Künstliche Intelligenz: Keine Angst vor denkenden Computern

Künstliche Intelligenz: Keine Angst vor denkenden Computern

Künstliche Intelligenz: Wenn Computer zu denken beginnen

Bei Künstlicher Intelligenz (KI) geht es nicht um das gefürchtete Terminator-Szenario "Maschine gegen Mensch", sondern um das Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Damit die Potenziale von KI richtig genutzt werden müssen allerdings noch einige Zweifel ausgeräumt und Fragen geklärt werden.

KI - oder Künstliche Intelligenz - oder auch AI (Artificial Intelligence) ist einer der wichtigsten digitalen Schlüsseltechnologien der Gegenwart. Ihre Potenziale sind aus heutiger Sicht ebenso wenig abschätzbar wie ihre Einsatzgebiete und lassen sich am besten mit dem alten Slogan aus der TV-Serie "Raumschiff Enterprise" zusammenfassen: "Unendliche Weiten."

Allerdings: Auf Unternehmensseite steht die Anwendung von KI-Technologien noch in den Kinderschuhen, und das nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa: Europaweit nutzen erst rund vier Prozent der Unternehmen Künstliche Intelligenzen aktiv in Unternehmensprozessen und fortgeschrittenen Anwendungen.

Die oft nicht abschätzbaren Kosten, die mangelnde Planbarkeit, der Fachkräftemangel und auch schlichtweg die Angst vor dem Neuen stünden dem Einsatz im Wege, meint Dorothee Ritz, General Managerin von Microsoft Österreich: „Skepsis und mangelnde Akzeptanz haben dazu geführt, dass Künstliche Intelligenz noch nicht in den Chefetagen angekommen ist.“ Lediglich verbal sei das der Fall, meint Ritz und betont, dass auch Künstliche Intelligenz - so artifiziell sie auch ist - nicht ohne den Mensch auskommt: „Ohne emotionale Intelligenz bringt Künstliche Intelligenz nichts."

Komplexes Thema

Im Rahmen des Artificial Intelligence Europe Report, einer von Microsoft in Kooperation mit EY erstellten Studie, für die Tiefeninterviews mit IT-Entscheidern und Managern der 277 größten Unternehmen in 15 europäischen Ländern durchgeführt wurden - darunter auch 20 österreichische Unternehmen, wie Austrian Airlines, Telekom Austria und Voestalpine - wurde ausgelotet, wie die Unternehmen zu dem Thema stehen.

Dabei zeigte sich, dass es durchaus das Bewusstsein für die Bedeutung von KI gibt: Auch in Österreich erwartet bereits jedes zweite der befragten Unternehmen einen hohen bis sehr hohen Einfluss von KI auf das eigene Kerngeschäft. Die Frage ist nur wann, denn „In Österreich sind viele Unternehmen sind noch mitten in ihrer digitalen Transformation und noch nicht bereit, sich mit fortgeschrittenen Einsatzmöglichkeiten wie KI zu beschäftigen“, meint Axel Preiss, Leiter Managementberatung EY Österreich. Möglicherweise auch, weil das Thema als zu komplex erachtet wird. KI ist eben mehr als Automatisierung und Kosten sparen, die Effekte und der Nutzen vorab nicht richtig greifbar: "KI ist wie ein Kind, das lange in die Schule gehen muss."

Den Fortschritt in Bahnen lenken

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer bemüht sich, die potenziell vorhandenen Bedenken von Unternehmen gegenüber dem KI-Einsatz zu zerstreuen. „Das Thema ist nicht super-neu. Es beschäftigt uns als Informatik schon seit den 50er Jahren. Sensorik, Daten sammeln, Schlussfolgerungen ziehen – mittlerweile geht das eben automatisch. Das ist nicht „spooky“ oder problematisch, sondern der Fortschritt der Technologie.“

Es öffnen sich nun eben neue Türen und damit neue Anwendungs- und Einsatzgebiete, etwa im medizinischen Bereich bei der Diagnostik oder bei der Herstellung personalisierter Medikamente. Bonitätsprüfungen würden künftig ebenso mittels KI erstellt und keine Bank und keine Versicherung werde sich dem entziehen können. „Wir dürfen den Zug nicht verschlafen“, warnt Mahrer und erinnert daran, dass am MIT in Boston eine Milliarde Dollar investiert wird, um Rechenkapazitäten für Künstliche Intelligenz zu schaffen. Auch Deutschland setzt auf KI. Die deutsche Bundesregierung wird bis 2025 drei Milliarden Euro in den Bereich investieren, um "Artificial Intelligence made in Germany" zu einem weltweit anerkannten Gütesiegel zu machen. Die Regierung geht davon aus, dass private Investoren den Betrag verdoppeln.

Dabei gilt es aber, den Fortschritt in die richtigen Bahnen zu lenken. Regierungen sind gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen. Eine große, offene Frage in dem Zusammenhang ist der Datenschutz, denn schließlich hängen der Erfolg und die Effizienz von KI-Anwendungen unmittelbar von der Menge und der Qualität der vorhandenen Daten ab: Je mehr desto besser.

Hier gelte es, faire Spielregeln zu schaffen. „In China kann man schnell fünf Millionen Patientendaten analysieren, in Europa ist das nicht möglich, weil verboten“, sagt Mahrer. Das könne eine Bremse sein, für Unternehmen, aber auch für die gesamte weitere Entwicklung, in China oder auch in den USA Innovationsvorteile schaffen. „Eine Debatte darüber muss legitim sein, denn Datenschutz darf nicht innovationshemmend sein“, warnt Mahrer. Es sei eine einheitliche europäische Lösung und Strategie notwendig – über beides will man in der EU ab 2019 ernsthaft diskutieren.


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"Artificial Intelligence in Europe - How 277 Major Companies Benefit fom AI"

Report "Artificial Intelligence in Europe"; Zum Downlod bitte auf die Abbildung klicken.

Report "Artificial Intelligence in Europe"; Zum Downlod bitte auf die Abbildung klicken.

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