Microsoft schaut mit Brille in die virtuelle Welt

Microsoft schaut mit Brille in die virtuelle Welt

Microsoft hat nun auch seine virtuelle Brille fertig: Der US-Konzern damit vor allem bei Unternehmen punkten und in ihren Entwicklungsabteilungen landen.

Auf seiner Entwicklerkonferenz BUILD kündigt Microsoft ein großes Update für Windows 10 an. Und mit künstlicher Intelligenz und automatisch arbeitende Computerprogramme will Microsoft in den Unternehmen neue Akzente setzen. Über die Datenbrille sollen Produkte im Planungsstadium bereits sehr real fassbar werden. Ein großes Windows-Update soll im Sommer folgen. Und auch beim zuletzt glücklosen Chat "Tay" wird weiter getan.

San Francisco Rund ein Jahr nach der Präsentation des Prototyps hat der US-Softwarekonzern Microsoft seine Augmented-Reality-Brille Hololens fertig. Sie sei an die Entwickler geschickt worden, sagte Projektleiter Alex Kipman auf der Entwicklerkonferenz des Unternehmens am Mittwoch in San Francisco. Sie sollen nun Anwendungen für die Brille austüfteln.

Nutzer einer Augmented-Reality-Brille können die Realität mit 3D-Projektionen anreichern, das Headset können sie über Gesten und Sprache steuern. Die Hololens kostet 3.000 Dollar (2.650 Euro).

Vordringliches Ziel: Microsoft hat mit der Brille vor allem Firmen im Visier. Sie sollen damit neue Möglichkeiten für die Entwicklung ihrere Produkte bekommen.

Partner von Microsoft bekamen die Hololens bereits zugeschickt, wie Kipman sagte - etwa die US-Weltraumbehörde Nasa. Ihre Wissenschafter nutzen die Hololens zum Beispiel, um sich virtuell auf dem Mars zu bewegen. Eine Vertreterin der Medizinischen Hochschule Case Western Reserve zeigte auf der Entwicklerkonferenz, wie Projektionen von Körperorganen bei der Ausbildung von Ärzten helfen können.

Microsoft-Konkurrent Facebook hatte zu Beginn der Woche damit begonnen, seine Virtual-Reality-Brille Oculus Rift an Kunden auszuliefern. Mit der Oculus Rift können zum Beispiel Videospieler in verschiedene Welten "eintauchen". Und auch andere Hersteller, wie etwa Samsung oder Sony, haben bei virtuellen Datenbrille einige Entwicklungen noch im Köcher.

Für den Windows-Nutzer gibt es auch Neuigkeiten. Bis Sommer - der Termin wurde noch nicht bekannt gegeben - soll Windows 10 ein großes Update bekommen. Microsoft hat einige Verbesserungen angekündigt. Spektakuläres sei allerdings nicht zu erwarten. Microsoft sieht das freilich anders und lobt sein Cognitve Services hervor, die eine "natürliche Kommunikation", von Mensch zu Computer und zurück - befördern und verbessern soll. Und auch Entwickler von Microsoft-Produkten bekommen Neues zur Hand, mit dem unter anderem auch die App-Entwicklung verbessert werden soll.

Festhalten an Fiasko-Software

An der Chat-Front hat Microsoft auch wieder eine Botschaft: Trotz des jüngsten Fiaskos mit seinem Chatbot "Tay" setzt Microsoft massiv auf Software, die sich mit Menschen unterhalten kann.

Konzernchef Satya Nadella stellte eine Plattform vor, auf deren Basis Chat-Programme für verschiedene Kommunikationsdienste wie Skype oder auch E-Mail entwickelt werden können.

Auch Microsofts Sprachfunktion Cortana wird weiter mit solchen Funktionen ausgebaut. In einer Demonstration zum Auftakt von Microsofts Entwickler-Konferenz "Build" war zum Beispiel zu sehen, wie Cortana nach einer Unterhaltung zwischen zwei Kollegen, den Zeitraum für eine Dienstreise im Kalender markierte und dann einen Hotel-Chatbot zuschaltete, der bei der Zimmer-Auswahl half.

Ein Experiment mit seinem Chatbot "Tay" bei Twitter musste Microsoft vor einigen Tagen nach wenigen Stunden abbrechen. Wegen fehlender Filter war es Nutzern gelungen, das Programm zum Wiederholen rassistischer Botschaften und Beleidigungen zu bringen.

safeIT: Sicherheit im Wandel

Social Hacking: Mein bester Feind

safeIT: Sicherheit im Wandel

Datenschutz-Verordnung: Die Zeit zum Handeln ist gekommen

safeIT: Sicherheit im Wandel

"Wir nehmen das Thema Security sehr ernst"