Jetzt müssen die Softwareroboter ran

Die DIGITALISIERUNG schafft immer mehr Routinejobs, die kein Mensch mehr machen kann und will. Ohne SOFTWAREROBOTER ist die Transformation kaum zu schaffen.

Jetzt müssen die Softwareroboter ran

Das Kürzel RPA verstehen außerhalb der IT-Branche noch wenige Menschen. Wenig verwunderlich, besteht die Aufgabe einer „Robotic Process Automation“ doch darin, reibungslos eine Vielzahl digitaler Routineaufgaben im Hintergrund auszuführen. Diese auch gern „Softwareroboter“ oder „Bots“ genannten Programme stellen mittlerweile aber eine gewaltige unsichtbare 24/7-Werkbank, die Testergebnisse ausliest und den Patienten mailt, Versicherungsmeldungen screent und für die Begutachtung vorselektiert, Onboarding-Prozesse für eine Vielzahl neuer Mitarbeiter ausführt und vieles mehr. Die Szenarien für solche Bots sind vielfältig – solange sie standardisierten Abläufen folgen und nicht zu häufig ­geändert werden.

Alte Idee, neuer Zugang. 

Neu ist das Phänomen nicht – von der initialen Idee folgt es der Logik von sogenannten ­Makros, mit denen viele Anwender gut vertraut sind. Mit den Mitteln der künstlichen Intelligenz und hoch entwickelter Sprach- und Zeichenerkennungstechnologien können diese Werkzeuge heute aber viel raffinierter eingesetzt werden. Die IT-Industrie hat dafür einen Werkzeugkasten gebaut: Es gibt Spezialisten wie UiPath oder Automation Anywhere, die sich ausschließlich darauf konzentrieren und die die IT-Berater von Gartner im „Magic Quadrant“ für RPA als „Leader“ bezeichnen. Ganz vorn bei diesen Automatisierern ist aber auch der Microsoft-Konzern.

Gartner prognostiziert diesen RPA-Anbietern für die kommenden Jahre zweistellige Umsatzzuwächse. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Der Digitalisierungsdruck steigt in allen Branchen, und das weltweit. Durch den massiven IT-Fachkräftemangel wird das Automatisieren von Standardtätigkeiten zu einer „Überlebensfrage“, um die menschlichen Kapazitäten für strategisch wichtigere Projekte freizuspielen. Corona besorgte den Rest. „Die Pandemie hat die Nachfrage stark gepusht“, sagt Cathy Tornbohm, Research Vice President bei Gartner. „Unternehmen müssen bei Routineaufgaben ihre Abhängigkeit von der menschlichen Arbeitskraft reduzieren, um sich für kommende Krisen zu rüsten und Kosten zu sparen.“

1,9 MILLIARDEN DOLLAR wurden 2021 mit RPA-Software weltweit umgesetzt. Bis 2024 prognostiziert Gartner weiterhin Zuwächse im zweistelligen Bereich. Dann wird bereits jede zweite Anwendung in anderen Abteilungen, etwa der Finanzabteilung, laufen.


2019, schon im Jahr vor der Pandemie, war das weltweite RPA-Geschäft um 63 Prozent gewachsen. Es lief auch in den ersten beiden Coronajahren mit zwölf bzw. zwanzig Prozent Plus glänzend weiter. Corona hat den RPA-Markt ordentlich geboostet.

1,9 Milliarden Dollar wurden 2021 mit RPA-Software weltweit umgesetzt. Bis 2024 prognostiziert Gartner weiter Zuwächse im zweistelligen Bereich. Dann wird schon jede zweite Anwendung in anderen Abteilungen und nicht mehr nur in der IT laufen.

ANWENDUNGSBEISPIEL. Eine Wiener Arztpraxis verwendet Botforce für die
administrative Abwicklung von Behandlungen und Infusionstherapien. Von der Terminvergabe bis zur Rechnungslegung passieren die Prozesse im Hintergrund vollautomatisch. Das Dashboard liefert Überblick in Echtzeit.

ANWENDUNGSBEISPIEL. Eine Wiener Arztpraxis verwendet Botforce für die administrative Abwicklung von Behandlungen und Infusionstherapien. Von der Terminvergabe bis zur Rechnungslegung passieren die Prozesse im Hintergrund vollautomatisch. Das Dashboard liefert Überblick in Echtzeit.

Mitten in diesem dynamischen Wachstumsmarkt arbeitet Robert Aksan, Geschäftsführer der Wiener Firma Botforce, der mit seinen Entwicklern Bots für heimische Mittelständler baut und dessen Referenzliste – bestehend aus Banken, Beratern, Labors, Grabpflegern, Fitnesscentern und Ärzten – beweist, wie vielfältig die Einsatzgebiete schon sind. Die Nachfrage ist so groß, dass er sein Team in den nächsten Wochen mehr als verdoppeln wird.

„Die Einsatzgebiete sind extrem vielfältig“

Botforce-Gründer ROBERT AKSAN programmiert seinen Kunden „digitale“ Arbeitskräfte, denen via Dashboard beim Arbeiten zugesehen werden kann.

ZUR PERSON. Robert Aksan, 48, machte sich vor zwei Jahren mit der Botforce GmbH selbstständig. Davor war der Wirtschaftsinformatiker Senior Manager für Digital Finance bei PwC. Neben dem Kerngeschäft RPA bietet das Unternehmen auch IT-Projektmanagement und Programmierung für Business-Apps an.

ZUR PERSON. Robert Aksan, 48, machte sich vor zwei Jahren mit der Botforce GmbH selbstständig. Davor war der Wirtschaftsinformatiker Senior Manager für Digital Finance bei PwC. Neben dem Kerngeschäft RPA bietet das Unternehmen auch IT-Projektmanagement und Programmierung für Business-Apps an.

TREND: Sie verkaufen „Digital Workforce as a Service“: Wissen Ihre potenziellen Kunden immer gleich, was damit gemeint ist?
Robert Aksan: Wenn ich das beim Dinner Talk erzähle, haben manche schon die Idee, dass es tatsächlich um menschliche Arbeitskräfte geht. In der Regel sind unsere Ansprechpartner aber doch Fachbereichsleiter, und die wissen natürlich, was ­dahintersteckt.

Sie programmieren für Ihre Kunden Programme, „Softwareroboter“, die definierte Prozesse automatisch ausführen. Was tun die Kunden damit?
Manche lesen Kurswerte aus dem Netz und speisen sie in ihr Banksystem. Versicherungen lesen Schadensformulare aus. Andere prüfen die Qualität von Daten. Bei den Covid-Tests etwa werden die Laborwerte ausgelesen und automatisiert an die Patienten weitergeleitet. Vom Kundenservice bis hin zur Provisionsberechnung, die Einsatzgebiete sind extrem vielfältig – Telemedizin für sämtliche medizinischen Dienstleistungen lässt sich auch gut automatisieren.

Wie „überwachen“ die Nutzer die Performance der Bots?
Die Kunden bekommen alle Parameter live auf ein Dashboard übertragen und sehen, ob die Prozesse laufen.

Wie „intelligent“ können Sie diese Programme machen?
Mit künstlicher Intelligenz können Sie diese Bots in einem gewissen Umfang schon intelligenter machen. Sie können etwa beim Kundenservice Inhaltsanalysen erstellen lassen, das Programm kann aus der Wortwahl auf die Problematik und Stimmung schließen und das Ticket entsprechend weiterrouten an einen echten Mitarbeiter.

Mit welchen Produkten arbeiten Sie und wo entwickelt die Botforce GmbH? In Osteuropa? In Indien?
Wir sind Partner von UiPath, das ist so etwas wie der Rolls-Royce in dieser Produktkategorie. Wir haben aber auch eigene Skripts. Wir entwickeln in Wien und die Nachfrage steigt. Unser Team wächst von acht auf bald 22 Mitarbeiter.

Was kostet so ein Bot-Projekt im Schnitt?
Wir sind wirklich leistbar und nicht nur in der Konzernliga unterwegs. Unser Produkt ist auch für die Budgets im Mittelstand gedacht. Die Implementierung pro Prozess kostet einmalig zwischen 10.000 und 15.000 Euro, die laufende Wartung zwischen 100 und 800 Euro pro Monat. Je mehr Prozesse man hat, umso relativ günstiger wird die Umsetzung.

Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Ihr Produkt muss ja in die Instanzen beim Kunden eingebunden sein, um zu funktionieren.
Der Bot läuft auf einem Rechner beim Kunden, wir steuern ihn lediglich über die Cloud an. Die Sicherheit und Datenintegrität sind zu jeder Zeit gewährleistet.

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