Internet als schlaues Nachschlagwerk

Internet als schlaues Nachschlagwerk

Über 80 Prozent der Nutzer holen sich Tipps und Tricks aus dem Internet. Laut GfK-Studie fragen Nutzer Online-Hilfe vor allem bei akuten Problemen oder Bedürfnissen nach. Die Mehrheit der Internetnutzer befürchtet aber auch die "Verbreitung von gefährlichem Halbwissen".

Wien. Das Internet macht uns schlauer, das ist das Ergebnis einer Umfrage unter heimischen Handynutzern. 82 Prozent gaben an, sich online weiterzubilden oder durch "Do it yourself"-Videos oder ähnliche Anleitungen ihre Fertigkeiten zu verbessern. Zwei Drittel davon haben Tipps und Tricks aus dem Netz schon in die Praxis umgesetzt, hieß es am Dienstag bei einem Pressegespräch des Mobilfunkers A1 in Wien.

Für die Untersuchung wurden vom GfK-Institut Mitte Juni 1.000 Personen ab zwölf Jahren online befragt, die bereits seit mindestens drei Monaten ein Handy verwenden. Knapp neun von zehn der Befragten, die sogenannte Lifehacks - also einfache Lösungen für alltägliche Probleme oder Aufgaben - und sonstige Anleitungen oder Weiterbildungsangebote aus dem Internet nutzen, machen das zur Lösung eines akuten Problem oder Bedürfnisses. Drei Viertel wollen sich aus reinem Interesse neues Wissen aneignen. Immerhin 24 Prozent möchten im Internet etwas langfristig lernen, bei den bis 24-Jährigen sind es sogar 40 Prozent, erläuterte Rudolf Bretschneider von GfK Austria.

Ob gefundene Inhalte immer wieder gebraucht werden können, beantworteten 91 Prozent mit "ja", oder "eher ja". Mehr als die Hälfte meint, die ständige Verfügbarkeit solcher Inhalte erleichtere das Leben. Das Internet führe aber auch "zu einer Verbreitung von gefährlichem Halbwissen", sagten sieben von zehn Befragten. "Wir alle müssen lernen zu unterscheiden, was ein gesichertes Wissen ist", betonte Bretschneider. Bei Anleitungsvideos sei die Anwendung beispielsweise direkt zu sehen und nachvollziehbar.

Mehr als 80 Prozent halten Wissen aus dem Internet in einer modernen Gesellschaft für unverzichtbar. Dabei habe es diese Dinge vor 15 Jahren noch gar nicht gegeben, merkte Bretschneider an. Beim Kochen und Ausprobieren von Rezepten wird das Internet besonders gern als Helfer genutzt. 59 Prozent vertrauen dabei auf Online-Seiten und nur 15 Prozent auf gedruckte Bücher. Bei kleineren Reparaturen im Haushalt ist dagegen zu 43 Prozent Hilfe von Freunden oder Familie gefragt und zu 39 Prozent das Internet als Ratgeber.

Jüngere Personen nützen beim Nachschlagen im Internet vor allem Smartphone oder Tablet, bei der älteren Generation sind es herkömmliche Computer oder Laptops. Personen ab 70 Jahren sehen das Internet verstärkt als Möglichkeit zur Informationsbeschaffung, ohne abhängig von anderen zu sein. Sie schätzen das Netz außerdem überdurchschnittlich stark wegen der Anonymität bei heiklen Themen, genau so wie die Befragten bis 24 Jahre.

Bei Jugendlichen sind außerdem Video-Plattformen und langfristiges Lernen im Internet beliebter als im Durchschnitt.

Die Trittbrettfahrer der Netzbetreiber

Bei der Untersuchung im Auftrag von A1 zeigte sich, dass Online-Kommunikationsdienste weiter auf dem Vormarsch sind. So nutzen mittlerweile sieben von zehn Österreichern WhatsApp. Damit wurde das Soziale Netzwerk Facebook mit seinen rund 60 Prozent Nutzeranteil überholt, erläuterte A1-Chefin Margarete Schramböck. Der Trend gehe dazu, sich "im kleinen, geschlossenen Kreis auszutauschen. Den bis 24-Jährigen sind Kommunikationsdienste wie WhatsApp sogar nahezu gleich wichtig wie das Sprechen von Angesicht zu Angesicht.

"Diese Kommunikationsmöglichkeiten machen die Menschen zu einem gewissen Maß zeitsouverän", sagte Bretschneider. Hier könne "ich selbst entscheiden, wann ich antworte". Das Handy wird aber im Vergleich zu den Vorjahren auch öfter abgedreht, durchschnittlich über vier Stunden pro Werktag. Jüngere Personen verwenden verstärkt die Lautlos-Funktion ihres Mobiltelefons.

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