Millionen-Klage von Fußball-Ikone Pelé gegen Samsung

Millionen-Klage von Fußball-Ikone Pelé gegen Samsung

Werben mit Fußball-Ikone Pelé kostet Geld - Werben mit einer "Kopie" kann auch teuer werden, wie nun Samsung erfahren muss.

Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung hat in einer Zeitungsanzeige mit einer Person geworben, die Pelé sehr ähnlich sieht. Der brasilianische Ex-Fußballstar sieht darin seine Rechte verletzt. Und hat eine Millionen-Klage gegen Samsung eingereicht. Pelés Chancen auf eine Entschädigung sind nicht schlecht. Für Samsung ist eine Strafe dennoch ein Klax: Der Elektronikriese hat in den ersten drei Monaten finanziell kräftig abgeräumt.

Chicago. Die brasilianische Fußball-Legende Pelé (Edson Arantes do Nascimento) hat Samsung Electronics auf 30 Millionen Dollar (26,80 Mio. Euro) verklagt. Der südkoreanische Elektronikkonzern habe mit einer Pelé ähnlich sehenden Person in einer in der New York Times verbreiteten Anzeige ohne Erlaubnis geworben.

Laut der vor einem Bundesgericht in Chicago eingebrachten Klage geht es um eine im Oktober für Ultra-HD-Fernsehgeräte platzierte Werbung. Der Name Pelé wurde darin nicht erwähnt, aber ein Bild eines Mannes, der ihm sehr ähnlich sehe, sowie ein Bild eines Fußballers gezeigt, hieß es in der Klage.

Die Chancen auf eine Entschädigung stehen für Pelé nicht schlecht. Der ehemalige US-Basketballstar Michael Jordan hatte im Vorjahr gegen Dominick's und seine Tochter Safeway in einem ähnlichen Fall verklagt. Die US-Supermarktkette hatte ein Bildsujet genutzt, das dem von Jordan benutzten Sujet sehr ähnlich sah. Jordan hatte Recht bekommen. Und 8,9 Millionen Dollar Schadenersatz erhalten. Jordan wurde vom selben Anwalt vertreten, der nun für Pelé Klage eingereicht hat.

Samsung und Pelé standen im Jahr 2013 kurz vor dem Abschluss eines Werbevertrages. Die Verhandlungen zwischen Samsung und Pelé bezüglich Produktwerbung waren schlussendlich gescheitert.

Aus der Portokasse

Für Samsung ist der Rechtsstreit schlechtenfalls eine unbequeme Fußnote in Ländern, in denen Verstöße gegen Persönlichkeitsrechte schlecht aufgenommen werden. Rein finanziell zahlt Samsung die Millionensumme aus der Portokasse. Einem Zeitungsbericht zufolge haben die Koreaner im ersten Quartal deutlich mehr verdient als von Experten erwartet.

Der operative Gewinn werde sich wahrscheinlich auf mehr als 6 Bill. Won belaufen, umgerechnet 4,6 Mrd. Euro, berichtete die Zeitung "Korea Economic Daily" am Mittwoch unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Damit liegt Samsung rund 15 Prozent über dem Zielwert.

Die schwache Landeswährung Won habe dem südkoreanischen Technologie-Konzern Rückenwind verliehen. Auch das neue Smartphone Galaxy S7 habe seit dem Verkaufsstart im März für Schwung gesorgt. Von Reuters befragte Analysten haben für den Zeitraum Jänner bis März lediglich ein Betriebsergebnis von rund 5,2 Bill. Won (3,98 Milliarden Euro) erwartet.

Der Konzern war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. In den nächsten Tagen werden die vorläufigen Quartalszahlen des Unternehmens erwartet.

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