Huawei präsentiert eigenes Betriebssystem "Harmony"

Der chinesische Smartphone-Hersteller will mit einem eigenen Smartphone-Betriebssystem die Sanktionen der USA umgehen und fordert damit auch Googles Android-System heraus.

Huawei präsentiert eigenes Betriebssystem "Harmony"

Aus Furcht vor dem Verlust des Zugangs zum Android-System von Google hat der chinesische Huawei-Konzern ein eigenes Betriebssystem für seine Smartphones präsentiert. Sollte Huawei künftig Android nicht mehr nutzen können, "können wir sofort vollständig auf HarmonyOS umstellen", sagte Huawei-Manager Richard Yu bei der Entwicklerkonferenz im südchinesischen Dongguan.

Das HarmonyOS oder HongMeng getaufte System werde "mehr Harmonie und Komfort in die Welt bringen", sagte Yu. Die zukunftsgerichtete Software sei "sicher" und unterscheide sich von Android sowie vom Apple-Betriebssystem iOS. Der Telekommunikationskonzern machte dabei klar, dass er weiterhin Android bevorzuge. Jedoch sei der Konzern vorbereitet, sollte die Nutzung nicht mehr möglich sein.

Mit Plan B in die Offensive

Im Mai hatte Yu bereits der "Welt" gesagt, Huawei sei "gewappnet", sollte das chinesische Unternehmen andere Systeme nicht mehr nutzen können. "Das ist unser Plan B." Der US-Konzern Google rüstet mit seinem Betriebssystem Android derzeit noch die große Mehrheit der Smartphones weltweit aus, darunter auch die Huawei-Telefone. Huawei arbeitet aber auch bereits seit Jahren an einem eigenen Betriebssystem - um unabhängiger zu werden und nun auch, um drohende US-Sanktionen zu umgehen.

De eingeschränkte Zusammenarbeit von Google mit Huawei könnte weitreichende Folgen für die Nutzer haben - betroffen wären nicht nur Updates von Android, sondern auch der Zugriff auf Apps wie Gmail und Google Maps.

Huawei will nun die erste Version seines eigenen Betriebssystems in China noch in diesem Jahr auf den Markt bringen. In den kommenden Jahren sollen Produkte wie Smartwatches und intelligente Lautsprecher dazukommen. Das System werde auf Open Source basieren, also auf einem öffentlichen Quellcode, sagte Yu. Das Unternehmen wolle ein globales Betriebssystem schaffen, das "nicht nur von Huawei genutzt wird".

Stefan Bergsmann, Geschäftsführer von Horváth & Partners Österreich

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