Microsoft stellt Produktion von Smartphones ein

Microsoft stellt Produktion von Smartphones ein

Der US-Konzern kommt bei den Smartphones nicht vom Fleck. Der Milliardendeal mit der Übernahme der Handy-Sparte von Nokia bringt Microsoft nicht voran. Nun wird sogar die Smartphone-Produktion in Finnland und anderen Ländern geschlossen. Der US-Konzern setzt wieder einmal auf Software.

Helsinki. Der US-Technologiekonzern Microsoft stellt nach Gewerkschaftsangaben die Herstellung von Smartphones ein. Der Konzern gab am Mittwoch Rationalisierungspläne in dieser Sparte bekannt, die "bis zu 1.850 Jobs" kosteten. Demnach sind 1.350 Stellen bei Microsoft Mobile in Finnland betroffen, wo die Modelle hergestellt werden, sowie 500 weitere in anderen Ländern.

Gewerkschaftsvertreter Kalle Kiili sagte dazu, Microsoft werde "zumindest im Moment" keine weiteren Smartphones herstellen. Stattdessen wolle sich das Unternehmen um das Softwaregeschäft kümmern, sagte Kiili der Nachrichtenagentur AFP. Der finnischen Nachrichtenagentur STT zufolge bestätigte der Verkaufschef der Microsoft-Smartphones, Chris Weber, die Gewerkschaftsangaben. Für die Mitarbeiter von Microsoft sei die Ankündigung der Einstellung der Produktion überraschend gekommen, obwohl es "Gerüchte" gegeben habe, dass etwas passieren werde, sagte Kiili.

Microsoft hatte 2013 die Handy- und Tabletsparte von Nokia gekauft. Für die Sparte Technologien und Patente zahlte Microsoft insgesamt 5,4 Milliarden Euro (davon 3,79 Milliarden Euro zuzüglich 1,65 Milliarden Euro für Patentlizenzen). 2014 hatte Microsoft angekündigt die Hälfte der rund 25.000 ehemaligen Nokia-Mitarbeiter abzubauen. im selben Jahr hat Microsoft auch die Marke Nokia endgültig von seinen Smartphones verbannt. Im Jahr 2015 wurden außerdem die beiden Werke in China zugesperrt. Weitere 9000 Mitarbeiter wurden abgebaut.

Der finnische Konzern war zwischen 1998 und 2011 Weltmarktführer für Handys gewesen, verschlief aber dann die Entwicklung bei Smartphones, obwohl Nokia bereits ein halbes Jahrzehnt vor Samsung und Apple seine ersten Smartphones präsentiert hatte. Nokias Problem waren die unterschiedlichen Betriebssysteme und die mangelnde Integration von Services mit dem Smartphone..

Des einen Freud, des anderen Leid

Auch wenn das Handy- und Smartphonegeschäft Microsoft bislang nur wenig Fortüne beschert hatte, wagt nun Nokia wieder den Vorstoß genau in den Bereich als Smartphone-Hersteller. Erst vor einer Woche hatte Nokia dann erklärt, auf den Smartphone-Markt zurückzukehren. Das Geschäft mit Smartphones und Tablets soll demnach über die neu gegründete Firma HMD Global laufen.

Microsoft hatte in den vergangenen 17 Jahren bereits mehr als ein halbes Dutzend mal versucht im Handy- bzw. Smartphonegeschäft Fuß zu fassen. Und war immer gescheitert.

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