KI am Arbeitsplatz: Teamwork Mensch-Maschine

Künstliche Intelligenz ist dabei, ein fixer Bestandteil der Arbeitswelt zu werden. Unter der Leitung des Software Competence Center Hagenberg hat die Plattform Industrie 4.0 eine Roadmap für die Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen erarbeitet.

KI am Arbeitsplatz: Teamwork Mensch-Maschine

KI-Technologien können Prozesse optimieren und dazu beitragen, Kosten zu reduzieren.

Suchmaschinen, Sprachassistenz-Systeme oder Smart-Home-Anwendungen: Künstliche Intelligenz (KI) hat längst den Alltag erreicht und wird immer selbstverständlicher genutzt. Während die KI-Technologien im persönlichen Umfeld gerne und willkommen angenommen werden, gibt es aber hingegen im Arbeitsumfeld mitunter hartnäckige Ressentiments dagegen. Dabei haben KI-Anwendungen gerade hier besonderes Potenzial, vor allem was die unterstützende Arbeit von intelligenten Maschinen betrifft.

So ermöglichen die Künstlichen Intelligenzen etwa präzisere Prognosen, Empfehlungen und Entscheidungen und steigern die Produktivität. Der Einsatz von KI kann etwa den Materialverbrauch optimieren und so Kosten reduzieren, dazu beitragen oder auch Kunden besser zu servicieren.

Und die Entwicklung schreitet schnell und praktisch unaufhaltsam voran. EU-weit werden sich die Investitionen in KI-Technologien bis zum Jahr 2025 gegenüber dem Jahr 2019 von rund sechs auf knapp 24 Milliarden Euro fast vervierfachen und das AIT (Austrian Institute Of Technology) prognostiziert, dass bis zum Jahr 2022 bereits zwölf Prozent der heimischen Produktionsbetriebe KI-Anwendungen implementiert haben.

Mensch und Maschine

Für den erfolgreichen Einsatz und die Akzeptanz im Arbeitsumfeld wird maßgeblich sein, dass KI als „assistive Intelligenz“ angesehen wird, die den Menschen unterstützt und nicht ersetzt. KI kann zwar in großen Datenmengen Muster erkennen, aber für die Interpretation, Erfassung von Kontext und Zusammenhängen ist das menschliche Gehirn noch immer prädestinierter. Im Projekt "AI@Work: Human Centered AI in Digitized Working Environments" wurde unter Federführung des Software Competence Center Hagenberg (SCCH) gemeinsam mit Projektpartnern wie der Plattform Industrie 4.0 Österreich die Teamarbeit von Menschen und KI (Human-AI Teaming) näher beleuchtet und eine Roadmap für ein weiterführendes Projekt erarbeitet.

Nur durch Zusammenarbeit können gute Resultate erzielt werden, kommt AI@Work zum Schluss. "KI kann nur im Zusammenspiel mit dem Menschen gelingen“, betont Roland Sommer, Geschäftsführer der Plattform Industrie 4.0.

Mein Freund, der Roboter

Im Rahmen von AI@Work wurden drei nennenswerte Anwendungsszenarien ermittelt, in denen die Teamarbeit zwischen Mensch und Maschine zentral ist: KI in der Büroumgebung (z.B. Chatbots), KI in der Produktion (z.B. vorausschauende Instandhaltung) und KI in menschenzentrierten Industriearbeitsplätzen (z.B. im Zusammensetzen verschiedener Komponenten).

Als ein erfolgskritischer Faktor stellte sich die Akzeptanz heraus. Und die gibt es nur dann, wenn die Mitarbeiter das Ergebnis nachvollziehen können, KI als unterstützender Kollege wahrgenommen wird und obendrein mitlernt.

Weitere Erfolgskriterien sind wie bei vielen Projekten, dass es von der Führungsebene ein klares Commitment zum KI-Einsatz gibt, die Mitarbeiter frühzeitig eingebunden werden oder schließlich auch Dienstleistungen für die Kunden verbessert werden können.

KI-Roadmap

Aufbauend auf den Erkenntnissen von AI@Work wurde eine Roadmap für ein KI-Leitprojekt ermittelt, das noch mehr Projektpartner umfassen soll und strategisch wichtige Themen wie Maschinelles Lernen oder Knowledge Graphen, die verschiedene Daten grafisch vernetzen, näher beleuchten soll – beides Themen, die nicht ohne die Teamarbeit zwischen Mensch und Maschine auskommen.

„Durch AI@Work konnten wir wichtige Erkenntnisse gewinnen, welche Faktoren für die erfolgreiche Implementierung ausschlaggebend sind – nämlich die Wahrnehmung von KI als mitlernenden Assistenten des Menschen. Dieses Ergebnis planen wir in ein KI-Leitprojekt einfließen zu lassen, das möglichst viele in Österreich vorhandene Kompetenzen in diesem Bereich bündeln soll“, verrät Projektkoordinator Bernhard Moser, Research Director am Software Competence Center Hagenberg und Präsident der Austrian Society for Artificial Intelligence.

Mensch-Maschine Teamwork

Wie der Austausch zwischen Mensch und Maschine funktionieren kann, erläutert Simon Hasler, IT Security und DevOps Engineer beim auf die Produktion von Materialrecycling-Maschinen spezialisierten Unternehmen Rubble Master. Dort wird nun am Einsatz von KI-Technologien gearbeitet, um den optimalen Zeitpunkt für die Wartung oder den Austausch von Verschleißteilen zu bestimmen.

Wünschenswert wäre eine Maschine, die die ideale Konfiguration selbst vorschlägt und durch ein Remote Monitoring System vorausschauend gewartet werden kann. Die Mitarbeiter müssten dazu KI-basierte Vorschläge bestätigen oder anpassen, regelmäßig Wissen („human knowledge“) in das lernende System einpflegen und die Maschinendaten überprüfen sowie intelligente Wartungstätigkeiten durchführen. Die Maschine wiederum müsste Umgebungs- und Eigendaten erfassen, durch KI unmittelbare Ergebnisse analysieren und mit anderen Maschinen kommunizieren, um die Baustelle ganzheitlich zu erfassen.

Thomas Haller ist Managing Partner der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners.

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