"Wir nehmen das Thema Security sehr ernst"

"Wir nehmen das Thema Security sehr ernst"

Michaela Novak-Chaid: "Drucker sind eine oft unterschätzte Gefahrenquelle."

Michaela Novak-Chaid, Geschäftsführerin von HP Austria, über in Unternehmen oft unterschätzte Gefahrenquellen wie Netzwerk-Drucker und Laptops ohne Blickschutzfilter.

trend: Vor zwei Jahren hat HP einen radikalen Schritt gesetzt und das Unternehmen in die Bereiche Printing und Computing - und HP Enterprise aufgeteilt. Sie sind seither Geschäftsführerin der Printing- und Computing Division. Wie hat sich der Bereich seit dem Split entwickelt?
Michaela Novak-Chaid: Rückblickend war der Split eine absolut richtige und gute Entscheidung. Seither hat sich unser Geschäft extrem dynamisch entwickelt. Wir haben ein nachhaltiges, zweistelliges Wachstum und sind extrem zufrieden, sowohl was die Entwicklung des Consumer- als auch des Businesskundengeschäfts betrifft. Wir sind jetzt wieder die Nummer eins im Printing- und im PC-Bereich und haben quer über das Produktportfolio viele Innovationen in den Markt gebracht, auch im Zusammenhang mit Datenschutz und Sicherheit.

trend: Datenschutz und Sicherheit haben nicht zuletzt wegen der EU-Datenschutz-Grundverordnung, die im Mai in Kraft tritt, eine besondere Aktualität. Was kann HP als Hardware-Hersteller dazu beitragen?
Novak-Chaid: Das beginnt beim Produktdesign. Die Geräte - Laptops und PCs - sind dünn, leicht und vor allem sicher. Das gilt natürlich auch für unsere Drucker. Ein wichtiger Punkt zum Schutz von Daten ist die biometrische Authentifizierung, etwa die Integration von Fingerprint-Sensoren zur Benutzer-Authentifizierung. Die gibt es sowohl bei unseren Computern als auch bei den Druckern. Unsere „Sure Click“ Technologie sorgt dafür, dass man sich beim Surfen im Internet nicht infiziert: Wenn man auf eine infizierte Website kommt, wird die in einer Art Sandbox geöffnet. Selbst wenn man auf eine infizierte Website kommt, kann Schadsoftware das System nicht angreifen. Wir bieten damit sozusagen eine Art Hardware-basierten Virenschutz.

trend: Hacker und anderen Angreifer brauchen aber gar nicht immer einen direkten Zugriff auf die Geräte. Mitunter reicht ein Blick auf den Bildschirm um an vertrauliche Informationen zu kommen. In öffentlichen Verkehrsmitteln ist das zum Beispiel ganz einfach.
Novak-Chaid: Auch gegen dieses sogenannte Visual Hacking haben wir mit „Sure View“, einem elektronischen Privacy Filter, einen wirksamen Schutz entwickelt, der in vielen neuen Business-Geräten und High-End-Consumer-Modellen integriert ist. Wenn die Funktion aktiviert ist – was ganz einfach mit einem Keyboard-Shortcut möglich ist – kann man nur wenn man direkt vor dem Bildschirm sitzt erkennen, was dort angezeigt wird.


Unternehmen erkennen oft lange nicht, dass sie gehackt wurden.

trend: Eine oft unterschätzte Schwachstelle im System sind Drucker, besonders Netzwerkdrucker, die von mehreren Personen genutzt werden.
Novak-Chaid: Das stimmt. Drucker sind eine oft unterschätzte Gefahrenquelle. In vielen Betrieben sind sie Einfallstellen für Hacker und andere Angreifer und die Unternehmen erkennen oft lange nicht, dass sie gehackt wurden. Im Schnitt dauert das ungefähr 200 Tage. Wir nehmen das Thema Security daher sehr ernst. Unsere Drucker gehören zu den sichersten am Markt. Seit Jahren sind in unseren Geräten verschlüsselte Festplatten eingebaut. Die Sure Start-Funktion, die in unseren Netzwerkdruckern Standard ist, erkennt allfällige durch Malware verursachte Änderungen in der Firmware und kann diese selbstständig rückgängig machen. Die Runtime Intrusion Detection erkennt während der Laufzeit Schadcodes in der Firmware und behebt dieses Problem automatisch.

Geschäftsführerin HP Austria Novak-Chaid demonstriert kompetitive Tintenstrahl-Drucker: Top-Qualität bei 50 Prozent Kostenersparnis.

trend: Die Schwachstelle ist aber oft auch hier der Mensch - etwa wenn vertrauliche Dokumente im Drucker vergessen werden.
Novak-Chaid: Das ist ein besonderes Problem bei Netzwerk- oder Stockwerksdruckern, die von mehreren Personen genutzt werden. Lösungen wie "Follow-Me-Technologien" stellen sicher, dass Ausdrucke nicht in fremde Hände gelangen - was auch im Zusammenhang mit dem Daten- und Dokumentenschutz ein wichtiges Thema ist.


Mit Page-Wide-Printig werden die Druckkosten halbiert.

trend: Sicherheit ist im Printing-Bereich aber natürlich längst nicht alles. Das "papierlose Büro" wird es wohl nie geben. Kosten, Geschwindigkeit und Qualität werden daher ein Dauerthema bleiben. Vor allem in Bereichen, in denen viel gedruckt wird.
Novak-Chaid: Das stimmt, und auch dazu gibt es spannende Innovationen. Unsere neueste ist das Page-Wide-Printing, mit dem wir die Tintenstrahl-Technologie für den Office-Bereich interessant machen. Dabei gibt es einen starren Druckkopf in der selben Breite des Papiers, auf dem gedruckt wird. Das Papier wird nur noch unter dem Druckkopf durchgezogen. So können bis zu 70 Seiten pro Minute gedruckt werden, bei 50 Prozent günstigeren Kosten als bei Laser-Druckern.

trend: Ein großes Thema der letzten Jahre ist das 3D-Printing. Was meinen Sie? Wird bald jeder einen 3D-Drucker zuhause haben?
Novak-Chaid: Davon sind wir noch ein Stück weit entfernt, nicht zuletzt wegen der Kosten. Aber auch im 3D-Druck sind unsere Printer extrem kompetitiv. Unsere Multi Jet Fusion Drucker, die auf der Tintenstrahl-Drucktechnologie basieren, werden allerdings vorerst noch ausschließlich im Bereich der Produktion eingesetzt, etwa im Rapid Prototyping, wo es eine Partnerschaft von HP und BMW gibt. Unsere Drucker sind zehn Mal so schnell wie alle anderen Drucker am Markt und extrem kostengünstig. 3D-Printing ist aber dennoch mehr ein Zukunftsthema. Aktuell wächst der Bereich Digitaldruck extrem stark. Personalisierung ist dabei ein ganz wichtiges Thema bei verschiedensten Drucksorten wie Prospekten oder Rechnungen.


Zur Person

Michaela Novak-Chaid, 47, arbeitet seit 19 Jahren in unterschiedlichen Positionen bei HP. Nach Karrierestationen bei FACC Fischer Advanced Composite Components und ABN Amro Bank erfolgte 1998 ihr Einstieg bei HP als Credit & Risk Manager im Bereich Financial Services für Zentraleuropa, den Mittleren Osten und Afrika. Ende 2006 übernahm sie als Finanzdirektorin die Verantwortung für den gesamten Finanzbereich von HP Österreich, gleichzeitig wurde sie Mitglied der Geschäftsleitung. Mit Juni 2015 wurde sie zur Geschäftsführerin der neuen HP Austria GmbH ernannt. Sie verantwortet das gesamte Printing- und PC-Geschäft für Österreich. Im Oktober 2017 wurde sie zur neuen Präsidentin der Internetoffensive gewählt.


Download

Whitepaper "Umfassende IT-Security trotz knapper Ressourcen"

Whitepaper "Umfassende IT-Security trotz knapper Ressourcen" Zum Download klicken Sie bitte auf die Abbildung.

Zum Download des Whitepapers klicken Sie bitte auf die Abbildung oder den untenstehenden Link.

  • IDC White Paper; sponsored by HP Inc.
  • September 2017
  • Autor: Nick Tahamtan
  • Download


In Kooperation mit HP

Ravin Mehta, Gründer von "The unbelievable Machine Company" (*uM)

Digitalisierung: Vorwärts in die Zukunft

Big Data, big Business: "Daten sind besser als Öl"

Digitalisierung: Vorwärts in die Zukunft

Künstliche Intelligenz: Keine Angst vor denkenden Computern

Interview
Otto Schell, Vorstand IoT-/Business Transformationen der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DASG)

Digitalisierung: Vorwärts in die Zukunft

„Wir sollten lernen, die Digitalisierung ernst zu nehmen“