Künstliche Intelligenz: 8 Leitlinien zum Erfolg

Künstliche Intelligenz: 8 Leitlinien zum Erfolg

Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt für die Wirtschaft und die Forschung mehr und mehr an Bedeutung. Der Deutsche Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat acht Leitlinien veröffentlicht, um KI auch gesellschaftsfähig zu machen.

Im Zuge der Digitalisierung sind Machine Learning und Künstliche Intelligenz (KI) die nächsten absoluten Top-Themen. Von der Forschung über die Wirtschaft und das Gesundheitswesen bis hin zu breiten Angeboten für Konsumenten wie Chatbots.

Allerdings - und das ist aktuell noch ein Problem - gibt es rund um das Thema KI auch viele Bedenken und Vorbehalte, etwa welche Folgen weit verbreitete KI-Anwendungen auf den Arbeitsmarkt oder die Persönlichkeits- und Freiheitsrechte haben. Ganz zu schweigen von drohendem Missbrauch oder unerwünschter Überwachung. Punkte, die einer breiten Akzeptanz und der weiteren Verbreitung von KI-Lösungen entgegen stehen.

Der Deutsche Bundesverband der Digitalen Wirtschaft (BVDW), der über 600 Unternehmen - vom globalen Playern wie SAP bis zu Start-ups - vertritt, hat daher nun ein Papier mit acht Leitlinien veröffentlicht, deren Einhaltung KI zum Erfolg verhelfen soll.


Künstliche Intelligenz:
8 Leitlinien

1. Anwendungsfelder definieren

Künstliche Intelligenz wird als die nächste disruptive Technologie gesehen und bald ein kritischer Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sein.

Besonders großes Potenzial wird den Möglichkeiten zur Personalisierung beigemessen. Digitalunternehmen rechnen davon ausgehend mit einem Umsatzwachstum von 22 Prozent.

Entscheidend dafür ist die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die den Kunden auch einen deutlich erkennbare Mehrwert bieten und ihm nicht das Gefühl geben, die Kontrolle über die eigene Identität zu verlieren.

Der BVDW empfiehlt daher, möglichst viele konkrete Anwendungsfelder für KI zu identifizieren und umzusetzen. Nur so könne KI als mehrwertstiftende Technologie erfasst werden.


2. Breiter Diskurs

Der vielleicht wichtigste aller acht Punkte im Papier des BVDW ist der Auftrag, dass der Mehrwert der Künstlichen Intelligenz in der Gesellschaft vermittelt wird. KI steigert die Effizient, erhöht die Sicherheit, ermöglicht neue Angebote und Dienstleistungen, die von Menschen generiert und für Menschen geschaffen werden.

"Der sinnhafte Einsatz von KI kann die Autonomie und Entscheidungsfreiheit der Bürger durch eine neutrale, frei von Diskriminierung vorgenommene Analyse von großen Datenlagen gewährleisten – unter der Voraussetzung, dass insbesondere bei sensiblen Datenlagen wie z. B. Krankheitsdaten die richtigen gesetzlichen Rahmenbedingungen entstehen", erklärt der BVDW. Der dazu geführte Diskurs müsse die Wirtschaft, die Politik und die Gesellschaft einbeziehen und auf Augenhöhe stattfinden.


3. Europaweit denken

Bisher fanden die Entwicklung von KI-Technologien und Angeboten vor allem in den USA und in China. In Europa müsse man daher vermehrt zusammenarbeiten, damit der Kontinent nicht den Anschluss verliert.

Grundlegend dafür ist ein gemeinsames Verständnis eines digitalen Mindsets, ohne das die Potenziale von KI nicht zu heben sind. Dafür müssen etliche große Fragen geklärt werden, etwa:

  • Wie gehen europäische Unternehmen, Gesellschaften und Regierungen an „Digitales“ heran?
  • Auf welche gemeinsamen Grundsteine einigen wir uns?
  • Wie sehen die Pfeiler eines digitalen Binnenmarktes in Europa aus?
  • Braucht es ein europäisches Datenkartellamt?
  • Wie werden datengetriebene Geschäftsmodelle besteuert?
  • Wie schaffen wir eine allgemeingültige positive Einstellung zu digitalen Geschäftsmodellen, neuen Technologien und letztendlich zu Daten im Allgemeinen?

4. Datennutzung offenlegen, Vertrauen schaffen

Ist der Mehrwert eines KI-gesteuerten Angebots klar - etwa im Falle eines Chatbots, der rund um die Uhr Kundenreklamationen aufnimmt und bearbeitet, dann ist der größte Schritt auch schon gemacht.

Es muss den Benutzern aber auch völlig klar sein, welche Daten für welchen Zweck verwendet werden und welche Ziele mit dem Algorithmus verfolgt werden. KI-Angebote dürften keine undurchschaubaren Instanzen sein. Die Digitale Wirtschaft darf die Konsumenten mit ihren Angeboten nicht überfordern und muss ihre datengetriebenen Modelle entsprechend ausrichten.


5. Ethische Grundlagen bestimmen

Algorithmen werden nicht müde, brauchen keine Pausen, sind nicht von Emotionen geleitet, handeln auch niemals irrational und haben auch keine Diskriminierungs-Muster. Insofern sind sie

Ein wichtiger Punkt damit KI-Angebote in der Gesellschaft akzeptiert werden ist die Schaffung verbindlicher Leitlinien, die als Art "Common Sense" von allen Anbietern eingehalten werden müssen. Dabei muss allerdings noch eruiert werden, inwiefern ethische Regeln technisch überhaupt umgesetzt werden können.


6. Neue Berufe schaffen

Eine der größten Befürchtungen rund um KI-Anwendungen ist, dass dadurch viele Arbeitsplätze verloren gehen und in der Folge die Arbeitslosigkeit steigen wird.

Der BVDW schätzt, dass das Potenzial an neuen Arbeitsmöglichkeiten im Zusammenhang mit KI stärker wiegt als die durch KI substituierbare menschliche Arbeitskraft und dass dadurch neue Berufe entstehen, die erst definiert werden müssen. "Insgesamt bedarf es einer Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, um diesen neuen Herausforderungen gerecht zu werden", resümiert der Verband.


7. KI-Fachkräfte ausbilden

Um die neu entstehenden Beruf auch entsprechend besetzen zu können muss massiv in die KI-Ausbildung investiert werden. Fachhochschulen und Universitäten müssen entsprechende Lehrgänge anbieten, Unternehmen entsprechende Weiterbildungsprogramme initiieren.

Es werden nicht nur Data Scientists und Developer dringend benötigt. Der Markt braucht auch Change Manager und KI-Projektmanager


8. Regulatorische Rahmenbedingungen schaffen

Daten sind die Essenz der Digitalisierung und Grundvoraussetzung für KI-Angebote. Je mehr Daten verarbeitet werden können, desto besser ist die für die Auswertung verfügbare Datenbasis.

Für das Sammeln und Nutzen von Daten für KI-Anwendungen müssen jedoch noch die entsprechenden Spielregeln - der regulatorische Rahmen - definiert werden.

Nach dem blockchainsummitaustria im Frühjahr (Bild) findet am 22. Oktober das Blockchain Finance Forum #BFF19 in Wien statt.

Digital

Blockchain Finance Forum: Blockchain für die Finanzprofis

Wirtschaft

Bilfinger will als Prozessoptimierer Austro-Firmen sparen helfen

Kommentar
Sascha Lindner, Leiter Change Management Horváth & Partners, München

Management Commentary

Datenbasierte Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor

Digital

Produktionsbetriebe vor Cyberattacken schützen