Nordkorea: Google Maps-Tour zu Atomzentren, Grenzen und Straflagern

Google Maps ermöglicht eine Nordkorea-Tour zu relevanten Plätzen im hermetisch abgeriegelten "Problem-Staat".

Nordkorea: Google Maps-Tour zu Atomzentren, Grenzen und Straflagern

Die Provokationen von Nordkorea und die Reaktion von Südkorea und den USA darauf schüren die Angst vor einem Krieg. Nicht nur in der Region stellt man sich die Frage, wie irre der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un eigentlich ist und ob das Säbelrasseln wirklich nur innenpolitische Gründe hat.

Allzu viel ist über die Lage in dem Land nicht bekannt, sicher ist nur, dass die Bevölkerung unter Hungersnöten leidet und Nordkorea wirtschaftlich und technologisch rückständig ist.

Auf Google Maps jedenfalls ist Nordkorea durchaus einzusehen – das gibt uns die Möglichkeit, für den Konflikt relevante Plätze anzusehen. Google hat Ende Jänner detaillierte Karten von Nordkorea online gestellt . Damit kann die ganze Welt einen Blick auf das hermetisch abgeriegelte Land werfen – nur die Nordkoreaner selbst nicht.

Karte 1: Atomversuch im Februar

Mitte Februar schockt Nordkorea die Welt mit einem neuerlichen Atomversuch, der nach Angaben des Landes „erfolgreich“ verlaufen war. Zunächst hatten Mess-Stationen in Asien und Nordamerika ein Erdbeben registriert, das sich letztlich als Atomversuch im Norden Nordkoreas herausstellte.
Auf dieser Karte von Google Maps ist das Gebiet eingegrenzt:


Karte 2: Verdächtige Straßen und Gebäude im Atomversuchsgelände

Etwas südlich davon befindet sich eine “Nuclear Test Road” – natürlich heißt diese STraße nicht offiziell so, doch auf Google Maps ist sie als solche eingezeichnet. Wer näher zoomt und sich die Umgebung der Straße ansieht, entdeckt einige „verdächtige“ Gebäude.


Karte 3: Gefangenenlager im Norden des Landes

In Nordkorea soll es nach Schätzungen von Amnesty International rund 200.000 politische Gefangene geben, die in Straflagern gefangen gehalten werden oder in Minen schuften müssen. Wie die North Korean Economy Watch berichtet, wurde das Camp Nr. 25 im Norden des Landes in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut. Hier eine Karte des Camps:


Der Autor Blaine Harden beschreibt in seinem Buch “Escape From Camp 14” die Flucht von Shin Dong-hyuk, dem es gelang, aus einem solchen Lager zu entkommen.

Karte 4: Raketenstartanlage

In Musudan-ri im Nordosten des Landes befindet sich ein älteres Gelände für Raketenstarts, das im Vorjahr stark erweitert wurde. Von dort könnten theoretisch Interkontinentalraketen starten.


Karte 5: Umstrittener Industriekomplex

Die jüngste Eskalationsstufe war durch die Blockade der Sonderwirtschaftszone in Kaesong ausgelöst worden – Nordkorea hatte südkoreanischen Arbeitern den Zutritt verwehrt. Hier eine Karte des Gebiets:


Karte 6: Atomreaktor in Yongbyon

Ein ewiger Streitpunkt ist das Atomzentrum in Yongbyon. Heute hat EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton den Neustart dieses Zentrums bedauert und es als Verletzung der UN-Resolutionen bezeichnet. Hier eine Karte des Geländes:


Karte 7: Die Hauptstadt Nordkoreas

Pjöngjang mit rund 3,3 Millionen Einwohnern ist die Hauptstadt Nordkoreas. Dort steht auch das Denkmal Mansudae mit zwei, jeweils 20 Meter hohen, Bronzefiguren von Kim Il-Sung. Hier das bombastische Monument auf Google Maps:


Karte 8: Das Grenzgebiet

Eine „Demilitarisierte Zone“ bildet die Grenze zwischen den verfeindeten Nationen Nordkorea und Südkorea. Immer wieder kommt es an der Grenze allerdings zu Zwischenfällen. Hier eine Überblickskarte des Gebiets:


Hier noch die Sicherheitszone in Panmunjeom, wo in den 1950er Jahren die Friedensgespräche nach Beendigung des Koreakrieges geführt worden waren. Heute wird hier der Waffenstillstand zwischen Nord- und Südkorea überwacht.


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