Industrie-Roboter: Österreich unter den Top 15 Nationen

Österreich liegt bei der Automatisierung von Fabriken unter den 15 besten Nationen weltweit. Die Asiaten lassen alle anderen Länder aber weit hinter sich. Welche Industrie-Roboter am häufigsten eingesetzt werden, in welchen Branchen und wo das neue Wachstum herkommt. Welche Roboter bei Konsumenten das größte Potential haben. Der große Roboter-Report.

Industrie-Roboter: Österreich unter den Top 15 Nationen

Kollaborative Roboter, die an der Seite des Menschen arbeiten und sich in die Werkbank integrieren, verzeichnen hohe Zuwächse.

2,7 Millionen Industrieroboter arbeiten weltweit in Fabriken. Das bedeutet einen Zuwachs beim Bestand von zwölf Prozent im Jahr 2019. Asien bleibt der unangefochten stärkste Markt für Industrieroboter. Der größte Abnehmer, China, stockte seinen Bestand 2019 um 21 Prozent auf. Insgesamt gibt es dort 783.000 Einheiten. Der jährliche Umsatz, der mit Industrierobotern gemacht wird, beträgt 50 Milliarden Dollar, berichtet die Internationale Vereinigung für Roboter (IFR) in seinem nun veröffentlichten Jahrbuch "World Robotics 2020".

An Asien kommen die europäischen Unternehmen auch was das Wachstum an Roboterbestand anbelangt nicht heran. In Europa stieg der Bestand im Vorjahr um nur sieben Prozent. In ganz Europa beträgt der Bestand 200.000 Einheiten weniger als in ganz China. Mit 580.000 Stück dennoch ein neuer Spitzenwert. "Der Bestand an Robotern in Europas Fabriken ist auf dem höchsten jemals erreichten Niveau", so Milton Guerry, Präsident der International Vereinigung für Roboter. Deutschland ist in führend. Das Land ist mit 221.500 Industrie-Robotern die am stärksten automatisierte Volkswirtschaft. Damit sind in den Fabriken der deutschen Wirtschaft rund dreimal so viele Industrie-Roboter im Einsatz wie in Italien und rund fünf Mal so viele wie in Frankreich. Großbritannien ist mit 21.000 Einheiten besonders schwach bei der Automatisierung von Prozessen.

China und Indien mit den meisten Industrierobotern
In Asien steht Japan bei der Automatisierung nach China an zweiter Stelle mit rund 355.000 bestehenden Einheiten – ein Plus von zwölf Prozent, gefolgt von Südkorea mit 319.000 Einheiten und plus sechs Prozent. Ein Aufsteiger in der Region ist Indien mit einem neuen Rekordbestand von rund 26.300 Einheiten. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Zahl der Industrie-Roboter in den indischen Fabriken verdoppelt.

China hängt mit seinem Hunger nach Automatisierung seiner Fabriken alle anderen Länder ab. In Europa ist Deutschland führend.

Weniger neu installierte Roboter in Asien und Europa
Asien wird seine Führungsrolle auch beibehalten. Bei neu installierten Robotern weltweit stammen zwei Drittel aus Asien. In China liegt der Absatz mit rund 140.500 neuen Robotern zwar unter den Rekordjahren 2018 und 2017, hat sich aber im Vergleich zu den Verkaufszahlen von vor fünf Jahren mehr als verdoppelt. In den asiatischen Top-3-Märkten verlangsamten sich die Neu-Installationen 2019 - in China (minus 9 %), Japan (minus 10 %) und der Republik Korea (minus 26 %).
In Deutschland wurden 20.500 Roboter 2019 neu installiert. Das ist um 23 Prozent weniger als im Rekordjahr 2018. Anders die Entwicklung bei den Nachzügler-Ländern. Die Verkäufe in Frankreich, Italien und Holland sind in zweistelliger Höhe gestiegen.

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist die Zahl der installierten Roboter kontinuierlich stark gewachsen. 2019 gab es erstmals einen Wachstumsknick.

China kauft vor allem Roboter im Ausland
China bezieht rund drei Viertel der neuen Roboter von ausländischen Lieferanten. Chinesische Hersteller bedienen hauptsächlich den heimischen Markt, wo sie zunehmend Marktanteile gewinnen. Ausländische Hersteller setzen 29 Prozent ihrer Einheiten in der Automobilindustrie ab - chinesische Anbieter kommen in diesem Segment nur auf einen Anteil von etwa 12 Prozent. Aus diesem Grund sind ausländische Anbieter vom Geschäftsrückgang in der chinesischen Automobilindustrie stärker betroffen als ihre inländischen Wettbewerber. Wenn sich die Automobilindustrie im Land der Mitte vom Pandemie-Schock auch bereits wieder erholt und die Neuzulassungen wieder anziehen.

Die USA sind der größte Anwender von Industrie-Robotern auf dem amerikanischen Kontinent und verzeichnen 2019 mit rund 293.200 Einheiten einen neuen Rekord – ein Plus von sieben Prozent. An zweiter Stelle steht Mexiko mit 40.300 Einheiten - das entspricht einem Zuwachs von elf Prozent.

Gemessen an der Roboter-Dichte pro 10.000 Mitarbeiter ist Singapore mit 918 Roboter pro 10.000 Mitarbeiter die Nummer eins, gefolgt von Korea mit 855 Roboter. auf schneidet Europa und auch Österreich im Vergleich zu Asien gar nicht schlecht ab. Deutschland ist in diesem Ranking mit 346 Roboter auf Platz vier. Österreich schneidet mit knapp 190 Roboter auf Platz 14 ganz passabel ab.

Weltweiter Trend: Mensch und Roboter kooperieren
Der Einsatz von kollaborativen Robotern (Cobots), die mit den Menschen Hand-in-Hand und ohne Schutzzaun zusammenarbeiten können, ist auf dem Vormarsch. So stieg der Absatz von Cobots 2019 um elf Prozent - entgegen dem Trend für die traditionellen Industrieroboter. Da immer mehr Hersteller kollaborative Roboter anbieten und sich gleichzeitig das Anwendungsspektrum vergrößert, stieg der Marktanteil 2019 auf fast fünf Prozent. Dennoch steckt der Markt noch in den Kinderschuhen. Von den 373.000 abgesetzten Industrie-Robotern sind bisher nur rund 18.000 Einheiten Cobots.

Kollaborative Roboter machen erst einen Bruchteil der jährlich verkauften Roboter aus, aber das Wachstum war 2019 hoch, im Gegensatz zu klassischen Industrierobotern, dessen Nachfrage sank.

In der Auto- und Elektronikbranche Automatisierung am ausgeprägtesten
Am öftesten werden Roboter in der Autoindustrie eingesetzt. Der Bestand in dieser Branche betrug bei den Industrierobotern kletterte um neun Prozent und erreichte 923.000 Stück.

Automotiv und Elektronik sind die Treiber der Automatisierung. Im Lebensmittelbereich ist sowohl der Bestand als auch der jährliche Zuwachs gering, ebenso bei der Produktion von Plastik und anderen chemischen Produkten.

Am häufigsten kommen derzeit Roboter in der Logistik zum Einsatz. Dieser soll auch weiterhin stark wachsen und sich die Zahl der Roboter auf diesem Gebiet bis 2023 mehr als verdoppeln.

Pandemie als Chance für Modernisierung und Digitalisierung
2021 sollte sich der Markt, der heuer durch die Pandemie beeinträchtigt ist, nach Einschätzung von Studienautoren wieder erholen. 2022 oder 2023 könnte dann wieder das Vorkrisenniveau erreicht sein. Chancen sehen die Experten der Robotervereinigung vor allem durch einen Modernisierungs- und Digitalisierungsschub in der Produktion. Die Vorteile von Robotik und Automation bleibe, unabhängig von Covid 19, langfristig unverändert: Unternehmen trachten danach die Fertigung zu beschleunigen und kundenspezifische Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen liefern zu können. Den Herstellern in entwickelten Volkswirtschaften ermöglicht die Automation, ihre Produktion an heimischen Standorten kosteneffizient beizubehalten oder neu auszurichten. Und das Angebot an Industrie-Robotern wird ständig erweitert und umfasst traditionelle Industrie-Roboter, die alle Nutzlasten schnell und präzise handhaben können, sowie neue kollaborative Roboter, die sicher an der Seite des Menschen arbeiten und sich vollständig in die Werkbank integrieren lassen.

Markt für privat genutzte Roboter soll sich in drei Jahren verdoppeln
Ein anhaltend starkes Wachstum erwarten die Experten der Robotervereinigung in den nächsten Jahren bei privat genutzte Robotern. Die Zahl der Serviceroboter für Endkonsumenten soll sich von 21,6 Millionen Stück in diesem Jahr bis 2023 mehr als verdoppeln. Größtes Einsatzgebiet bisher: Selbstfahrende Staubsauger. Bei Robotern, die der Unterhaltung dienen, werden die Wachstumschancen als geringer eingestuft. Derzeitiger Stand rund fünf Millionen verkaufte Einheiten.

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