt auch
Keine Markenartikel kaufen. Zu viele Gauner stürzen sich in Asien auf dieses lukrative Geschäft. Lassen Sie nicht nur wegen der relativ hohen Preise, die dafür schon mal verlangt werden, sondern wegen des hohen Risikos ein Fake zu kaufen, von einem Kauf Abstand. Häufig offeriert werden Produkte von Nike, Apple oder Samsung.
Zahlen per App riskant. Konsumentenschützer warnen bei der Plattform wish.com per App zu zahlen. Zwar sei der Zahlungsdienstleister seriös, aber eine Garantie auf Lieferung und Qualität der Ware gebe es nicht.
Hohe Versandkosten drohen. Jeder Shop verlangt eigene Versandspesen. Wer bei mehreren Händler bestellt, muss damit rechnen hohe Versandkosten zu zahlen.
Bei Wish laufen alle Reklamationen über das Portal, nicht über den Händler. Das kann die Sache mühsam machen. Reklamation und Umtausch kann so zu einem schwierig werden. Beschwerden kommen laut der deutschen Verbraucherzentrale gar nicht so selten vor. Die Ware ist oft beschädigt oder kommt gar nicht an. Mahnungen werden schon mal noch vor Auslieferung der Ware verschickt.
Wish hat Zugriff auf Kontakte, Bilder und Videos. Überlegen Sie es sich zweimal die App von Wish.com zu installieren. Der mobile Online-Shop erhält so Zugriff auf ihre persönliche Daten wie Kontakt und Bilder. Berechtigung, die man für das Online-Shoppen nicht benötigt und dessen Unternehmen in den USA sitzt. Nicht gerade beruhigend.


Onlinehändler als Treuhänder
Werden all diese Punkte beachtet, hält sich das Risiko allerdings auch wieder in Grenzen. Manche Online-Marktplätze wiederum tun auch einiges für die Sicherheit der Zahlungen ihrer Kunden. So verwaltet AliExpress das Geld seiner Kunden auf Wunsch treuhändisch so lange, bis der georderte Artikel beim Kunden eingelangt ist und für gut befunden worden ist. Sobald die Onlineplattform das OK gibt, wird das Geld an den Händler weiterzuleiten. Kunden müssen daher nicht mit Paypal zahlen, um sich so zu schützen, es reicht eine klassische Kreditkarte für den Geldtransfer.

AliExpress gibt Käufern Geld-zurück-Garantie
AliExpress bietet zudem eine Garantie, die von den Verkäufern für jedes einzelne verkaufte Produkt gewährt wird. Wenn es nicht wie beschrieben ist oder schadhaft ist, kann der Käufer das Geld zurück zu verlangen oder dieser kann den Artikel behalten und bekommt einen Teil des Geldes zurück. Der Antrag auf Rückerstattung ist allerdings spätestens in 15 Tage nach Erhalt der Bestellung zu stellen. Stimmt das bestellte Produkt nicht mit den Angaben auf der Webseite überein oder ist fehlerhaft, müssen sich die Kunden zunächst aber direkt im Chat mit dem Händler in Verbindung setzen – sofern dieser existiert. Die Gebühr für den Schiffs- oder Lufttransport kann man sich bei einer Reklamation der Ware ebenfalls zurückholen.

Alibaba: Gratis Versicherung der Ware
Der B2B- und B2C-Spezialist Alibaba steht in solchen Fällen für die Zahlung seiner Kunden an Händler im Notfall ebenso gerade. Sollten die Lieferanten nicht rechtzeitig liefern oder die Produktqualität nicht stimmen, empfiehlt der Online-Vermittler aber auch zunächst mit dem Händler direkt in Kontakt zu treten. Führen diese Gespräche zu keinem Ergebnis, übernimmt Alibaba die Auslagen des Käufers.

Insgesamt ist der Schutz der Käufer mit all diesen Sicherheitsmaßnahmen schon recht ausgereift.


Zölle und Steuern

Bei Bestellungen von Waren im Internet aus Drittländern (das sind alle Nicht-EU Länder) können Zoll und Einfuhrumsatzsteuer (in bestimmten Fällen auch Verbrauchsteuern) für den Konsumenten als Endverbraucher anfallen. Diese Kosten bzw Gebühren finden sich selten auf den Internetseiten von Aliexpress & Co.

Die Steuerexperten von TPA haben die wichtigsten Punkte zu Steuerfragen zusammengefasst:
Umsatzsteuerpflicht ab 22 Euro. Waren aus Drittländern wie China Asien, die über das Internet gekauft werden, sind ab einem Warenwert von 22 Euro einfuhrumsatzsteuerpflichtig. Liegt der Wert der Bestellung zwischen 22 und 150 Euro, ist der Import zollfrei, aber nicht von der Umsatzsteuer befreit.
Zollgebühr ab 150 Euro. Zusätzlich fällt ab einem Warenwert von 150 Euro Zoll an, wobei sich die Höhe der Zollabgaben nach dem Produkt, dem Wert und dem Ursprungsland richtet.
Zollwert bemisst sich am Kaufpreis inklusive Steuern. Der Wert der Ware an dem sich der Zoll bemisst, bezieht sich auf den Kaufpreis. Das ist der Preis inklusive Versandkosten, etwaige Versicherung und zuzüglich ausländischer Steuern.
Zoll bemisst sich am Zollwert. Bemessungsgrundlage für den Zoll ist in der Folge aber der Zollwert. Das ist der Kaufpreis inklusive Versandkosten und etwaiger Kosten für die Versicherung.
Notwendige Unterlagen. Da bei Bestellungen über Alibaba oder Aliexpress häufig die für die Zollabfertigung der Sendungen notwendigen Unterlagen fehlen, werden die hierfür notwendigen Daten regelmäßig beim Empfänger der Bestellung nachgefragt. Dieser muss gegenüber der Zollstelle der Post in der Folge den Kaufpreis sowie die Versandkosten mit entsprechenden Belegen nachweisen. Eine eigene Registrierung des Privatkunden ist dafür nicht erforderlich. Bestellt eine Firma etwas in einem Drittstaat ist unter gewissen Umständen jedoch eine Registrierung und die Vorlage einer EORI-Nummer (Economic Operators´ Regristration and Idientification-Nummer) vorgeschrieben. Die Nummer ist EU-weit gültig. Die Angaben einer solchen Nummer ist bereits ab dem ersten Export- oder Import Pflicht. Die Zollstelle ermittelt in der Folge die Abgaben, schreibt diese dem Empfänger vor, der die Sendung nach Zahlung der Abgaben erhält.

Risiko, dass bezahlte, aber nicht verzollte Ware beschlagnahmt wird, liegt beim Käufer
Privatkäufer sollten sich am besten noch vor dem Kauf darüber informieren, ob sie oder der Händler die Abgaben und Zölle abführen. Am besten man klärt zur Sicherheit auch ab, ob der gewünschte Artikel auch nach Österreich eingeführt werden darf. Nur leider "vergessen" manche Händler darauf, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer zu zahlen, andere wiederum wissen es gar nicht, wie ein TV-Interview mit kleinen Händlern zeigte wissen davon gar nichts.


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